Das Überraschende an der Politik ist, daß gelegentlich noch Politiker anzutreffen sind, die sich Erkenntnisse zu eigen machen und auch bereit sind, dafür einzutreten. So ein Mann ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Winfried Pinger, entwicklungspolitischer Sprecher der CDU/CSU.

Auf einer Dienstreise durch Bangladesch wandelte er auf den Spuren der ehemaligen SPD-Abgeordneten Brigitte Erler, die unlängst gegen jedwede Entwicklungshilfe antrat, weil es letztlich eine „tödliche Hilfe“ sei. Auch Pinger hat manche Fehler deutscher Entwicklungshilfe bestätigt gefunden.

Wichtig aber ist sein mutiges Bekenntnis, daß deutsche Entwicklungspolitiker, wollen sie wirklich den Menschen der Dritten Welt helfen, auch mal nein sagen müssen – nein sagen zu prestigeträchtigen Großprojekten, nein vor allem aber dort, wo Korruption und feudale Gesellschaftsstrukturen jede Hilfe ad absurdum führen. Von Beifall für Pinger aus den eigenen Reihen ist leider wenig zu hören; bleibt zu hoffen, daß dies nur an der politischen Sommerpause liegt. hff