Mit einem neuen Verkehrszeichen will der ADAC den Schilderwald am Straßenrand lichten: Ein einheitlicher touristischer Wegweiser soll die oft eigenwillig gestalteten Hinweise auf Sehenswürdigkeiten ersetzen. Ein Test des neuen Leitsystems in Hessen verlief erfolgreich.

Im Frühjahr 1983 wurden im Odenwald und später auch an der Bergstraße die ersten Schilder aufgestellt. Ausgesucht hatte man ein Gebiet, dessen Ausflugsziele der „Erbauung und Erholung von allen Bürgern“ dienen – sofern die Bürger. motorisiert sind. Denn gute Zufahrtswege und ausreichend Parkraum am Ort wurden bei der Auswahl der touristischen Ziele, die man während des Versuchs ausschilderte, besonders berücksichtigt. Vor allem den Ausflugsverkehr aus den Ballungsräumen soll das neue Leitsystem fördern.

Nach dem Ende des Versuchs zog der ADAC jetzt eine erste positive Bilanz. Die neuen Wegweiser, für die der ADAC die Kosten von 50 000 Mark übernommen hatte, sind nicht teurer als herkömmliche Verkehrszeichen. Deren Anzahl konnte wiederum durch die konsequente Anwendung der Einsatzkriterien verringert werden. Weniger verwirrende Schilder, mehr Verkehrssicherheit, meint der ADAC, denn bisher ist es jeder Gemeinde selbst überlassen, ob und wie sie ihre Attraktionen ausschildert.

Entsprechend bunt sind die Ergebnisse, die vom geschnitzten Holzschild bis zum offiziellen grünen Schild mit gelber Schrift reichen. Diesem Schilderwirrwarr will der neue Wegweiser ein Ende machen.

In Anlehnung an Vorbilder in der Schweiz, in Frankreich, Italien und Spanien, die bereits spezielle Hinweisschilder besitzen, sollen auch die deutschen Schilder einen braunen Hintererund bekommen. Zielort und Richtungspfeil werden weiß gehalten. Dazu in der oberen Ecke des Wegweisers ein weißer Punkt, der die besondere Aufmerksamkeit der Autofahrer auf das Schild lenken und den Wiedererkennungseffekt verstärken soll.

Aufgestellt werden soll das Schild dort, wo die direkte Zufahrt zu Sehenswürdigkeiten von der Hauptstrafe abzweigt. Geleitet von Vorwegveisern, Wegweisern und Bestätigungsschildern gelangt der Auto-Ausflügler schließlich sicher auf den Parkplatz am Ziel.

Nach dem erfolgreichen Versuch in Hessen fordert der ADAC, den touristischen Wegweiser in die Straßenverkehrsordnung aufzunehmen und so in der ganzen Bundesrepublik einzuführen. Auf der nächsten Tagung der Verkehrsreferenten der Lancer Mitte März in Bonn wird das Thema weiter beraten.

Susanne Kröck