„St. Elmo’s Fire“ von Joel Schumacher.

In einer größeren Stadt der USA versucht eine Clique junger Männer und Frauen zurechtzukommen mit dem Leben, mit all ihren Liebes- und Leidensgeschichten. Zwei, drei Jahre nach dem Collegeabschluß häufen sich die Enttäuschungen. Die großen Jugendträume sind zerplatzt, nun geht es darum, ernüchtert den Alltag zu bewältigen. Billie etwa, der Musiker, wechselt ständig die Jobs, er hat Frau und Kind am Hals. Einmal bemerkt er, resignierend: früher in der Schule, da sei alles so übersichtlich gewesen. Alec dagegen, der Meinungsmacher der Clique, am College früher Vorsitzender der Jungdemokraten, wechselt einfach zu den Republikanern über, als die ihm den besseren Job bieten. Auch die Frauen plagen sich herum, eine mit den Männern: „Man kann sie nicht lieben, und man kann sie nicht erschießen.“ Und eine andere, die sich als Frau der achtziger Jahre fühlt, cool und vogelfrei, hat am Ende alles verloren: den einträglichen Job und die schönen Möbel, all ihre Liebhaber und ihr Image.

„St. Elmo’s Fire“ zeigt die Abenteuer und die Schwierigkeit, erwachsen zu werden. Manchmal etwas versponnen, manchmal sogar lustig. Die Vorbilder sind deutlich erkennbar: George Lucas’ „American Graffiti“ und Lawrence Kasdans „Big Chili“. Die aber umgab – trotz ihr verspielten Atmosphäre – ein Hauch von Authentizität. Sie schauten mit Melancholie auf den Aufbruch der sechziger Jahre beziehungsweise auf die Ernüchterung der späten siebziger Jahre. Demgegenüber bietet „St. Elmo’s Fire“ eher kitschige Geschichten von den kleinen Siegen in der großen Niederlage. Die Stimmung des Films hat etwas von einem modisch gestylten Frank-Capra-Märchen. Man schaut schon zu, kaum gelangweilt; aber den Bildern glaubt man weder eine Geste noch einen Blick. Norbert Grob

„Maxie“ von Paul Aaron.

Wenn der Ehemann seine eigene Frau mit ihrem Ebenbild betrügt, können wir eigentlich nur die Zwillingsschwester dahinter vermuten. In Amerika freilich ist man weiter. Da haben außerirdische Wesen und spiritistische Ideen längst die Leinwand erobert. Nick, ein solider, strebsamer Bibliothekar, wird denn auch in der Gestalt seiner Frau von einem reinkarnierten Wesen heimgesucht. Maxie Malone ist die zur Erde Zurückgekehrte. Früh verunglückt, konnte sie ihre so verheißungsvoll begonnene Karriere als Showstar nicht fortsetzen. Das will sie, 60 Jahre nach ihrem Tod, nachholen. Ganz leicht hat es die von ihr besessene Jan, Nicks freundlich-brave Ehefrau, nicht gerade. Und auch die Schauspielerin Glenn Close scheint überfordert. Die quirlige, outrierte Maxie nimmt man ihr nicht recht ab. Mit Maxies Geist jedenfalls schockiert sie ihre Umgebung – ausgerechnet ein Bischof ist ihr Arbeitgeber – und verwirrt Nick mit sexuellen Attacken. „Ich will dir wegen dir nicht untreu werden“, kann der nur noch mit dem treuesten Lächeln stammeln. Paul Aaron hat sein spiritistisches Verwirrspiel mit leichter Hand inszeniert, ohne Scheu vor Sentimentalität, doch zuweilen mit allzu flachen, flapsigen Sprüchen. Ruth Gordon spielt – wie in „Rosemaries Baby“ – wieder eine Nachbarin. Sie glaubt an Geister, aber nicht an böse, und ist in ihrer letzten Rolle ein liebenswerter Paradiesvogel.

Anne Frederiksen

„So, wie es ist, oder Eurydike in den Avenuen“ von Eric Mitchell