• Ausgabe 09/1986

    Ausgabe 09/1986

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Washingtons Reaktionen auf die Philippinen-Wahl

    Sorge um die eigenen Stützpunkte

    Wenn Präsident Reagan diese Woche die Insel Grenada besucht, wo er einen marxistischen Diktator aus dem Sattel werfen ließ, und sich dabei erinnert, vor zwei Wochen einen anderen Diktator in der Karibik, „Baby Doc“ von Haiti, mit einer amerikanischen Militärmaschine ins Exil befördert zu haben, dann müßten seine Gedanken eigentlich sofort in den Pazifik enteilen: zu Ferdinand Marcos und den Philippinen.

    Von Ulrich Schiller

  • Zeitspiegel

    Ein britischer Trompeter war Retter in höchster Not. Der „Iberia“-Flug Nummer 424 von Madrid nach Valencia sollte nach dreistündiger Verspätung starten.

  • Andrej Sacharow

    Verbannung ohne Ende?

    Im Fall des Nobelpreisträgers muß Gorbatschow der alten Garde noch Konzessionen machen

  • Präsidentin Portugal

    Sieg mit Fehlern

    Nach sechzig Jahren hat Portugal wieder einen zivilen Präsidenten. Mit 150 000 Stimmen Vorsprung siegte am vergangenen Sonntag in einer Stichwahl der Sozialist Mario Soares über seinen konservativen Konkurrenten Diogo Freitas do Amaral.

    Von Horst Bieber

  • BONNER BÜHNE

    Neue Einsichten, nicht überraschend

    Stefan Pelny, der Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, soll nun doch gefeuert werden. Im Innenministerium kursieren entsprechende Überlegungen.

    Von Gunter Hofmann

  • Keine Macht den Enkelinnen

    Die Frauen entscheiden zwar die Wahlen, aber in den Parteien haben sie nur wenig Einfluß

  • Nach der Wahl auf den Philippinen

    „Dies ist eine Schlacht zwischen Gut und Böse“

    Die Bevölkerung formiert sich zum Widerstand, die Kirche steht hinter der um ihren Sieg betrogenen Cory Aquino

    Von Matthias Naß

  • Golf-Krieg: Neuer Anlauf

    Seitdem tobt in dieser Ecke des Arabischen Golfs erneut ein erbitterter Stellungskrieg. Die iranischen Truppen haben sich in den teils sumpfigen, teils sandigen Boden um die eroberte Küstenstadt eingegraben.

  • DDR-Volkskammerpräsident besucht Bonn

    Test für Honecker?

    Er kommt viel herum, Anfang des Monats war er in Havanna beim Parteitag der KP Kubas, jetzt ist er in der Bundesrepublik: Horst Sindermann, der Präsident der Volkskammer der DDR und stellvertretende Staatsratsvorsitzende.

  • Dänische Volksabstimmung

    Die alte Wunde wieder aufgerissen

    Auch beim Endspurt vor der Volksabstimmung am 27. Februar haben die Dänen ihre humorvolle Gelassenheit nicht verloren. Als sich am Abend des Tages, an dem neun der EG-Partner die Reformerklärung unterzeichneten, die beiden Vorkämpfer des Für und des Wider den Bürgern der Kleinstadt Gladsaxe bei Kopenhagen stellen, beginnt der eine erst einmal mit einem Scherz.

    Von Dieter Buhl

  • Es geht auch ohne Generalstreik

    Janßen: Nein, ein Fehler durchaus nicht. Ich sehe mich auch nicht als Einzelgänger. Ich hatte meinen Auftritt in Hagen abgesprochen mit meinem Vorsitzenden Hans Mayr.

    Von Gerhard Spörl

  • Juan Carlos in Bonn

    Ein Glücksfall für Spanien

    Wenn diese Tage der spanische König zum dritten Mal Deutschland besucht, so lenkt sein Besuch den Blick zurück auf die fast zehn Jahre andauernde Amtsperiode dieses ungemein erfolgreichen Staatsoberhauptes.

    Von Helmut Schmidt

  • Wolfgang Ebert

    Deutsche Fragen

    Willkommen in der Bundesrepublik Deutschland (BRD, in Westdeutschland)! Tragen Sie hier Ihren Namen ein. Besten Dank! Und jetzt füllen Sie bitte noch diesen Fragebogen aus.

  • Grüne Harmonie in Hagen

    Die Grünen haben am vergangenen Wochenende in Hagen ihre achte ordentliche Bundesversammlung beendet. Sie waren so fest entschlossen, sich nicht wieder zu streiten, daß ihnen beinahe Einigkeit gelungen wäre.

  • Vergnügen am Widerspruch

    Konservative, deren Überzeugung sich nicht im Behagen am Status quo erschöpft, sondern Witz und intellektuelle Kraft hervorbringt, sind rare Vögel.

  • Vier Wochen vor der Wahl zur französischen Nationalversammlung ist die bürgerliche Opposition immer noch zerstritten. Drei Rivalen pflegen ihren Ehrgeiz.

    Zank in der rechten Ecke

    Die Frau, der Ehemann, seine Mätresse: Witzige Verwicklungen um ein Dreierverhältnis sind der Kern des in Frankreich heißgeliebten Boulevard-Theaters.

    Von Roger de Weck

  • Worte der Woche

    „Ich glaube, es ist wichtig, Gorbatschow wissen zu lassen, daß dieser Schritt der Anfang einer langen Entwicklung ist, die die Bedingungen für die Emigration und die Menschenrechte verbessert; eine solche Politik wird der Sowjetunion neue Chancen geben.

    Von Bürgermeister von Korschenbroich, bei seinem Rücktritt

  • Tschad: Wieder Kriegsgetrommel

    Seit dem Sommer 1983, seit der letzten Runde des nun schon zwanzig Jahre dauernden Bürgerkriegs, ist der Tschad geteilt: Nördlich der „roten Linie“ am 16.

  • Noch in dieser Woche will die Koalition die ersten der sieben sogenannten Sicherheitsgesetze verabschieden. Das Vorhaben, übereilt auf den Weg gebracht, mißachtet das „informationelle Selbstbestimmungsrecht“.

    Anschlag auf die Bürger-Freiheit

    Die Mehrheit des Bundestages plant den totalen Datenverbund zwischen Polizei, Justiz und Geheimdiensten

    Von Hans Schueler I

  • Wirtschaft
  • Bernhard Blohm:

    Reagans Griff in die Trickkiste

    Wenn Ronald Reagan in den vergangenen Jahren die Botschaft zur Lage der Nation verkündete, bekam sein Finanzminister regelmäßig Hausaufgaben.

  • Chemie

    Zukunft am goldenen Faden

    Der Gegenstand des Streits war technischtrocken und rechtlich kompliziert. Dennoch war Ronald Reagan intim vertraut damit. Ende Januar entschied der amerikanische Präsident, daß ein europäisches Chemieprodukt nicht in die Vereinigten Staaten eingeführt werden darf: die Kunstfaser Twaron des holländischen Herstellers Akzo.

  • BANK UND BÖRSE

    Nachschub für den Kurszettel

    Die Börsenneulinge hatten in den vergangenen Jahren wahrlich keinen Grund, sich über mangelndes Anlegerinteresse zu beklagen.

  • Luftverkehr

    Streit um Privatisierung

    Im Direktionsflügel der KLM in Amstelveen, einem Vorort der Hauptstadt, sind die Wände aus Glas. Glaubt man dem Sprecher der Fluggesellschaft, Rob Wunderink, spiegelt sich darin das Cockpit Crew Concept, die Cockpit-Organisation des Hauses, wider: „Wir kontrollieren uns gegenseitig.

    Von Günter C. Vieten

  • Hubschrauber

    Eine Schlappe für Europa

    Endlich hat Harry J. Gray sein Ziel erreicht. Seit Jahren hatte der Vorsitzende des amerikanischen Konzerns United Technologies (UTC) für seine Hubschrauber-Firma Sikorsky einen europäischen Partner gesucht.

    Von Heinz Michaels

  • Gerd Bucerius zu Fragen der Zeit

    Lösungen für den Frieden

    Kann man aufatmen? Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zu Paragraph 116 Arbeitsförderungsgesetz ist in erster Lesung im Bundestag behandelt worden, am 5.

  • Kartellrecht

    Es lebe der Stärkere

    Neue amerikanische Wettbewerbstheorien sorgen für Unruhe in der Bundesrepublik

    Von Klaus-Peter Schmid

  • DDR-Wirtschaft

    Es hätte schlimmer sein können

    Als Werner Schuchardt aus dem sächsischen Zschorlau Ende letzten Jahres der Zeitschrift Eulenspiegel mitteilte, er sei auf einen Vorrat an Kohlenzangen gestoßen, erhielt er von Eisenach bis Warnemünde so viele Bestellungen, daß er dem Blatt in einem weiteren Brief mitteilen mußte, daß er „bald 75, alleinstehender Rentner und kein Versandhaus“ sei.

  • Gegengeschäfte

    Suche Drehbank – biete Hibiskusblüten

    Alle schimpfen darüber, aber keiner kommt daran vorbei: Mehr und mehr wird im internationalen Handel mit Ware statt mit Geld bezahlt.

    Von Heinz-Gunter Kemmei

  • Retter aus dem Norden

    Österreichs Staatsindustrie trat die Flucht nach vorn an: Die Voest-Alpine, der schwer angeschlagene Stahlkonzern mit rund 70 000 Beschäftigten, bekam ein neues Management.

  • MARKT-REPORT

    Keine Einbahnstraße

    Als am Dienstag dieser Woche die Kurse fast aller Standardaktien wieder spürbar zu steigen begannen, herrschte in den Börsensälen allgemeines Aufatmen.

    Von K. W.

  • Kampf zwischen Alt und Neu

    Der sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow macht mobil. Er verkündete Neuerungen für die Wirtschaft, und der Parteiführung verordnete er langfristige Programme.

    Von Maria Huber

  • Bonner Kulisse

    Keine Woche ohne neuen Einfall zum Thema „Beseitigung der Agrarüberschüsse“. Die neueste Alternative, die sich die Bundesregierung ausgedacht hat: Golfplätze statt Weizenfelder: Wolfgang von Geldern, Staatssekretär beim Bundesernährungsminister, hält das jedenfalls für eine positive Idee.

    Von Klaus-Peter Schmidt

  • Aus dritter Hand

    Wenn ein Rolls-Royce Phantom VI an einem vorbeiflüstert, dann blickt man diesem Koloß auf Rädern noch immer respektvoll hinterher.

  • Wissen
  • Vierzig Jahre DIE ZEIT

    Diese Woche haben wir dem Blatt eine alte Ausgabe der ZEIT beigelegt – die allererste Nummer überhaupt, erschienen auf den Tag genau heute vor vierzig Jahren.

  • Vom Reagenzglas auf den Acker

    Die „grünen Gen-Techniker“ versuchen, Nutzpflanzen gezielt gegen Krankheiten und Unkrautvernichtungsmittel resistent zu machen

    Von Christine Broll

  • Schlammschlacht?

    Helmut Kohl, der so gelassen Sitzende, könnte plötzlich straucheln. Der Kanzler sieht einem sorgfältig eingefädelten Ermittlungsverfahren entgegen.

    Von Robert Leicht

  • Spiel mit Hoffnung

    Wenn Michail Gorbatschow schon vor fünf Jahren im Kreml das Sagen gehabt hätte, wäre es wohl nie zur westlichen Nachrüstung gekommen.

    Von Christoph Bertram

  • Auch in der Stratosphäre steigt der Kohlendioxidgehalt

    Treibhaus mit Verzögerung

    Verwandelt der steigende Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre die Erde langfristig in ein Treibhaus? Oder steht uns eine neue Eiszeit bevor? Die Klimaforscher sind mit Prognosen zurückhaltend geworden.

  • Reisen
  • Seit 20 Jahren: Internationale Tourismus-Börse in Berlin:

    Messe für Träume

    Diese bewundernswerten Reisefachleute und Pfadfinder, Moneymaker und touristischen Preisbrecher aus allen Ecken und Enden: Sie fliegen im Überschall, wenn auch nicht gerade nach Berlin, handhaben Computer leichthin wie andere ein Strickzeug, sie machten sich das Orakel von Delphi und den Studienkreis für Tourismus Untertan.

  • In die Wüste geschickt

    Tunesien versucht, selbst das Abenteuer den Touristen so bequem wie möglich zu machen

  • DIE ZEIT
  • Hobbyferien: Schnitzen und pinseln

    So bietet unter vielen anderen auch der Meierhof in 2361 Blomnath/Ostholstein Urlaub an der Töpferscheibe an, geübt wird zum Beispiel das Gestalten nach Naturobjekten, figürliches Arbeiten und das Erstellen von Reliefs.

  • Bonbon aus Chicago

    Klamotten der Bananenrepublik

    Die Bananenrepublik breitet sich aus: Wie ein modisches Lauffeuer sind kreuz und quer durch die USA bereits 40 Filialen der Banana Republic Travel & Safari Clothing Co.

  • Wieder einmal streiten Eltern vor Gericht: Wie darf das Kind heißen?

    Im Namen der Phantasie

    Shantala S., ein schwäbisches Baby aus Tübingen-Pfrondorf, ist jetzt gut einen Monat alt. Es wird lange dauern, bis ihr klangvoller Vorname, ein Phantasiegebilde des Gynäkologen Frederik Leboyer aus einem Baby-Massage-Buch („Sanfte Hände“), ihr wirklich anhaftet.

  • Zähneklappern an der Küste

    Zumindest in einem Punkt ist Gerhard Stoltenberg, ansonsten ganz der sparsame Hausvater, ein untypischer Finanzminister: Erreichen den „Klaren aus dem Norden“ Hilferufe von der Küste, dann ist er schnell bereit, ins Staatssäckel zu greifen – sehr schnell sogar.

  • Im Manne sträubt sich alles

    Frauen unterliegen der Wehrpflicht nicht. Sie sollen aber künftig freiwillig und gleichberechtigt in den Dienst der Bundeswehr treten können.

  • Hast du mal ’ne Mark?

    Dem Passanten, der arglos über den Kölner Wallrafplatz schlendert, tritt ein junger Typ in den Weg: „Hast du mal ’ne Mark? Hast du mal ’ne Zigarette?“ Der Typ – es gibt ihn auch in jeder anderen Großstadt – fällt durch sorgfältiges Styling auf, das in schwarzen Armee-Stiefeln fußt und in bizarren Haargewächsen gipfelt.

  • Verdammte Scherwinde

    Es regnet in Strömen, der starke Wind treibt die Fetzen der tiefliegenden Wolken über den Jumbo, der zur Abflugpiste 22 R des Kennedy-Flughafens rollt Der Wirrwarr der unzähligen Lampen an Rollwegen und Startbahnen bricht sich in den Tropfen, die an den Cockpitscheiben hinunterfließen.

    Von Curt Beer

  • Wilde Haustiere

    Sechs Meter lang und immer hungrig

    Der Laden liegt in einer ruhigen Wohnstraße und sieht aus wie eine chemische Reinigung oder eine Änderungsschneiderei. Keine Ware im Schaufenster, nur ein fast unleserliches Firmenschild, und auf einem Waschzettel an der Ladentür die Aufschrift „Futtertiere, Ratten, Mäuse, sortiert in groß, klein und nestjung.

  • Niederösterreich

    Wiener Schnee

    Der Schnee wächst. Beim Weg hinauf ins niederösterreichische Ötscherland kann man ihn wachsen sehen. In Amstetten oder Ybbs an der Donau sind die Wiesen bestäubt, in der Umgebung von Scheibbs gucken noch Baumstümpfe aus der weißen Pracht hervor, in der kleinen Riesengemeinde Gaming liegt er 20 Zentimeter bis 1,20 Meter hoch, weiter wachsend.

    Von Wolfgang Boiler

  • Wächter der Sprache

    „itparad“

    Seit de Gaulle hat man in Frankreich Angst, daß die Amerikaner Frankreich verschlingen werden. Daß Dallas die französische Kultur zertreten will.

  • Der lange Weg aus Stalins Schatten

    Zwei Stationen des Umbruchs: der 20. Parteitag 1956 und der 27. Parteitag 1986

  • Bergtourismus: Südtirol hat keine Sorgen

    In Südtirol zeigt der Bergtourismus noch keine Krisensymptome. Eine Untersuchung über „die deutschen Urlauber in Südtirol“ gibt Hinweise, warum dieses Land besser abschneidet als seine Konkurrenten Bayern und Österreich.

  • Langis hat sich dem Langlauf verschrieben:

    Keine Lifte

    Fast hätte ich mich beleidigt gefühlt, als Erwin mich ausgerechnet in eine Gruppe Schweizer Senioren eingliederte. Ich, der ich glaubte, das Gleiten auf den schmalen Brettern geradezu meisterhaft zu beherrschen, sollte mich bei kindischen Übungen fürs fortgeschrittene Alter langweilen? Als Langlauflehrer Erwin Wallimann, ehemaliges Mitglied des Schweizer Nationalteams, mich dann jedoch mit einem besänftigenden „’s ischt nur ein kleines Hügeli“ eine Steigung alpinen Ausmaßes hinaufkeuchen ließ und meine unbeholfenen Hopser Anlaß zu strenger Kritik gaben, war mein Image leicht angekratzt.

    Von Rob Kieffei

  • Oman: Annäherung an den Fremdenverkehr

    Der Staat an der Südostspitze Arabiens hat eine rasante wirtschaftliche Entwicklung hinter sich: In jedem Winkel des Sultanats gibt es Schulen, der Staat besitzt heute mehr Krankenhäuser als vor zwanzig Jahren Krankenbetten.

  • Öl muß teuer sein

    Jenseits aller Schadenfreude über das Desaster des Opec-Ölkartells sind die beinahe täglichen Preissenkungen für Rohöl natürlich gute Nachrichten.

  • Tester in Uniform

    Die Männer hatten ein aufrüttelndes Erlebnis: „Wenn man mit diesem Auto vor einer roten Lichtzeichenanlage steht und der Wählhebel auf „D“ gestellt ist, vibriert das gesamte Fahrzeug, sogar die beiden Vordersitze.

    Von Georg Weden

  • Rügen für den Minister

    Die CDU von Rheinland-Pfalz, lastet ihrem Bonner Postminister eine drohende Pleite im Kabelpilotprojekt Ludwigshafen an, wo Bundeskanzler Helmut Kohl beheimatet ist.

  • Wohlsein mit Uni-Wein

    Ein Universitätswappen in klingende Münze umsetzen darf nur die Uni selber. Diese schmerzliche Erfahrung mußte ein Freiburger Kaufhaus machen, das auf eigene Faust T-Shirts mit dem Siegel der ehrwürdigen Albert-Ludwigs-Universität verkauft hatte und nun höchstrichterlich belehrt wurde: Allein die Alma mater darf ihr Siegel vermarkten.

  • Ski-Spitzen

    New Wave: Eine brandneue Methode, die Piste hinunterzukommen, läßt sich im Schweizer Skiort Bad Scuol ausprobieren. Dort wird in diesem Winter erstmals „Alpin-Surfen“ offeriert, laut Pressetext „rasant wie Wellenreiten“.

  • Gesellschaft
  • LÄNDER IM VERGLEICH

    Ihren niedrigsten Stand seit 1968 erreichte 1985 die durchschnittliche Inflationsrate in den Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

  • IM KINO

    „Novembermond“ von Alexandra von Grote. Die Regisseurin ist eine Frankreich-Kennerin. Sie stellte jenen Fragen, die nicht die herrschende Geschichtsschreibung bestimmen, sondern die während des Zweiten Weltkrieges als ganz normale Bürger in Frankreich gelebt und gelitten haben unter selbstgefälligen und grausamen deutschen Besatzern.

  • Fernseh- Vorschau

    Pflaster über den Mund

    Wenn einer sich „Löwe der Pflichterfüllung“ nennt, Uniformen liebt und längst vergangenen Zeiten nachhängt, in denen Kampf und Disziplin an erster Stelle standen; wenn einer dazu nichts sehnlicher wünscht, als in einer Fabrik Nachtwächter zu werden, um seine Auffassung von Zucht und Ordnung ausleben zu können: dann läßt das nichts Gutes ahnen.

    Von Anne Frederiksen

  • Berliner Filmfestspiele

    Jammern gilt nicht

    Man stelle sich vor: statt des Mercedes-Sterns auf dem Berliner Europa-Center ein riesiger Scheinwerfer. Sein Spotlicht tastet die Stadt ab, vergeblich auf der Suche nach den großen Stars, dem alten Kino und einer Festival-Szenerie.

    Von Helmut Schädel

  • Fernseh-Kritik

    Weltuntergang, yeah

    „Eiszeit, yeah, yeah“, singt Peter Maffay, und die Kamera zeigt Trockeneisnebel, blaue Scheinwerfer und Zuschauer mit feuersprühenden Wunderkerzen.

    Von Frank Busch

  • ZEITRAFFER

    Milliardenbeträge werden die sinkenden Ölpreise in diesem Jahr bei den privaten Haushalten für den Konsum freimachen. Nach Ansicht der Deutschen Bundesbank ist die durch dauerhaft niedrige Benzin- und Heizölpreise erzielte Verbesserung der Realeinkommen der privaten Haushalte größer als die der Steuersenkung von schätzungsweise elf Milliarden Mark.

  • Musiktheater in Berlin: Herbert Wernicke inszeniert Carl Maria von Webers „Oberon“

    Von vorn von hinten

    Was würde das geben: einen Skandal? Einen schönen Theaterkrach? Eine artifizielle Überanstrengung? Nichts dergleichen, es war viel harmloser: Romantik zum Kaputtlachen.

    Von Manfred Sack

  • MANAGER UND MÄRKTE

    Allianz: Versicherte mucken auf SEL: Alarm aus Italien Supercomputer: Erstmals made in Germany

  • 250 Völker – aber keine Nation

    Schöpfergott, hilf uns, eine Nation zu werden“, heißt es in der Nationalhymne Nigerias. Denn Nigeria ist ein künstliches Gebilde, eine Schöpfung des Kolonialismus: 250 verschiedene Völker wurden von den Engländern mit der Gewalt ihrer Gewehre zusammengefügt.

    Von W. M.

  • Ende einer Fälschung

    Gut Ding will Weile haben. Vor sechseinhalb Jahren hat die ZEIT in einer vierteiligen Serie und in einem Sonderdruck einen Warnschuß losgelassen: „Fälschungen und Intrigen drohen den guten Ruf der deutschen Geschichtsforschung zu ruinieren.

    Von Karl-Heinz Janßen

  • Steuer für die Industrie

    ZEIT: Auf der Umweltministerkonferenz dieser Woche in Düsseldorf wollen Sie Ihren Kollegen die Einführung einer Steuer auf die Produktion von Chemikalien vorschlagen.

  • Kultur
  • Sowjetische Intellektuelle in Haft

    Kein Lichtblick

    Daß Tapferkeit kein Privileg der „Herren der Schöpfung“ ist, dafür gibt es in einem sowjetischen Straflager für weibliche politische Gefangene in Baraschewo (Mordwinien) ein eindrucksvolles Beispiel.

  • Die Liebe? Kein Spiel.

    Luc Bondy inszeniert an der Berliner Schaubühne den neuen Botho Strauß: „Die Fremdenführerin“

    Von Rolf Michaelis

  • Das Amerika der kleinen Leute

    Verdammich, sagte er

    Was uns von einem Roman, einer Erzählung am ehesten im Gedächtnis bleibt, ist die Geschichte, die erzählt wird, und die Geschichte ist es, die wir weitererzählen, wenn wir einem Freund das Buch empfehlen.

    Von Ulrich Greiner

  • Mein Taschenbuch

    Lyrik des Exils

    Es gibt sie, die Duplizität der Fälle. Richard Pietraß, ein Lyriker aus der DDR, las mir unlängst, beim Frühstück, ein Frühstücksgedicht vor, ein allerdings makabres, ein Frühstücksgedicht, bei dem uns der Bissen im Halse stecken blieb.

  • Karl Alfred Wolken

    Erinnerte Begegnung

    In der Poesie haben wir ein dauerhaftes Repertoire unserer Erinnerungen. Kein Autor aber, der ein Gedicht zu schreiben beginnt, kann darauf zurückgreifen; es stiftet keinen Fundus, keine verfügbare Requisite.

  • Manchmal packt die Bundesbahn der Ehrgeiz mit der Architektur, aber...

    Beim Bauen entgleist

    Was für ein lichter Moment war das doch: Der Hochbauchef der Bundesbahn in München sieht auf der Ausstellung „Bau ’80“ einen Messestand und ist begeistert.

    Von Manfred Sack

  • Kritik in Kürze

    „Theater kritisch gespiegelt“, von Irma Voser. Kritik, sei’s Literatur –, sei’s Kunst- und Theaterkritik, war nicht immer „bloß“ Feuilleton, also mit Kraus’ Worten „Lockendrehen auf einer Glatze“.

    Von Marken Stoessel

  • Die neue Schallplatte

    „Third Kind of Blues“. Ganz gewiß dachten die drei Musiker (John Purcell, Anthony Cox, Ronnie Burrage) bei diesem Titel an die erste „Kind of Blues“, eine Schallplatte von Miles Davis und John Coltrane, 1958.

    Von Manfred Sack

  • Maria Ward – zu Unrecht fast vergessen

    Zäh, listig und unerschrocken

    Wie ein englisches Fräulein ein weibliches Gegenstück zum Jesuiten-Orden ins Leben rief

    Von Rolf Schneider

  • Was haben Außenpolitik und Moralmiteinander gemein? Nicht nur in der Bundesrepublik wird diese Frage am liebsten unter dem Aspekt der Ostpolitik diskutiert Unser Autor, Historiker und früherer amerikanischer Diplomat, findet vehemente Antworten allgemeingültiger Art

    Die Theatralik des Moralismus vermeiden

    In einem vor annähernd 35 Jahren veröffentlichten Bändchen habe ich unbesonnenerweise angedeutet, daß die amerikanischen Staatsmänner der Jahrhundertwende in ihrer Beurteilung der Handlungen anderer Regierungen auf unangemessene Weise legalistisch und moralistisch seien.

    Von George F. Kennan

  • „Natürlich ist das alles nicht seriös; das ist gerade das Seriöse daran.“

    Brot und Zoten

    Über den französischen Präsidentschaftskandidaten, Rächer der Beschissenen und Clown Coluche

    Von Roger de Weck

  • Von Gott verlassen

    Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“, sagte Ingeborg Bachmann 1959. An diesen Satz habe ich bei dem Film „Shoah“ denken müssen; er mutet denen, die unter der selbstverständlich gewordenen Lüge leben, Wahrheit zu und erfüllt so eine wesentliche Voraussetzung der Kunst.

    Von Dorothee Solle

  • DRK: Für Auslandshilfe Spenden empfohlen

    Die Besprechung meines Buches „Markt der offenen Herzen, Spenden – ein kritischer Ratgeber“ von Peter Grubbe in der letzten Ausgabe der ZEIT bedarf der Korrektur.

  • Homosexualität und Literatur

    An den Grenzen

    Vor Gott sind alle Menschen gleich, vor Hubert Fichte alle Schriftsteller. Über die Jahrhundertgrenze hinweg werden vor dem Auge des Essayisten August Graf von Platen, Heinrich Heine und Thomas Mann zu „Kollegen“.

    Von Frank Busch

  • Kunstkalender

    Als die Pop-art in ihrem Zenit stand, galten George Segals Environments aus weißen Gipsfiguren inmitten realer Gegenstände als Pop.

  • Zeitmosaik

    Dieses bisher unveröffentlichte Gedicht von Gottfried Benn, der vor hundert Jahren, am 2. Mai 1886, geboren wurde, erscheint mit weiteren bisher nicht publizierten Texten und unbekannten Bildern im ersten Band von Klett-Cottas „Stuttgarter Ausgabe“ der Sämtlichen Werke, der Anfang April ausgeliefert wird.

  • Faschismus und bürgerliche Moral

    Nackte Schönheit ohne Sinnlichkeit

    Wenn Sexualität zur Respektabilität verkommt – Der Führer und die „feminine Masse“

    Von Peter Reichel

  • Theater in Hamburg

    Wie es ihm zerfällt

    Das „Hamburg Journal“ berichtete über Peter Zadeks neue Shakespeare-Inszenierung „Wie es euch gefällt“. Vor der Kamera ein schwungvollübelgelaunter Intendant; neben ihm, still und stumm, Elisabeth Plessen, seine treffliche Übersetzerin.

    Von Benjamin Henrichs

  • Länderspiegel
  • Ungeliebte Nachbarn

    Sie beten zuviel

    Die kleine, eineinhalbjährige Fatime kneift beim Blitzlicht des Photographen erschrocken die Augen zu. Mit Blitz verbindet sie Donner – den Krach von Bomben und Granaten.

  • Moin, moin, Brunhild, Ute, Gertrud, Elke, Antje, Sünje, Ingtraud, Barbara

    Schleswig-Holstein zwei Wochen vor der Kommunalwahl: Die Frauen kommen, die Bauern gehen

  • Krach in Salem

    Vor Sonnenuntergang?

    Salem, das Internat am Bodensee, hat in seiner 65jährigen Geschichte schon manche tiefe Krise durchlitten, die hart an die wirtschaftliche oder moralische Existenz der Schule rührte – und noch jede überlebt.

    Von Robert Leicht

  • Wasserkanone

    Mehr als eine Dusche

    Rund 100 Demonstranten hatten am 4. Oktober 1982 das Haupttor der Baustelle des Zwischenlagers für abgebrannte nukleare Brennelemente für ein paar Stunden blockiert.

  • Lebensart
  • Augenübungen

    Nicht nur die Brille sieht

    Für Aldous Huxley bestand kein Zweifel: „Mein Sehvermögen nahm ständig ab, und zwar ziemlich schnell. Ich fragte mich voller Sorge, was in aller Welt ich denn tun solle, falls mir das Lesen unmöglich würde; da hörte ich zufällig von einer Methode zur Schulung des Sehens und von einem Lehrer, der dem Vernehmen nach diese Methode mit ausgezeichnetem Erfolg anwendete, ‚Schulung‘ hörte sich ganz harmlos an, und da die Brille nicht mehr half, beschloß ich, dieses Abenteuer zu wagen.

  • Handeln, tauschen, spielen

    Fünf Schachteln „Kosmos“-Zigaretten liegen noch im Büffet, drei Flaschen Bier stehen hinter dem Vorhang der Holzkiste, ein bißchen Wein, die Wodkaflasche ist leer wie fast immer, und das Dutzend Flaschen mit dem Etikett „Sowjetskoje Schampanskoje“ gehört zur eisernen Ausstattung für Irinas Geburtstagsfeier im nächsten Monat.

    Von Joachim Holtz

  • Schlomo Lahat

    Mehr Leben am Sabbat

    Als Schlomo Lahat im Frühjahr 1973 für das Amt des Bürgermeisters von Tel Aviv kandidierte, ließ er sich von seinen Parteifreunden raten, was er tun sollte, um gewählt zu werden.

    Von Henryk M. Broder

  • Zeitlese

    Das Bonner Auswärtige Amt stellt sich in einer 75 Seiten starken Broschüre vor. Auf zwei Seiten wird der Terminkalender des Außenministers abgedruckt.

  • Bislang starben 197 Menschen hierzulande an Aids. Neue Schätzungen sprechen von 30 000 bis 100 000 Infizierten.

    „Ich denk’ einfach, ich schaff's“

    Andreas, der Name kommt vom griechischen „andreios“ und bedeutet nach einem alten Buch der Namen „mannhaft, tapfer“. Der 22jährige sagt: „Wenn ich nicht krank geworden wär’ und das jetzt nicht erleben würde, hätte in meinem Leben eine ganze Menge gefehlt.

  • Von Aristoteles bis Zufall

    Die Haupttriebfeder der Evolution ist die natürliche Auslese (Selektion) – das behaupten sowohl der klassische Darwinismus als auch die gegenwärtig herrschende Orthodoxie, der Neodarwinismus.

  • Leserbriefe
  • 20 Milliarden Dollar Auslandsschulden, verfallende Ölpreise, marode Städte, verarmtes Land im volkreichsten Staat Schwarzafrikas – Nach dem Ölrausch der Notstand: Löhne und Gehälter wurden gekürzt, die Gläubigernationen müssen warten

    Beispiel Nigeria

    Das Öl war Segen und Fluch zugleich für unser Land: Es hat uns faul gemacht, das Leben war leicht, das Geld lag auf der Straße, und das einzige Problem bestand darin, es auszugeben.

    Von Walter Michler

  • unzugeordnet
  • Arbeitskraft auf Halde

    Betriebe, öffentlicher Dienst und Alternativgewerbe: Jobs nur durch „Anpassungsopfer“

    Von Jutta Wilhelmi