Der schwache Dollar hinterläßt bei den deutschen Aktien ebenso seine Spuren wie die Zinsunsicherheit in den USA. Dollar-Bonds haben sich trotz der Leitzinssenkung in den vergangenen Tagen wieder deutlich gefestigt. Verunsichert wird der deutsche Aktienmarkt aber auch durch Zeichen geringeren wirtschaftlichen Wachstums. Der rückläufige Pkw-Absatz wird geradezu als Alarmsignal empfunden. Und wenn dann die Streitigkeiten innerhalb der Regierungskoalition zunehmen, die nach Meinung vieler Börsianer die Wahlchancen der Regierungsparteien beeinträchtigen, darf sich niemand wundern, wenn mit der Anlage neuer Gelder in Aktien gezögert wird.

Es fällt auf, daß die Kreditinstitute mit Anlageempfehlungen zurückhaltender geworden sind. Das könnte sich auch auf die Kapitalerhöhung bei Hoechst auswirken, wo der Börsenkurs sich bis auf knapp dreißig Mark dem Ausgabepreis für die jungen Aktien genähert hat. In den Augen der Börsianer gilt er angesichts der veränderten Börsensituation als überzogen.

Noch nicht beeinträchtigt wurde die Zeichnungsfreudigkeit bei Börsenneulingen. Wer Feldmühle-Nobel-Aktien zugeteilt erhielt, konnte von Glück sagen, auch wenn sich deren Kurs „außerbörslich“ schon von vierhundert auf 340 Mark zurückgebildet hat. Da sie nur 285 Mark gekostet haben, bleibt immer noch etwas hängen. Für Massa-Aktien (Preis 225 Mark) war das Interesse schon weniger stürmisch. K. W.