Feuilleton

Kunstkalender

Ein heute fast unbekannter Name. Seine Bilder erinnern an Schlemmer, De Chirico und Carrá, an die Pittura metafisica. Er war Mitglied der Kölner Künstlergruppe „Die Progressiven“, kein künstlerischer Erneuerer, aber einer der jungen engagierten Maler der zwanziger Jahre.

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DIE ZEIT

An die große Glocke

Sensationell war es nicht, daß sich der israelische und der sowjetische Botschafter in Paris zu einem langen Tête-à-tête getroffen haben.

Ein Schlingerkiel für die Entspannung

In Helsinki, wo sie vor zehn Jahren feierlich die „Schlußakte der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ verabschiedeten, treffen die Vertreter der 35 Unterzeichnerstaaten in der nächsten Woche erneut zusammen.

Hehres Ziel

Verdächtig schnell haben sich die EG-Außenminister auf eine Konferenz geeinigt, die die Reform der Gemeinschaft an Haupt und Gliedern vorantreiben soll.

Reform in Gefahr

Beim jüngsten Landesparteitag der CDU in Baden-Württemberg muß dem Gastredner Helmut Kohl endgültig klargeworden sein, daß es keinen Sinn hat, eine moralische Wende mit prozeduralen Tricks herbeiführen zu wollen.

Vorwärts ins Verderben?

Barbara Tuchman, die bekannte amerikanische Historikerin, hat ein kluges Buch geschrieben, das den Titel trägt: „Die Torheit der Regierenden“ – Untertitel: „Von Troia bis Vietnam“.

Zeitspiegel

Die Sowjetunion läßt Andrej. Sacharow nicht ausreisen, weil sie sonst einen Vertrag mit Amerika brechen würde. Der demokratische Senator Paul Simon aus Washington, zu Besuch in Moskau, glaubte falsch verstanden zu haben, doch sein Gesprächspartner erklärte die abenteuerliche Ausrede.

Wolfgang Ebert: Die Probe

Der sensationelle Gedächtnisschwund beim Kanzler, als er sich in Mainz vor einem parlamentarischen Ausschuß zur Parteispendenaffäre äußern sollte, ist kein Anlaß zur Sorge.

Kloaken-Politik

Alles liegt zwölf, fünfzehn, gar siebzehn Jahre zurück. Wer könnte sich nach so langer Zeit noch genau erinnern an Daten und Personen, an vertrauliche Gespräche und fragwürdige Methoden, mit denen sich die Parteien damals Geld beschafften? Manchmal gerät der Mainzer Untersuchungsausschuß zur Aufklärung der Parteispendenaffäre zum Philosophikum über das Vergessen und das Erinnern.

DDR-Kontaktverbote: Der Feind hört immer mit?

Die Kontaktverbote in der DDR treffen nach westlichen Schätzungen jeden fünften DDR-Bürger. Rund drei Millionen Menschen dürfen, weil sie selber oder ein Familienmitglied nach recht willkürlichen Maßstäben als Geheimnisträger eingestuft sind, nicht in den Westen reisen; auch dürfen sie keine Besuche, Briefe, Telephonate oder Geschenksendungen empfangen und müssen zufällige Kontakte, etwa in Gaststätten, sofort abbrechen.

Boehringer und Hamburg: Dreiste Klage

Noch vor einem Jahr standen die Zeichen auf Sturm, als der Chemiekonzern. Boehringer-Ingelheim sein Hamburger Zweigwerk wegen Umweltgefährdung schließen mußte.

„Mein ein und alles“

Ich spreche heute aus einem kleinen Behelfsstudio gleich neben meinem Zimmer im Bethesda-Marinehospital zu Ihnen. In diesem Augenblick denke ich an den kleinen Jungen, der mir 1981 einen Brief schrieb, nachdem auf mich geschossen worden war, und in dem es hieß: „Mr.

OAU-Gipfel: Lehren aus Afrikas Krise

Einmütig wie nie zuvor bekannten sich auf der 21. Gipfelkonferenz der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) in Addis Abeba die Staats- und Regierungschefs zur gemeinsamen Verantwortung bei der Überwindung der schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise, die den ganzen Kontinent erfaßt hat.

Portugal: Revolutionsheld vor Gericht

Der Prozeß gegen den zum Oberstleutnant degradierten General und seine 72 Mitangeklagten mußte nach einem Verhandlungstag unterbrochen werden: Ein wichtiger Kronzeuge war kurz vor Beginn des Prozesses auf der Straße angeschossen und schwer verletzt worden.

Reagans Haushaltschef

Stockman, das „Wunderkind“ in der Handhabe der komplizierten Maschinerie des amerikanischen Staatshaushalts, verläßt das Office of Management and Budget auf eigenen Wunsch.

„Es stirbt täglich Freiheit weg“

Die kamen sehr spät. Ich hatte bei Kriegsende, ich war in einem Massengefangenenlager in Frankreich, einem amerikanischen Lager, überhaupt keine Vorstellung von irgendeiner politischen Form in Deutschland.

Alles hat seinen Preis: Dienst-WC

Weil Sicherheitsbeamte seine Toiletten benutzen, hat Niedersachsens Ministerpräsident Ernst Albrecht der Polizei jetzt eine Rechnung geschickt.

Ein Großflughafen für Paderborn?: Quer durch die Pampa

Der westfälische Unternehmer Heinz Nixdorf ist von einer Idee besessen. Ob im Gespräch mit Mitgliedern der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung oder beim Mittagessen in Halle 1 auf der Hannover-Messe – man kann jede Wette eingehen, daß er auf sein Lieblingsthema zu sprechen kommt.

Zehn Wochen nach dem SS-Treffen: Unruhe im Dorf

Die Folgen des Treffens ehemaliger SS-Angehöriger in dem schönen bayerischen Fremdenverkehrsort Nesselwang haben die Kontaktfreude des katholischen Pfarrers Franz Greß am Ort ganz erheblich gedämpft.

Aus dem Land der Skipetaren: Albanien

Der Schriftsteller Joseph Roth hatte schon Ende der zwanziger Jahre über seine Eindrücke in Albanien geschrieben, daß dieses Land wie ein abgeschlossener Hof wirke, eingefaßt von natürlichen Gefängnismauern.

Die erste Schmidt-Biographie: Auch bisher Unbekanntes

Der Titel der englischen Originalausgabe ist für die deutsche Version nicht übernommen worden. „Helmut Schmidt – Deutschlands Steuermann“ mag den Briten als Würdigung durchaus einleuchten, im eigenen Lande des Propheten hingegen bot sich mehr Zurückhaltung an.

Sein Moskau ist auch unser Moskau: Wie wir es lieben

Menschen in allen Ländern sind wohl besonders feinfühlig, wenn ein Fremder über ihre Heimat erzählt oder dichtet. Über Rußland wurde in den letzten dreihundert Jahren in allen westlichen Sprachen meistens äußerst phantastisch – sowohl im guten wie im bösen, aber eben exotisch übertrieben oder absolut wirklichkeitsfern – berichtet.

Eureca – ein leeres Wort

Nein, Eureca kommt nicht von dem „Ich hab’s“ des griechischen Mathematikers Archimedes; es ist die Abkürzung für die nüchterne Bezeichnung European Research Coordination Agency (Agentur für europäische Forschungs-Koordination).

Mangel im Überfluß

Fast 34 000 Arbeitssuchende waren Ende Juni beim Essener Arbeitsamt registriert. Aber bei Krupp Industrietechnik arbeiten 35 Polen, weil es für dringende Aufträge keine deutschen Arbeitskräfte gibt.

Bonner Kulisse

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Rainer Barzel tut beleidigt, wenn er die jüngsten Vorwürfe der Bonner Staatsanwaltschaft zurückweist, die gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Beteiligung an Steuerhinterziehung eingeleitet hat.

Paukenschlag aus Rom

Hans Tietmeyer wollte eigentlich am Freitag, dem 19. Juli am Nachmittag in den Urlaub fahren. Doch daraus wurde nichts. Die Italiener machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

Lebenswert-Kalkulation: Schlicht

Büroarbeit macht froh, das schmutzige Wühlen unter Tage dagegen vergällt dem Bergmann die Lebenslust. Sein Leben ist ihm nicht einmal ein Zehntel dessen wert, was es dem Angestellten im weißen Kragen bedeutet.

Überstunden: Verbieten?

Sie hat auch ihre gute Seite, die Diskussion um den gesetzlich verordneten Abbau von Überstunden. Zeigt sie doch immerhin, daß Politiker, Verbandsfunktionäre und Unternehmer sich allmählich mit der Massenarbeitslosigkeit befassen.

Basic für den Boden

An der Wand über Hans Wortbergs schwerem Schreibtisch, neben der ererbten Standuhr, hängt gerahmt der Spruch: „Meine Eltern trugen das Bauernkleid seit Menschen Hafer säten,.

Energie: Ölboom in Italien

Bohrinseln im Gardasee?“ fragte entsetzt eine italienische Zeitung, als bekannt wurde, daß die amerikanische Gesellschaft Anschütz das Recht zur Ölsuche in einem Geviert der Po-Ebene erworben hat, zu dem auch Italiens schönster und größter See gehört.

Österreich: Ausverkauf beim Staat

Margaret Thatcher steht bei Österreichs Opposition zur Zeit hoch im Kurs: Die österreichische Volkspartei (ÖVP) hat sich das Privatisierungsprogramm der britischen Regierungschefin zum Vorbild genommen und wirbt heftig für deren Idee.

Gespräche am Bankschalter: Sparer bekommen immer weniger

Zur Zeit verfügen viele Bürger über anlagebereite Ersparnisse. Das bestätigen Banken und Sparkassen, die sich täglich an ihren Bankschaltern der Frage gegenübersehen: Wohin mit dem Geld? Dabei geht es nicht um wenige hundert Mark, sondern in der Regel um einige Tausender.

Börsen-Report: Vorsicht ist Trumpf

Die in der Tabelle ablesbare deutliche Kurserholung darf nicht zu dem Schluß verleiten, daß die schweren Kurseinbrüche in der zweiten Juliwoche von den Börsianern bereits vergessen sind.

Italien: Ein unzulängliches Programm

Nicht die Schwäche, sondern die ungewohnte Stärke der Lira war in letzter Zeit das Problem der italienischen Notenbank. „Dollars, Mark und Yen verliefen sich nach Italien“, überschrieb vor zwei Wochen die Wirtschaftszeitschrift Il Mondo eine Titelgeschichte, zu der ein bis zum Rand mit Devisen vollgestopfter Stiefel gezeichnet war.

Diskussion zur Unzeit

Bohl: Grundsätzlich liegen die Steuerpläne der FDP sicherlich auch auf unserer politischen Linie. Bei der Steuergesetzgebung muß die Leistungsbereitschaft mehr belohnt werden, und die Steuergesetze müssen vereinfacht werden.

Einzelhandel: Luken dicht

Edwin Doupals kleiner Lebensmittelladen liegt günstig – zu günstig. Doupal verkauft Milch, Wurst und Apfel an der Berliner Urbanstraße, einer Hauptverkehrsader im dicht bebauten Bezirk Kreuzberg.

FDP: Auf Steuerkurs 1987

Einfach, fair, leistungs- und wachstumsfreundlich soll die Besteuerung von Bürgern und Unternehmen sein. Dafür plädiert die Freie Demokratische Partei (FDP).

LÄNDER IM VERGLEICH

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Europäischen Gemeinschaft hat sich weiter verschärft. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich in den EG-Ländern im Mai um 3,9 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat erhöht.

MANAGER UND MÄRKTE

Nur eine symbolische Handlung soll es sein: Die etwa siebzig leitenden Angestellten von Hewlett-Packard in Böblingen verzichten für drei Monate auf fünf Prozent ihrer Gehälter.

ZEITRAFFER

Die Zahl der Beschäftigten in der Industrie ist von Mai 1984 bis Mai 1985 um ein Prozent auf 6,9 Millionen gestiegen. Besonders stark war der Anstieg in der Datentechnik mit 7,8 Prozent und in der Elektrotechnik mit 4,5 Prozent.

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