Fruchtbarkeitshormon: Bei der Frage, wie das Gehirn die delikate Balance der Geschlechtshormone im Körper steuert, ist eine Forschergruppe um den deutschen Gentechnik-Pionier Peter Seeburg offensichtlich einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Die in San Francisco arbeitenden Wissenschaftler, teils von der Universität von Kalifornien, teils (wie Seeburg) von der Genfirma Genentech, berichten im britischen Fachblatt Nature über ihre Entdeckung einer kurz GAP genannten Substanz sowie über erste Versuche mit dem gentechnisch gewonnenen Stoff in Zellkulturen, Ratten und Kaninchen. Das relativ kurze Eiweißmolekül mit dem vollen Namen Gonadotropin-releasing hormone-Associated Peptide wird demnach von Hirnzellen erzeugt; vom Gehirn überträgt das Neurohormon die Botschaft an die Hirnannangsdrüse, die Produktion des Geschlechtshormons Prolaktin einzustellen (Prolaktin stimuliert die Milchproduktion in den Brüsten; ein Überschuß verringert die Fruchtbarkeit in beiden Geschlechtern). Noch ist die exakte Rolle des GAP im komplexen hormonellen Steuerungsprozeß unklar. Auch bleibt die Frage vorerst unbeantwortet, ob die ersten Ergebnisse aus Tierversuchen auf Menschen übertragen werden können. Aber der Erfolg von Seeburgs Gruppe könnte zu besseren Behandlungsmethoden für Unfruchtbarkeit, zur gezielteren Empfängnisverhütung oder sogar zur Bekämpfung bestimmter Tumore führen.

Augenschäden: Zu helles Licht in Neugeborenenstationen kann Sehschäden bei Babys auslösen. Zu diesem Schluß kommt eine Gruppe amerikanischer Ärzte in der jüngsten Ausgabe des New England Journal of Medicine. Die Mediziner studierten die Sehfähigkeiten von zu früh geborenen Kindern, wobei eine Gruppe von Babys im üblichen (hellen) Kliniklicht lebte, eine andere jedoch nur in einem Licht, dessen Helligkeit um mehr als die Hälfte geringer war. Die in grellem Licht gebadeten Säuglinge wiesen auffällig häufiger Veränderungen in den Blutgefäßen der Augen auf – Veränderungen, die im Erwachsenenalter das Sehvermögen beeinträchtigen. Deshalb rät der Arzt Thomas Sisson aus Newark im Journal generell alle Neugeborenen nur gedämpftem Licht auszusetzen.