Ziel ist die totale technische Kommunikation, bei der Bilder, Texte, Sprache und Daten letztlich über ein einziges multifunktionales Endgerät und Netz transportiert werden können. Heute gehen Informationen noch getrennte Wege.

Während der 50 Jahre alte Telexdienst Nachrichten mit 50 Bits pro Sekunde (etwa 8 Buchstaben) noch recht gemütlich verbreitet, können auf der Strecke Hamburg/Hannover schon heute 140 000 000 Bits (140 Megabit) pro Sekunde ihren Empfänger erreichen. Dieses erste Teilstück eines bundesweiten Glasfasernetzes ging im vergangenen Jahr in Betrieb. Und in einigen Städten hat die Post auch schon die unter Bigfon bekannten Glasfaser-Versuchsnetze realisiert. 140 Megabit pro Sekunde bedeuten, daß ein Telephonbuch mit 500 000 Eintragungen in eineinhalb Sekunden von einem auf den anderen Computer übertragen werden kann.

Bis die Bundesrepublik mit einem Glasfaser-Universalnetz durchzogen ist, wird das 21. Jahrhundert längst angebrochen sein. Doch die einzelnen Ausbaustufen stehen heute schon fest. Zunächst, so sieht es die Bundespost vor, soll das in hundert Jahren gewachsene Fernmeldenetz aus Kupferkabeln digitalisiert werden. Menschliche Sprache wird dann nicht mehr analog, sondern – wie sämtliche Daten – im computergerechten ABC, das sich auf Nullen und Einsen beschränkt, transportiert. Dazu müssen die rund 7000 Vermittlungsstellen im Lande – sie haben einen Wiederbeschaffungswert von rund 40 Milliarden Mark – mit neuer Technik ausgestattet werden. Eine weitere Zwischenetappe ist das Integrated Service Digital Network (ISDN), also ein universelles integriertes Netz, das die heute noch getrennte Fernsprech- und Datennetze der Post vereint.

Etwa 25 Millionen bundesdeutsche Teilnehmer des Fernsprechnetzes haben sich daran gewöhnt, nahezu jedes Ziel auf dem Erdball per automatischer Selbstwahl erreichen zu können. Weitere 300 000 Teilnehmer nutzen das integrierte Datennetz IDN. Neben der Datenübertragung wird darüber auch der Telex- und Teletexdienst abgewickelt. Die Bundespost betreibt außerdem noch das Breitbandnetz zur Verteilung von Rundfunk- und Fernsehprozum einfachen Telephonkabel den Transport von Bewegtbildern ermöglichen. Dennoch ist dieses Netz nicht ganz unumstritten, weil es als Spezialnetz nicht dem allgemeinen Trend zur Integration entspricht. So bleibt es auch außen vor, wenn sich Fernsprechnetz und IDN schrittweise zum ISDN vereinen.

Parallel dazu werden Glasfasern und optische Systeme die traditionsreichen Kupferkabel Zug um Zug ergänzen und schließlich ganz ersetzen. Das Endziel heißt IBFN, integriertes breitbandiges Fernmeldenetz.