DIE ZEIT: Wie konnte es zu dieser Katastrophe in Tschernobyl kommen?

Klaus Traube: Kein Mensch scheint bisher wirklich zu wissen, wie sich der Unfall ereignete.

ZEIT: Wie kann er sich ereignet haben?

Traube: Die Amerikaner haben aufgrund von Satellitenphotos vermutet, daß eine große chemische Explosion der eigentliche Auslöser war. Wahrscheinlicher erscheint mir, daß es zunächst einen Stromausfall gab, dann die Notstromaggregate nicht angesprungen sind, so daß die Kühlmittelpumpen nicht gelaufen sind. In der Folge wäre dann auch das sogenannte Notkühlsystem nicht angesprungen.

ZEIT: Wenn eine radioaktive Wolke in große Höhe gelangt, dann muß doch eine Art Explosion oder ein Entweichen von Dampf unter großem Druck stattgefunden haben.

Traube: Das kommt sehr viel später. Begonnen hat der Störfall wahrscheinlich mit einem Kühlmittelverlust; die Kühlung des Reaktors fiel aus. Im Prinzip ist das auch in Harrisburg der Fall gewesen. Das leitet den auch als Super-GAU bezeichneten Störfall ein ...

ZEIT:...der wie abläuft?