Wesendorf, Krs. Gifhorn

In Wesendorf wird dieser Tage groß gefeiert. Fünfzig Jahre ist es her, daß ehedem die Deutsche Wehrmacht sich hier am Südrand der Lüneburger Heide im Landkreis Gifhorn niederließ, einen Fliegerhorst aufbaute und auf diese Weise kräftig mithalf, aus dem verschlafenen kleinen Bauernflecken eine richtige stattliche Gemeinde zu machen.

Rechtzeitig zu den Festlichkeiten wollten sich die Wesendorfer nun gerne auch ein eigenes Gemeindewappen geben; alle Parteien in der Ratsversammlung waren sich schnell einig, daß es dafür endlich an der Zeit sei.

Zahllose Entwürfe wurden in den vergangenen Monaten den Gemeindevertretern zur Begutachtung vorgelegt, und relativ zügig konnte man sich auch auf zwei Symbole verständigen, die das in vier Sektoren aufgeteilte Wappen schmücken sollten.

Im oberen Teil sollte der Birkhahn „als Charaktervogel für Heide und Moor“ die Beziehung zur niedersächsischen Heimat herstellen und gleichzeitig den Natur- und Artenschutzgedanken hochhalten. Übereinstimmung gab es auch bei den zwei stilisierten Eichenblättern mit Eicheln, die im linken und rechten Sektor des Wappens die beiden Ortsteile Wesendorf und Westerholz darstellen und zugleich „eine tiefverwurzelte Heimatverbundenheit“ symbolisieren sollten.

Doch dann war immer noch der untere Sektor des Wappens zu füllen, und darüber entstand alsbald ein heftiger Streit, der die Grundfeste der sonst so friedlichen 3000-Seelen-Gemeinde nachhaltig erschütterte.

Die örtliche CDU wollte nämlich besonders gerne – als „nette Geste“ – auch die Wehrmacht, pardon, die Bundeswehr gebührend berücksichtigt wissen, die bald nach dem Zweiten Weltkrieg hier zwei Panzergrenadierbataillone stationierte. Schließlich habe man doch vor allem dem Militär zu verdanken, daß die Gemeinde überhaupt erst eine solche wurde, meint Bürgermeister Martin Welling, „deshalb wollen wir davon etwas in unserem Wappen zeigen“. Was liegt da näher als gleich das Symbol der Bundeswehr, das „Tatzenkreuz“ mit in das Wappen aufzunehmen?