VW/SeatAbenteuer

Alles ist klar – der spanische König Juan Carlos I. mußte Wolfsburg nicht von seinem Deutschland-Besuchsprogramm streichen. Am vergangenen Freitag segnete auch der Aufsichtsrat von Volkswagen die unterschriftsreifen Verträge ab, die Vorstandschef Carl H. Hahn aushandeln ließ: Der Wolfsburger Konzern übernimmt aus Staatsbesitz den spanischen Automobil-Hersteller Seat (ZEIT Nr. 3) und baut damit seine Spitzenstellung in Europa aus.

In Hahns Augen hat der Handel mehr Vorteile als Nachteile: VW gewinnt eine kostengünstige Produktionsbasis in Spanien und kann dank der 1200 Seat-Händler auf der Iberischen Halbinsel mit seiner gesamten Modellpalette wirksamer als bisher um Kunden werben. Er muß aber in die Modernisierung der teilweise veralteten Seat-Werke rund fünf Milliarden Mark stecken, um das Unternehmen aus den roten Zahlen zu retten.

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Vielleicht geht das gut – ein Argument für den Deal macht allerdings skeptisch: Hahn möchte Seat neben VW und Audi als dritte eigenständige Konzernmarke in Europa aufbauen. Seat aber hat kein gutes Image beim Käufer. Sollte Hahn Autos von VW-Qualität nicht lieber mit dem guten VW-Zeichen verkaufen anstatt mit Abschlag als Seat?

üth

 
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