Allmählich gewinnt man den Eindruck, daß Methode dahinter steckt, immer neue Namen für die Nachfolge von Familienminister Heiner Geißler ins Spiel zu bringen. So könnte man beispielsweise sagen: Seht nur, bei der CDU sind eben alle Frauen ministrabel.

Eine solche, die bisher noch nicht im Gespräch war, ist die Bundestagsabgeordnete Ingrid Roitzsch, im Unterschied zu den meisten der bisher genannten – von Ursula Männle, Renate Hellwig, Irmgard Karwatzki bis Hanna-Renate Launen – keine Junggesellin, sondern verheiratet und Mutter zweier Kinder.

Sie wird denn auch „bevorzugt genannt“ heißt es im Bonner Interna-Brief exclusiv-dienst nicht mehr ganz exklusiv.

Wie auch immer, sicher ist nur eines, weil der Bundeskanzler das nun wirklich exklusiv herausgelassen hat: Nachfolger von Heiner Geißler wird eine Nachfolgerin – also eine Frau. Verkündet wird das Ganze jedoch erst Ende September.

Das läßt noch Zeit für neue Namensnennungen. Die Bonner CDU/CSU-Fraktion hat neunzehn Frauen, davon sind vierzehn bisher noch nicht genannt worden.

Eine Frau aus Berlin, Hanna-Renate Laurien, Bildungssenatorin in der „Frontstadt“, wird es nicht sein. Sie will „die Front“ um keinen Preis verlassen, „was immer geschwätzt und intrigiert werden mag“.

Das ist definitiv. In einem Brief an die ZEIT schrieb sie jedenfalls ein eindeutiges „Ja zu Berlin. Dort bin ich unseren Wählern nicht nur verpflichtet, sondern gerne treu“.