ZEIT: Gibt es für Sie einen Zweifel, daß der französische Geheimdienst hinter dem Anschlag auf die „Rainbow Warrior“ steckt?

McTaggart: Wir haben von Anfang an nicht darüber spekuliert und wir werden es auch jetzt nicht tun. Ich warte mit Interesse ab, was in dem Bericht von Präsident Mitterrand stehen wird. Aber es ist ziemlich klar, daß die beiden Leute, die im Gefängnis sitzen, wahrscheinlich für den Geheimdienst DGSE arbeiten. Wenn das stimmt, und die Regierung hat das nicht bestritten, wenn es also stimmt, daß diese Leute von der französischen Regierung bezahlt werden, dann trägt die französische Regierung die Verantwortung. Ob es das Militär war oder die DGSE – es ist in jedem Fall die französische Regierung.

ZEIT: Greenpeace ist schon früher im Südpazifik mit den französischen Streitkräften aneinandergeraten. Wie erklären Sie sich die neue Dimension der Gewalt gegen Greenpeace?

McTaggert: Ich habe dafür keine Erklärung, ich glaube, niemand kann es erklären. Sie müssen die französische Regierung um eine Erklärung bitten. Genau das werden wir tun, wenn der Bericht vorliegt. Dies ist kein Terrorismus, es ist ein kriegerischer Akt, ein britisches Schiff im Hafen eines Alliierten zu versenken. Seit 1972 haben wir versucht, die Franzosen zu bewegen, mit ihren Atomversuchen im Pazifik aufzuhören. Aber wir versuchen gleichzeitig, die Russen, die Amerikaner, Großbritannien und China dazu zu bringen, ihre Atomtests einzustellen.

ZEIT: Welche rechtlichen Schritte wird Greenpeace unternehmen?

McTaggart: Wir bereiten rechtliche Schritte vor, aber ich kann gegenwärtig dazu im einzelnen nichts sagen. Rechtsanwälte in Neuseeland, Großbritannien, den Niederlanden, Portugal und Frankreich untersuchen für uns den Fall, weil er alle diese Länder betrifft. Ich unterstütze die Stellungnahme des neuseeländischen Premierministers Lange, der gestern angekündigt hat, er habe vor, den Fall für uns und Fernandos Familie (der portugiesische Photograph Fernando Pereira kam beim Anschlag auf die „Rainbow Warrior“ ums Leben, D.Z.) vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen, falls die französische Regierung beteiligt ist.

ZEIT: Am Sonntag haben Sie ein neues Schiff, die „Greenpeace“, von Amsterdam aus zum Mururoa-Atoll geschickt. Welchen genauen Auftrag hat die Mission?