Ich bin nichts Offizielles –,

ich bin ein kleines Helles

Gedichtfragment von Gottfried Bern, gefunden in Band II der neuen „Stuttgarter Ausgabe“ des Verlags Klett-Cotta, Seite 206.

Schmied nach München

Wieland Schmied, Poet, Schriftsteller und Ausstellungsmacher, den ZEIT-Lesern bekannt durch Aufsätze über Giorgio de Chirico, Alberto Savigno, René Magritte, Francis Bacon und anderes mehr, wird mit dem laufenden Sommersemester eine Professur für Kunstgeschichte an der Münchner Akademie der Bildenden Künste annehmen. Schmied, aus Frankfurt gebürtiger Österreicher, fügt mit der Entscheidung, das Berliner Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nach achtjähriger Direktorenschaft aufzugeben, seiner Biographie eines unkonventionellen Einzelgängers ein neues Kapitel hinzu.

Der frühe Lyriker und promovierte Jurist war von 1960 bis 1962 Lektor des Insel Verlags, von 1963 bis 1973 Direktor der Kestner-Gesellschaft in Hannover, wo er die zeitgenössische Kunst von de Chirico bis David Hockney und Asger Jörn bis Magritte in einem wahren Feuerwerk der Ausstellungen sichtbar machte. Die Liste seiner Publikationen, die vor allem dem Surrealismus und der Neuen Sachlichkeit gelten, ist ebenso umfassend wie die der großen Themenausstellungen, an denen er seit seinem Umzug nach Berlin beteiligt war. Allein im vergangenen Jahr war er ein Haupt-Täter der spektakulären Ausstellung „Deutsche Kunst im 20. Jahrhundert“ und publizierte außerdem ein Buch über Francis Bacon.

Wieland Schmied, der nebenbei auch noch die Salzburger Sommerakademie für Bildende Künste leitete, wird auch als Lehrstuhlinhaber sich und die Umwelt im Atem halten. Das, aber auch nur das, hat er mit seinem Freund Thomas Bernhard gemeinsam.