Unbelehrbar

Am Freitag werden in Bonn, Berlin, Stuttgart und anderen großen Städten der Bundesrepublik Mahnwachen vor den Vertretungen der südafrikanischen Republik stehen: als Protest gegen den Hochverratsprozeß, den die Regierung in Pretoria – angefeindet von aller Welt – gegen 16 führende Mitglieder der United Democratic Front angestrengt hat. Er soll an diesem Tag beginnen.

Vorige Woche haben sich blutige Szenen in Südafrika abgespielt. Eine schwarze Menge, die zum Begräbnis von drei in den Tagen zuvor erschossenen Schwarzen zum Friedhof marschierte, wurde von der Polizei beschossen, die mit scharfer Munition statt mit Wasserwerfern und Tränengas ausgerüstet war: Zwölf Männer, drei Frauen und drei Kinder lagen danach tot auf der Straße. Inoffiziell heißt es, es seien weit mehr Tote und auch mehr Verletzte, als die 29 offiziell zugegebenen.

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Seit Jahren pflegen gewisse Südafrikaner auf die Bemerkung, es müsse doch eines Tages eine Katastrophe geben, wenn Menschenrechte ständig durch Polizeiwillkür unterdrückt werden, zu antworten: „Das kann noch lange gehen, alle Waffen sind auf unserer Seite.“ Allmählich wird diesen Leuten hoffentlich dämmern, daß ein Übermaß an Macht schließlich zur Ohnmacht wird. Dff.

 
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