Die finanzielle Unterstützung „marktwirtschaftlich orientierter Politiker“, so verbreitet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, sei „demokratisch legitim, steuerlich korrekt und moralisch einwandfrei gewesen“. Das finden auch die Beschenkten – mit der bislang einzigen Ausnahme des CDU-Arbeitsministers Blüm, der sich seine Bereitschaft, die Assekuranz „anzuhören“, nicht honorieren ließ.

Jedem normal denkenden Bürger muß sich ob der Heuchelei bei Spendern und Empfängern der Magen umdrehen: Halten uns denn die Versicherungsbosse wirklich für so dumm, daß wir nicht merkten, welch höchst eigennützigen Zwecken ihre vorwiegend ad personam gezielten Gaben dienten? Haben sie ihre Prämienzahler gefragt, ob die mit der Weitergabe ihres Geldes an die Versicherungslobby in Bonn einverstanden sind?

Wenn das ganze Gib-und-Nimm-Verhältnis so einwandfrei war: Warum haben die prominenten Abgeordneten, die mehr als zehntausend Mark jährlich bekamen, ihren Spendenempfang dem Präsidium des Bundestages pflichtwidrig verschwiegen? Warum hat die CDU ihre Direkteinnahmen aus der Versicherungswirtschaft nicht entsprechend dem Parteiengesetz offen ausgewiesen? Mit einem einfachen pater peccavi können sie sich diesmal nicht herausreden. Denn die Fakten des Flick-Skandals waren längst auf dem Tisch, als die Politiker wieder die Hand aufhielten. H. Sch.