Die Docks sind nicht mehr zu erkennen: Man hat sie saniert und – allzuoft – in eine Art Potemkinscher Dörfer für Touristen herausgeputzt. Dennoch ist aus dem St. Katharine’s Dock, nahe dem Tower, eine sehr gute Sache geworden: ein maritimes Freilichtmuseum. Die alten Gebäude stehen zum Teil noch so, wie sie um 1824 an der Stelle des mittelalterlichen St. Katharine’s Hospice errichtet worden sind, um die Güter des Empire aufzunehmen. The National Maritime Trust hat seine Sammlung von historischen Schiffen in dieser einzigartigen Docklandschaft ausgestellt. Da liegen sie vor Anker, die alte „Lydia Eva“, die „Nore“, ein sogenanntes Feuerschiff, die „Challenge“ und die großartige „Discovery“, schwimmendes Hauptquartier des berühmten Polarforschers Captain R. F. Scott. Mit der „Discovery“ segelte er 1900 in die Antarktis. 1904 kehrte er heim. Das Schiff war damals zwei Jahre im Packeis festgefroren gewesen, eine harte Zeit für die fünf Wissenschaftler und die 38 Mann Besatzung.

1910 reiste er erneut in die Antarktis und erreichte den Südpol am 18. Januar 1912, vier Wochen nach dem Norweger Roald Amundsen. Die „Discovery“ erlebte eine recht wechselhafte Geschichte, wurde zum Beispiel für zoologische Forschungen benutzt, aber auch als Frachter, als Aufklärungsschiff, als Marine-Rekrutier-Station, bis sie schließlich dem National Maritime Trust für das Freilichtmuseum übergeben wurde. Heute kann man die „Discovery“ ebenso wie die anderen Schiffe des Freilichtmuseums besichtigen. Eine wunderbar nach Teer riechende Einladung zum Träumen...

G.W.M.

National Maritime Trust, St. Katharine’s Dock. U-Station Tower Hill. Täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt 1,80 Pfund (ungefähr 6 Mark)