Nach einem Boom zu Jahresbeginn hat sich das Buchungsverhalten der deutschen Urlauber wieder aufs Normalmaß eingependelt. Dennoch, wer sich auf ein bestimmtes Angebot kapriziert hat, sollte bald ins Reisebüro gehen.

Nach einer Tourismus-Faustregel soll im Frühjahr der Sommer schon zu 70 Prozent verkauft sein. So ist’s auch in diesem Jahr: Die Großveranstalter haben brav dieses Soll erfüllt. Über 70 Prozent liegt der Buchungsstand bei der Touristik Union International (TUI), Deutschlands größtem Reiseveranstalter. Auch beim zweitgrößten, der NUR Touristic, sind mehr als die magischen 70 Prozent bereits erreicht. Um die 80 Prozent liegt die Marge beim dritten, ITS, zu dessen Kundenkreis allerdings viele Familien zählen, die traditionsgemäß früh buchen, weil sie auf die Hochsaisonzeiten angewiesen sind.

Prächtig liefen die Buchungen zu Jahresbeginn an. Im Januar und zum Teil auch noch im Februar wurden reichlich die Reisen für den Sommer geordert. Nach der Hoffnung, die Urlauber würden sich weiterhin früh und vermehrt um ihre Ferienbetten bemühen, kam im März und April die Flaute, die Buchungslage hat sich normalisiert.

Noch ist überall Platz in den Ferienhochburgen, noch gibt’s nirgends Engpässe. Schon jetzt aber beginnen sich die Favoriten der kommenden Reisesaison abzuzeichnen. Spanien ist natürlich vorn, allein deshalb, weil hier die meisten Urlaubsbetten stehen. Aber auch das Auslandsreiseziel Nr. eins ist unterschiedlich gefragt. Während Mallorca und die übrigen balearischen Inseln sehr gut gebucht sind, gibt es auf den Kanaren, die mehr und mehr auch im Sommer besucht werden, noch Platz, ebenso auf dem südlichen spanischen Festland.

Schnell buchen sollte, wer in die Türkei will. Hier könnte das Angebot knapp werden, das gilt auch für einige griechische Inseln. Genug Auswahl gibt es noch an der Schwarzmeerküste – in Rumänien und Bulgarien (letzteres Land läuft bei ITS allerdings sehr gut). Bei der NUR Touristic ist überdies auch in Jugoslawien noch einiges zu haben.

Ebenfalls gute Möglichkeiten bestehen bei den Großveranstaltern für Tunesien. Dabei könnte im Augenblick aber auch die Nähe zu Libyen eine Rolle spielen. Reagans Angriff allerdings scheint sonst bei den deutschen Urlaubern den Drang nach Ferien im Mittelmeerraum kaum gemindert zu haben. Lediglich beim Deutschen Reisebüro konnte man eine gewisse Zurückhaltung konstatieren. Bei der TUI gab es zahlreiche Anfragen, allerdings nur wenige Stornierungen und Umbuchungen. Auch bei der NUR Touristic und bei ITS spürte man kaum Auswirkungen. put