DIE ZEIT

Ein junger Mann im alten Kreml

Der amerikanische Präsident ist nun zum dritten Mal während seiner Amtszeit dem Begräbnis eines sowjetischen Staats- und Parteichefs ferngeblieben.

Falsche Fährte

Der Anfangsverdacht, Terroristen der „Rote Armee Fraktion“ hätten in der vorigen Woche den Bombenanschlag auf eine Hertie-Filiale in Dortmund unternommen, hat sich nicht erhärtet.

Gebeutelt alle und gestreichelt

Alle können von Erfolgen reden, aber alle müssen auch von Niederlagen sprechen – dies ist das auf den ersten Blick eher irritierende Ergebnis der Halbzeitwahlen im Saarland, in Berlin und Hessen.

Knall auf Fall

Auf der europäischen Bühne war er eine der eindrucksvollsten Gestalten: Konstantin Karamanlis, den jetzt ein Winkelzug der griechischen Sozialisten veranlaßte, Knall auf Fall vom Amte des Staatspräsidenten zurückzutreten.

Zeitspiegel

Die amerikanische Armee greift nicht nur mit neuester Technologie nach den Sternen, sie will auch traditionelles „Kriegsgerät“ wieder nutzen: das Maultier soll als Lasttier erneut zu Ehren kommen.

Rasch zurück zum Alltag

it Spitzhacke und Schaufel befreiten einige hundert Soldaten um Mitternacht die Mos:auer City von den Resten einer verdreckEiskruste. Am nächsten Tag waren die blanksten Plätze der Innenstadt von langen Rei"niformierter abgeriegelt.

Nach den Wahlen: Die CDU zieht Bilanz: Die Zuversicht hat gelitten

Nun hat das diffuse Unbehagen wieder einen vordergründigen Gegenstand. Besitzt die Bundespolitik wirklich genügend Schubkraft, garantiert der Besitz der Macht in Bonn allein schon den Erfolg? Solche Fragen werden jetzt in der CDU aufs neue gestellt.

Staatsbürgerin Uniform: „Denken nicht den Pferden überlassen“

Er hört es nicht ungern, daß sie ihn den „Soldatenvater“ nennen. Viele Tausende von Wehrpflichtigen haben ihn in zehn langen Jahren bei seinen häufigen Truppenbesuchen in der Kaserne oder im Manöver kennengelernt; viele suchten ihn in seiner Godesberger Dienststelle auf, auch schon einmal, wenn sie nichts auf dem Herzen hatten, was sie bei ihm loswerden wollten.

Helmut Schmidt: Dank an Willi Berkhan

Wir haben seit der Begründung der Bundeswehr bisher acht Verteidigungsminister und fünf Wehrbeauftragte erlebt. Karl Wilhelm Berkhan ist der erste Wehrbeauftragte, den der Bundestag zweimal in dieses wichtige Amt berufen hat, beide Male mit einer sehr großen Mehrheit aller Fraktionen.

DDR-Aussiedler: Abschreckung nach innen

Die Meldung machte Schlagzeilen: „Über 20 000 Ehemalige wollen zurück“, berichtete die SED-Zeitung Neues Deutschland in der vergangenen Woche.

Frankreich: Kein Aufwind für Mitterrand

Frankreichs Regierungspartei konnte bei den Kantonalwahlen endlich ihren ständigen Abstieg in der Wählergunst beenden. Gleichwohl sind die Sozialisten in einer fast hoffnungslosen Ausgangsposition für die Parlamentswahlen.

Iran/Irak: Krieg den Städten

Seit über einem Jahr kommen die kriegführenden Armeen im Golfkrieg nicht von der Stelle. Die iranischen Luftstreitkräfte haben unter riesigen Menschenopfern die irakische Invasionsarmee aus dem Südwesten des Iran verdrängt; ihr Vormarsch ist aber in den Sümpfen und Bergen des Grenzgebietes zum Stehen gekommen.

Libanon: Bombenterror und Kleinkrieg

Neues Blutvergießen im Libanon: Schiitische Freischärler verüben Anschläge auf israelische Soldaten, Israel schlägt gewaltsam zurück.

Reden über den Hunger

In Genf veranstalten die Vereinten Nationen eine Sonderkonferenz über die Notstandssituation in Afrika. Allen bisherigen Lieferungen und Hilfszusagen der reichen Länder und der karitativen Organisationen zum Trotz fehlen den zwanzig notleidenden Staaten des schwarzen Afrikas in diesem Jahr noch fünf Milliarden Mark, wenn der Hunger und das Sterben mit einiger Aussicht auf Erfolg bekämpft werden soll.

Was kostet die Butter?

Bonner Politiker interessieren sich bekanntlich für große Dinge, zum Beispiel für Wahlen. Über die kleinen Dinge des Alltags gehen Politiker gern hinweg.

Krisengebiet Südostasien: Der Widerstand ist gebrochen

Diesmal war Vietnam fest entschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen: Dem Guerilla-Widerstand gegen sein Besatzungsregiment in Kambodscha, so das klare Ziel der diesjährigen Trockenzeit-Offensive Hanois, sollte das Aufmarschgebiet an der Grenze zu Thailand entzogen werden.

HEINRICH BÖLL: Brief an meine Söhne

Lieber René, lieber Vincent, wenn Ihr in dem, was ich hier schreibe, auch nur den geringsten Ansatz von Überlebens- oder Wiederaufbauheroismus entdeckt oder herauszuhören glaubt, streicht es, lacht darüber, kommentiert es ironisch oder auch böse und bitter, glaubt mir, ich habe nicht die Absicht, in den Grundtenor der älteren Generation zu verfallen, die darauf aus ist, der Jugend klar zu machen, wie schwer „wir“ es gehabt haben – und wie leicht sie es doch hat und gehabt hat.

„Nicht die Marines losschicken“

Werden die beiden Ärzte aus Tucson, die einem jungen Patienten ein unerprobtes, nichtzugelassenes Kunstherz einpflanzten, vor Gericht gestellt? Darüber muß nun die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA entscheiden.

Was der Arzt soll

2. Der Arzt soll mit Patienten und Kollegen umgehen, und er soll diejenigen Ärzte, deren Charakter oder Kompetenz nicht ausreichend sind (deficient), oder die sich betrügerisch verhalten, keineswegs decken.

Gesunde Geschäfte

Als William Schroeder, der Mann, in dessen Brust seit über 100 Tagen ein Kunstherz schlägt, die erfolgreiche Operation mit einem tiefen Zug aus einer Dose „Coors“-Bier feierte, vergütete er seinen Lebensrettern jeden Pfennig, den sie in den kostspieligen und spektakulären Eingriff investiert hatten: Der lachende Patient wurde zum besten Werbesujet, das sich Spitalsbesitzer Wendell Cherry, 49, für seinen Konzern wünschen konnte.

Affare Brandes: Ein Abstieg in Raten

Vielleicht macht er uns ja ein Ostergeschenk und dankt freiwillig ab.“ Der Stoßseufzer eines Abgeordneten der CDU-Landtagsfraktion von Niedersachsen gilt einem Mann aus den eigenen Reihen, der seit Monaten für Schlagzeilen sorgt.

Blut und Boden: Fragwürdige Ehrung

Anfang März fuhr der CDU-Mann zur Geschichtspflege ins holsteinische Eutin. Vor versammelter Lokalprominenz ehrte er eine „anerkannte Persönlichkeit des kulturellen Schaffens“ und übergab dem „sehr geehrten, lieben Herrn Jenssen“ einen Tag vor dessen 80.

Ende eines langen Streits: Landung im Moos

Helmut Sauer hat es zu etwas gebracht: Er ist Ministerialdirigent und Leiter der Verkehrsabteilung im bayerischen Wirtschaftsministerium und wohnt in Harlaching im Münchner Süden, in der besseren Gegend der bayerischen Landeshauptstadt.

Vor vierzig Jahren: Alte Kameraden

Vom Oberbefehlshaber der alliierten Invasionstruppen und späteren US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower ist der Ausspruch überliefert: „Diese Brücke ist ihr Gewicht in Gold wert“.

Neuer Trend oder...: ...alte Masche?

Wie entsteht ein Trend? Wer kann schon sagen, seit wann und warum etwas „in“ ist, wenn es plötzlich „in“ ist? Daß man eine neue Masche rechtzeitig mitkriegt, ist allein wichtig.

Das Pferd

Des Menschen bester Freund sei der Hund? Daran zweifeln muß, wer vorige Woche einen Gang über die „Equitana“ absolviert hat, jene alle zwei Jahre in Essen stattfindende „Weltmesse des Pferdesports“.

Die neuen Konservativen

Was hat eigentlich Norbert Blüm so Schreckliches gesagt, daß seine Worte auch nach vielen Tagen immer noch rethorische Nachbeben auslösen? Eines davon kam aus Frankfurt.

Wenigstens nichts kaputtgemacht

Man muß schon die selektive Wahrnehmungsfähigkeit des Berufspolitikers haben, um zur Halbzeit zu so eindeutigen Urteilen über die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung zu kommen wie etwa Martin Bangemann (FDP) oder Wolfgang Roth (SPD).

Bonner Kulisse

Als geschickter Dramaturg erwies sich in der vergangenen Woche wieder einmal Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann. Kurz vor der Brüsseler Ministerkonferenz zum abgasarmen Auto lud er ein Dutzend deutscher Journalisten zu einem exklusiven Gespräch in seine Arbeitsräume in den elften Stock des Bonner Innenministeriums.

Buschhaus: Dickes Fell

Was der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht als Erfolg für den Umweltschutz feiert, ist anderen ein Skandal: Das umstrittene Braunkohlenkraftwerk Buschhaus bei Helmstedt darf in Betrieb gehen.

Konkurrieren statt konzertieren

Wären Norbert Blüms Worte zum Nennwert zu nehmen, müßte der Zeitpunkt eigentlich absehbar sein, da die wuchernden Kosten unseres Gesundheitswesens endlich kein Problem mehr wären.

Streikrecht: Ohne Regeln

Früher war alles ganz einfach: Wenn die Arbeiter Grund zu haben glaubten, dann schmissen sie die Klamotten hin und zogen mit dem Spruch durch die Straßen: „Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will.

Abgasentgiftung: Nur im Traum zu erreichen

In der Turiner Hauptverwaltung des Fiat-Konzerns hat die deutsche Initiative zur Einführung abgasreinigender Einrichtungen bei Autos zwei Strategien ausgelöst: Fiat will gewappnet sein für den Fall, daß der Katalysator für alle in der EG zur Pflicht wird.

Bauherren nicht schutzbedürftig

In einem Urteil vom 17. Januar 1985 hat sich der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs mit der Frage des Finanzierungsrisikos bei Bauherren-Modellen befaßt.

Unverdrossene Ausländer

Am Wochenbeginn atmeten die deutschen Börsianer auf. Denn offensichtlich haben die Ergebnisse der Wahlen in Berlin, dem Saarland und in Hessen bei den Ausländern keinen nachteiligen Eindruck hinterlassen.

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