Triumph-Adler: Parallel-Konzept American Express: Besserer Bargeldservice Bayerische Sparkassen: Neuer Chef

Wie ein richtiger „VW-Soldat“ hat Wolfgang Nadebusch, seit eineinhalb Jahren Vorstandsvorsitzender der Volkswagen-Tochter TA Triumph-Adler in Nürnberg, den geplanten Verkauf von TA an den italienischen Konzern Olivetti schmackhaft gemacht: Nach der Devise „Getrennt marschieren, vereint schlagen“ sollen beide Unternehmen weiterhin mit ihren Marken am Markt operieren, mit eigenen Vertriebsorganisationen und Händlernetzen. Die Produktprogramme – Schreibmaschinen und Computer – will man dagegen aufeinander abstimmen und ergänzen. Ob solch ein Parallelkonzept für einen ausgesprochenen Profimarkt realistisch ist, muß sich zeigen. Während Nadebusch indirekt bestätigte, daß VW für den fünfprozentigen Anteil des Volkswagenwerks an Olivetti (mit Option auf später elf Prozent) an die sechshundert Millionen Mark zahlen werde, ließ er offen, was VW im Gegenzug für den 98,4prozentigen Anteil an TA bekommt. Die genannten 150 Millionen Mark seien „um einiges zu niedrig“. Allerdings muß man dabei berücksichtigen, daß TA noch einen Verlustvortrag von 285 Millionen Mark in der Bilanz ausweist, der sich noch um den Verlust des vergangenen Jahres (knapp einhundert Millionen Mark) erhöhen wird. Er wird „mitverkauft“. Die VW-Oberen werden es nicht so leicht haben zu begründen, warum sie nun neues Geld in die Branche stecken, in der sie bisher so erfolglos waren.

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Die Bayern können es nicht lassen. Trotz der enttäuschenden Erfahrungen, die sie mit gut dotierten Pfründen für verdiente, amtsmüde Politiker in der staatlich beeinflußten, öffentlich rechtlichen Kreditwirtschaft gemacht haben, steht nun ein neuer Fall an. Franz Neubauer, 55, erst seit zwei Jahren Arbeits- und Sozialminister in Franz Josef Strauß’ Kabinett, soll Anfang 1987 als Nachfolger von Bruno Merk, geschäftsführender Präsident des Bayerischen Sparkassen- und Giroverbandes, werden. Dabei hatte erst jüngst Merk, als die Mega-Petrol-Affäre um die Bayerische Landesbank Schlagzeilen machte, halblaut darüber meditiert, daß man „ja einen guten Gesundheitsminister nicht gleich zum Chefarzt in der Chirurgie machen müsse“. Dies wurde als Anspielung auf Landesbankpräsident Ludwig Huber empfunden, der früher Finanzminister war. Merk selbst wechselte 1977 vom Stuhl des Innenministers auf den Sparkassenjob. Doch obwohl er vor seiner Ministerzeit jahrelang als Landrat zugleich ehrenamtlicher Präsident des Bayerischen Giroverbandes und so den Sparkassen eng verbunden war, gab es damals darüber viel mehr Diskussionen als über die Landesbankkarriere Hubers. Nun wird ein leibhaftiger Sozialminister zwar nicht Bank-, aber immerhin Sparkassenboß.

American Express läßt sich den Kundenservice etwas kosten. Die im Kreditkarten- und Reisegeschäft weltweit führende Gesellschaft will in Europa und damit auch in der Bundesrepublik ein Netz von Ausgabeautomaten für Bargeld und Reiseschecks aufbauen – zumindest hier im Lande in Konkurrenz zu den Geldausgabeautomaten der Kreditinstitute. Ob American Express dabei auf ihre Kosten kommt, wird in Fachkreisen angesichts der hoher. Investitionssumme von über 100 000 Mark pro Automat . bezweifelt. Von dieser Absicht des American-Express-Chefs James D. Robinson dürften aber auch die Inhaber der deutschen Konkurrenzkarte profitieren. Die Gesellschaft für Zahlungssysteme (GZS), die von den deutschen Kreditinstituten getragen wird, will sich bemühen, ihre Eurocard – nicht zu verwechseln mit der Euroscheckkarte – mit einem entsprechenden Bargeldservice auszustatten – zusammen mit den deutschen Banken.

Die Beratungstätigkeit deutscher Firmen im Ausland hilft auch dem deutschen Export. Diese Auffassung vertritt Jens Schnieders vom Vorstand des Verbandes unabhängiger beratender Ingenieurfirmen (VUBI) im Jahresbericht der Organisation: Durch die Arbeit der Consultingfirmen, die ihren ausländischen Kunden überwiegend heimische Firmen als Geschäftspartner empfehlen, blieben zahlreiche deutsche Bauunternehmen, Anlagenbauer oder Lieferanten anderer Investitionsgüter im Auslandsgeschäft.