Bezugsrechte-Lotterie

Aktionäre mit Spielernatur können sich über eine neue Lotterie freuen. Am Montag begann an der Börse der Handel mit Bezugsrechten aus der anstehenden Kapitalerhöhung der Commerzbank. Bei einem Frankfurter Schlußkurs von 304,50 Mark für die Großbank-Aktie am ersten Börsentag im Februar lag der rechnerische Wert des Bezugsrechts bei rund minus 40 Pfennig, der Kauf junger Aktien über die Bezugsrechte war also teurer als der Erwerb alter Commerzbank-Aktien. Tatsächlich wurde das Bezugsrecht aber mit 1,50 Mark gehandelt. Spekulanten setzen darauf, daß der Commerzbank-Kurs in der nächsten Zeit wieder steigen und der Preis des Bezugsrechts davon überproportional profitieren wird. Klettert beispielsweise die Bank-Aktie um zehn Prozent, erhöht sich der rechnerische Wert des Bezugsrechts auf rund 3,20 Mark – Grund genug für ein Spielchen, mit dem Kauf von Bezugsrechten eine schnelle Mark zu machen. Zieht die Aktie dagegen nicht an oder fällt sogar weiter, muß man die gekauften Bezugsrechte allerdings à Fonds perdu schreiben.

Spitzenrenditen?

Neuseeland und Australien, beides ausgesprochene Weichwährungsländer, locken Anleger mit hohen Zinsen. Jetzt bietet zum Beispiel der niederländische Mischkonzern Unilever stolze 17,5 Prozent Zinsen für eine dreijährige 75 Millionen Euroanleihe in neuseeländischen Dollars und 14,25 Prozent für eine entsprechende dreijährige Anleihe in australischen Dollars. Zu Emissionskursen von 100,25 bzw. 100 Prozent können deutsche Anleger diese beiden Anleihen bei der Dresdner Bank oder der Commerzbank kaufen. Ab 1000 Dollar ist man dabei – wenn das Wechselkursrisiko nicht stört. Seit Anfang 1985 ist der australische Dollar gegenüber der Mark von rund 2,60 Mark auf 1,70 Mark und der neuseeländische Dollar von 1,49 auf 1,27 Mark gefallen. Das sind Kursverluste von knapp 35 bzw. 15 Prozent. Am Markt glaubt man, daß dieser Kursrutsch bald in ruhigere Bahnen gelangt, deutsche Anleger von den hohen Zinsen mithin künftig profitieren können.

Lebensversicherungen

Wer mit dem Abschluß einer Lebensversicherung liebäugelt, sollte sich noch etwas gedulden. Bei den Versicherungsgesellschaften sind neue Tarife in Arbeit, die die Versicherten künftig besserstellen dürften. Auf jeden Fall lohnt es sich jetzt schon, die Angebote der vielen Unternehmen genau unter die Lupe zu nehmen. Kleinere Versicherungen wie zum Beispiel die zur britischen Equity & Law gehörende E & L Lebensversicherung haben schon neue Tarife eingeführt, die entweder niedrigere Beiträge oder höhere Leistungen bieten.