Grabesträume

Was sie sahen, habe ihnen den Atem stocken lassen, sagten die beiden Ägyptologen, nachdem sie in Sakkara bei Kairo in zwanzig Meter Tiefe auf die Grabkammer von Maya gestoßen waren, dem Finanzminister des „Goldenen Pharao Tutanchamun“. Zehn Jahre lang hatten sie gesucht, der Londoner Professor Geoffrey Martin (der vor ein paar Jahren das Grab des Pharao Haremheb fand) und sein niederländischer Kollege Jacobus van Dyk vom Antikenmuseum in Leiden. Eine Hieroglypheninschrift macht sie sicher, daß ihr Traum wahr geworden ist.

Aber nein, sagen ägyptische Archäologen (von der Antikenverwaltung in Kairo), die sich Mayas Grab, sein „wahres“ Grab, an anderer Stelle erträumen, nämlich im Tal der Könige, wo es längst gefunden sei, während das Grab von Sakkara „nur eines von vielen“ sein könne. Wiederholt sich Howard Carters Traum von Tutanchamuns Grab, oder wiederholt sich Schliemanns Traum vom Schatz des Priamos, der wahr wurde, obwohl das, was Schliemann fand, mit Sicherheit nicht von König Priamos stammt? Oder der Traum des griechischen Archäologen Andronicos vom Grab Philipps von Makedonien? Auch er wurde „wahr“, obwohl niemand weiß, wer wirklich in dem Grab lag. Oder der Traum vom Grab Petri unterm Petersdom, der „wahr“ wurde, weil Rom es wollte?

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Träume sind Schäume? Grabesträume nicht. Sie werden auf die eine oder andere Weise immer wahr. G. P.

 
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