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Ausgabe 46/1986

Artikelübersicht
Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.
- Politik
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Worte der Woche
„Das Interview ist eine nicht korrekte Wiedergabe eines Gesprächs, das ich mit Newsweek geführt habe. Dabei ist der falsche Eindruck entstanden, ich hätte die Person von Generalsekretär Gorbatschow mit der Goebbels’ verglichen.
Von Newsweek-Auüenid%
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Das Bild ist verschwommen
Gerhard Boeden, Vizepräsident des Bundeskriminalamtes, räumt Schwierigkeiten ein
Von Carl-Christian Kaiser
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Ben Witter
Angetippt
Rosenberger fragt sich immer wieder nach dem Unterschied zwischen Emigranten und Asylanten. In New York, wo er Ende 1937 zusammen mit seinem Onkel von der Einwanderungsbehörde abgefertigt wurde, gab es Emigranten, die entweder nachweisen konnten, daß sie sich einen Namen gemacht hatten oder in ihrem Fach etwas galten.
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Hans Maiers Rücktritt
Bitteres Ende
Vor sechs Jahren erschien in der Süddeutschen Zeitung einer der großen Essays aus seiner Feder: Hans Maier über Thomas Morus, den Kanzler Heinrichs VIII.
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Leisten die Historiker „apologetischen Tendenzen“ in der Vergangenheitsbetrachtung Vorschub? Mit seinem Vorwurf löste Jürgen Habermas eine heftige Kontroverse aus. Zum Abschluß der ZETT-Diskussion kommt er noch einmal zu Wort.
Vom öffentlichen Gebrauch der Historie
Wer Ernst Noltes besonnenen Beitrag in der letzten Nummer der ZEIT gelesen und die emotionale Diskussion in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nicht verfolgt hat, muß den Eindruck gewinnen, daß hier um historische Details gestritten wird.
Von Jürgen Habermas
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Zeitspiegel
Ein Berufsstand fühlt sich diffamiert. Hugo Jung, Präsident der „Deutschen Public Relations-Gesellschaft“ (DPRG) übermittelte Helmut Kohl in einem Brief seine „tiefe Betroffenheit“ darüber, daß der Kanzler in seinem bekannten Newsweek-Interview die PR-Fachleute mit Gorbatschow und Goebbels in einem Atemzug nannte.
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Syrischer Staatsterrorismus
Die Sphinx mit dem Januskopf
Der Verfassungsschutz der Bundesrepublik kennt den syrischen Präsidenten Hafis el-Assad schon seit langem als Staatsterroristen.
Von Dietrich Strothmann
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Französische Nahostpolitik
Beim Terror hört die Solidarität auf
Großbritannien brach am 24. Oktober die diplomatischen Beziehungen zu Syrien ab. Vier Tage später veröffentlichte die saudiarabische Wochenzeitung Al Majalla ein Interview mit dem französischen Innenminister Charles Pasqua: „Die syrische Führungsspitze ist Frankreich gegenüber sehr guten Willens.
Von Roger de Weck
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Waldheims Geschichten
Zum Präsidenten der Republik Österreich, Kurt Waldheim, fällt einem nichts Gutes mehr ein – nach allem, was vor und während seines Wahlkampfes über seine Vergangenheit während des Dritten Reiches Stück für Stück ans Licht gekommen ist.
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Leben im Getto
Armut in Amerika: Gleichsam als Außenseiter sitze ich in einer Kommission für „Sozialpolitik und die amerikanische Zukunft“.
Von Ralf Dahrendorf
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Ost-West-Verhältnis nach Reykjavik
Der Friede braucht Geduld
In Wien stehen die Außenminister vor den alten Hürden: Abrüstung und Menschenrechte
Von Christoph Bertram
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Das vierte Fernseh-Urteil
Marken für das Minimum
Anläßlich einer Normenkontrollklage gegen das niedersächsische Mediengesetz haben die Karlsruher Verfassungsrichter eine Rundfunkordnung entwickelt, die dem allgemeinen Chaos in diesem Bereich ein Ende setzen soll.
- Wirtschaft
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Mehr Macht für die ECU
Die Staaten der Europäischen Gemeinschaft müssen auf Souveränitäten verzichten
Von Peter Mitzscherling
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Großbritannien
Abschied von einer Theorie
Das „monetaristische Experiment“ in Großbritannien, das auch im Ausland erst mit Interesse und dann mit Anteilnahme verfolgt wurde, endet nicht mit einem großen Knall.
Von Wilfried Kratz
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Auf dem Weg ins Abseits
Die Bundesregierung wertet das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Japan zur Stabilisierung des Wechselkurses von Dollar und Yen als einen positiven Beitrag zur Verbesserung der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
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Heinz Michaels
Die Träume sind ausgeträumt
Es ist an der Zeit, die Grabrede auf die gewerkschaftliche Gemeinwirtschaft zu halten. Zwar wird es die Beteiligungsgesellschaft für Gemeinwirtschaft (BGAG) noch weiter geben, die Dachgesellschaft, unter der die gewerkschaftseigenen Unternehmen zusammengefaßt sind, doch mit dem Verkauf der Mehrheit an der Bank für Gemeinwirtschaft ist das Herz dieser Unternehmensgruppe herausoperiert.
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Bonner Kulisse
Im Jahr vor Tschernobyl wäre noch undenkbar gewesen, daß sich Forschungsminister Heinz Riesenhuber als Markteinführungshelfer betätigt.
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Opec
Schock für den Ölscheich
Öl soll wieder teurer werden. Kaum haben sich Unternehmen, Autofahrer und Heizölkäufer daran gewöhnt, ihre Tanks so billig füllen zu können wie seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr, da sollen sie schon wieder tiefer in die Tasche greifen.
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MARKT-REPORT
Profis machen die Tendenz
In den Börsensälen ist die Stimmung besser, als es allgemeinhin den Anschein hat. Enttäuscht sind allenfalls jene, die sich in den mehr als vier Hausse-Jahren an stürmische Kurssprünge gewöhnt haben, auf die sie jetzt vergeblich warten müssen.
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Beschäftigung
Japan ohne Jobs
In der krisengeschüttelten Industrie läßt sich Massenarbeitslosigkeit nicht länger verbergen
Von Helmut Becker
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Lebenslanges Lernen
Voss: Sorgen macht dem Wirtschaftsrat wie auch anderen Verbänden der Wirtschaft der steigende Bedarf an Fachkräften, der schon zur Zeit nicht ausreichend aufgefüllt werden kann.
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Berühmte Pleiten
Die Schulden von Versailles
Ludwig XIV. schröpfte Frankreich, bis es ausgeblutet war. Seine ständigen Kriege, sein kolossaler Palast in Versailles mit seinen nie endenden Festen, die enormen Dotationen, mit denen er seine Favoriten, seine Mätressen und die königlichen Bastarde bedachte – dies und tausend andere Extravaganzen verschlangen den Wohlstand seines Reichs.
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MANAGER UND MÄRKTE
Ob Hans Albers Fisch mag, ist leider nicht bekannt. Seit vergangenem Montag jedenfalls können dem Präsidenten des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) Barsch und Forelle, Karpfen und Waller kaum mehr schmecken.
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Arbeitsmarkt
Bildung statt Freizeit
Ein Manager plädiert für die Kombination von Arbeitszeitverkürzung und betrieblicher Weiterbildung
Von Andreas Schleef
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Entwicklungshilfe
Nur eine Floskel
Vor wenigen Tagen erschien in einer großen Zeitschrift eine Karikatur, die den Bundeskanzler mit seinen engsten Mitarbeitern zeigt.
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ZEITRAFFER
Die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik ist im Oktober leicht zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich um 19 830 auf 2 026 290.
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AKTIENSELLER
In der Liste der ersten Zehn sind diesmal zwei Unternehmen aufgetaucht, die Neulinge in diesem Kreis sind: Nixdorf und Allianz-Holding.
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Krach um die Sonntagsruhe
Kaum haben sie der neugebauten, hell im Scheinwerferlicht liegenden Fabrikhalle den Rücken gekehrt und am Werkstor davor das große Schild „Ab hier Rauchen strengstens verboten“ passiert, da lassen sie die Feuerzeuge schnappen.
Von Wolfgang Gehrmann
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Konzerne im Kaufrausch
Die Gesundheitsdiskussion zeigt Wirkung: Die Tabakmultis expandieren stärker in andere Branchen
Von Gunhild Freese
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Ein Käufer mit Kapital
In den nächsten fünf bis zehn Jahren werde sich keine deutsche Versicherung in größerem Umfang bei einer deutschen Bank einkaufen, prophezeite der Kölner Versicherungswissenschaftler Dieter Farny im Mai dieses Jahres, das seien realitätsferne Spekulationen.
Von Bernhard Blohm
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Brasilien
Die Preise noch fest im Griff
Brasiliens Verbraucher sind in einem wahren Kaufrausch. Sie glauben, daß sie nie wieder so billig einkaufen können wie im Augenblick, und deshalb plündern sie sogar ihre Sparkonten.
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BANK UND BÖRSE
Am Gewinn scheiden sich die Geister
Große Unterschiede bei den Ertragserwartungen der Aktiengesellschaften für 1987
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Hochschulen
Wenig Geld – große Ziele
Die älteste Universität der Bundesrepublik hat gerade sechshundert Jahre hinter sich. Die jüngste deutsche Universität, gut neunhundert Kilometer weiter nördlich, hat das erste Studienjahr noch vor sich.
Von Dorothea Hilgenberg
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Den Erpressern aus dem Weg gegangen
Harry Maier zählte zu den führenden Wirtschaftswissenschaftlern der DDR. Fast drei Jahrzehnte wissenschaftlicher Arbeit in der DDR sowie im kapitalistischen und im sozialistischen Ausland verschafften ihm gründliche Kenntnisse der jeweiligen Wirtschaftssysteme, ihrer Stärken und Schwächen.
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Telephon
Ein Spielzeug wird zum Risiko
Es fing alles harmlos und heiter, wenn auch nicht ganz ohne Dramatik an. „Das Pferd frißt keinen Gurkensalat“, das waren die ersten Worte, die vor 125 Jahren zwischen zwei technischen Geräten übertragen wurden.
Von Gunhild Lütge
- Wissen
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Ende einer Ära?
Amerikas Wähler haben die Bremse gezogen. Die konservative Revolution Ronald Reagans hat ihre Zugkraft verloren. Die republikanische Wende, Sie der Präsident weit über seine Amtszeit hinaus sicherstellen wollte, läßt sich im Lande des stetigen Wandels eben nicht verewigen.
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Theologie/Physik
Liebloser Gott
Was können wir aus einem Studium der Schöpfung über Gott erfahren? Der Biologe J. B. S. Haldane hat diese Frage einmal sehr direkt beantwortet: „Er muß eine große Vorliebe für Käfer haben!“ Schließlich stellen die Käfer rund ein Drittel aller bekannten Lebewesen.
Von David Jones
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Rückfall in die Dampfplauderei
Sehr spät, zu spät hat Helmut Kohl begriffen, was er mit seinem Newsweek- Interview angerichtet hat. Jetzt distanziert er sich „mit Entschiedenheit“ davon – wovon auch immer: von dem, was er gesagt hat oder von dem Eindruck, den das Gesagte hervorrief.
Von Rolf Zundel
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Zitterpartei in der Zwickmühle
Vor den Wahlen in Hamburg und im Bund: Die Liberalen zwischen Profilneurose und Profilphobie
Von Robert Leicht
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Alle sind gleich und jeder ist anders
Wer sind wir?
Natürlich sind alle Menschen grundverschieden. Aber wenn wir zwei beliebige Menschen miteinander vergleichen, wenn wir einen Amazonas-Indianer neben einen Nobelpreisträger für Physik stellen, wird sich am Ende zeigen, daß sie weitaus mehr gemein haben, als wir ursprünglich vermutet hätten – die Folge einer gemeinsamen Evolutionsgeschichte der Menschheit.
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Leib-Seele-Problem
Reykjavik der Wissenschaft
Ein Reykjavik der Wissenschaften könnte man es nennen, was sich Mitte Oktober in herbstgoldenen Schloßpark in Müncher-Nymphenburg ereignete.
Von Annelies Furtmayr-Schuh
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Das weiße Fieber
Miami ist eine jener Städte, die ihren ganz eigenen unverwechselbaren Duft besitzen. Am intensivsten ist dieser Duft in den Stunden vor Tagesanbruch. Salz liegt natürlich in der Luft und erinnert an das Meer im Süden der Stadt.
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Albert Einstein
Schwere Kost für Kenner
Von Biographien hat Albert Einstein nicht gerade viel gehalten. „Ich muß bekennen, daß Biographien mich selten angezogen oder gefesselt haben“, erklärte er im Vorwort zu einem von dem befreundeten Physiker Philipp Frank verfaßten und 1949 veröffentlichten Buch über – Albert Einstein.
Von Albrecht Fölsing
- Reisen
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Singapur
Metropole mit Oase
Der primäre Regenwald der malaiischen Halbinsel gilt als der älteste Dschungel unseres Planeten. Er bestand schon, als die Eiszeit das Gesicht des nördlichen Erdteils verwandelte.
Von Gabrielle Wittkop-Menardeau
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Kolumbien
Mutation am Pazifik
Was Epidendrum nocturnum mit Kaiser Franz I. von Österreich zu tun hat und mit einem kleinen Inselparadies im Pazifik? Die Zusammenhänge sind leicht erklärt: Epidendrum nocturnum ist der lateinische Gattungsname einer von Nicolas José Jacquin 1756 entdeckten Orchideenart.
Von Michael M. Moser
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Italien für Feinschmecker
Trüffelfieber in Piemont
Eine Delikatesse und ihr Geheimnis. Die Männer, die sich auf die Suche nach dem raren Gewächs begeben, fürchten nichts so sehr wie die Gesellschaft anderer.
Von Dorothea Hilgenberg
- DIE ZEIT
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Perkussions-Jazz
Beschwörungstänze und Klanggesänge
Für den Trompeter Jon Hassell gehört die Musik, die er unter dem Titel „Power Spot“ macht, einer Richtung mit Namen „Vierte Welt“ an.
Von Manfred Sack
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BONNER BÜHNE
Die Ausreden machen alles schlimmer
Drunter und drüber geht es mal wieder in Bonn. Am Ende wird man nicht wissen, was schlimmer war: Helmut Kohls Vergleich zwischen Gorbatschow und Goebbels in dem Newsweek-Interview oder die Art und Weise, wie der Kanzler und sein Team im kritischen Moment alles verschlimmbesserten.
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Unterwegs in eine böse Zukunft
Günter Gaus gegen die „Subjektivität der Mehrheit“, die als die „herrschende Objektivität“ auftritt
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Iran: Machtkampf der Mullahs
Wieder einmal verschlang die schiitische Revolution einige ihrer prominenten Kinder. Zwei Parlamentsabgeordnete wurden unter nebulösen Vorwürfen verhaftet – dergleichen war in den ersten Jahren der islamischen Republik häufig vorgekommen, im innenpolitisch beruhigten Iran des achten Jahres nach der Revolution von 1979 aber eine Sensation.
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Vorläufer eines Nichts
Daß ich Hitlers Sturz habe erleben dürfen, erscheint mir wie ein Wunder, wie eine unverhoffte Gnade“, schrieb Hermann Broch im August 1945 aus der amerikanischen Emigration an seinen Schweizer Freund Carl Seelig.
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Konflikt um die Falkland-Inseln
Angelhaken im Atlantik
Argentinien wehrt sich gegen Englands umstrittene Festlegung von Fischereizonen
Von Horst Bieber
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Farbwerke Friedrich Schiller AG
Es wird viel geweint in diesem Film. Sie ist ja auch zum Weinen, diese herzzerreißende Drei-Generationen-Saga der (fiktiven) großbürgerlichen Familien Deutz und Bernheim: ein Abbild unser aller Geschichte in diesem Jahrhundert, vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik, gesehen aus der Perspektive der Vorstandsetagen und Herrensitze, also von dort, wo sich Kapital und Macht, Geschäft und Politik verflechten, demonstriert am Beispiel eines weltberühmten Chemie-Mültis, der IG Farben.
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Süchtig nach Schönheit
Csárdás-Schmalz, Zigeunerfidel-Wehmut, zuckrige Operetten-Seligkeit – nein, dies Gebräu hat nichts mit dem Fluidum Budapests, geschweige mit Ungarn gemein.
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Basel: Umweltpolitische Lektion
Entzündet hatten sich rund 800 Tonnen Agrochemikalien auf dem Gelände der Baseler Firma Sandoz, vor allem Phosphorsäureester.
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Der Sinn des Lebens: das Leben
Helga Königsdorf wurde 1938 in Gera geboren und ist in Ost-Berlin als Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Mathematik tätig.
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Idol der Deutschen
Der Baum: jung und alt, krank und fröhlich – zehn Bücher über ein wunderbares Phänomen
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Ludwig van Beethoven: „Missa solemnis“
Daß er im tiefsten Kirchenmusiker sei, hatte Herbert von Karajan den Papst im Anschluß an seine mit Mozarts „Krönungsmesse“ vollzogene Weihe im Petersdom wissen lassen.
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Zuviel für ein Leben
Am Morgen des 30. Mai 1951 wurde Hermann Broch in seiner Wohnung in New Haven, Connecticut, vom Milchmann tot aufgefunden, sein Herz hatte ausgesetzt.
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Rundfunk
Das Radio verstummt
Die erste Radiosendung in Deutschland, am 29. 10. 1923, bestand aus Musik und Werbung. Auf das „Gesangsolo mit Klavierbegleitung ,Über Nacht‘, vorgetragen von Herrn Kammersänger Alfred Wilde“ folgte die Durchsage: „Zur Begleitung wurde ein Steinway-Flügel benutzt.
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Der ewige Augenblick
Das peinlich genaue Beschreiben stellt ein Hauptmittel, nicht den Hauptzweck von Claude Simons Erzählen dar.................
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Sorry, keine Möge
Alles Lüge. Gabriele d’Annunzio lebt! Die alten Übersetzungen – kannste vergessen: „Das Lied der letzten Rosen, die um die gewundenen Arme der Kandelaber dahinwelkten.
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Debakel im Dschungel
Mit einem surrenden Geräusch schloß sich die Heckklappe des amerikanischen Herkules-Transportflugzeugs. Im Innern der Maschine gurteten sich 56 Soldaten in den Sitzen fest und koppelten ihre M-16-Gewehre an die Haltevorrichtung.
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Günther Anders, Philosoph der Liebe
Ein großer Tagebuchschreiber wartet mit einer Überraschung auf: den Notizen „Lieben gestern“
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Politischer Riese – wirtschaftlicher Zwerg
Nur wenn es ihm gelingt, die sowjetische Gesellschaft zu verändern, hat der neue Wirtschaftskurs des Parteichefs eine Chance
Von Harry Maier
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Kunst, wie ist sie?
Wir sind zehn Jahre älter geworden“, sagte Manfred Schneckenburger heiter melancholisch zu Beginn der ersten Pressekonferenz, in der über die documenta 8 informiert werden sollte, und viele der Anwesenden nickten, leider.
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Käsen, bis das Alpschwein rülpst
Fast unriechbar, verborgen hinter schweren, bodenlangen Vorhängen lag auf einem Fenstersims des Hotels Reichshof in Hamburg ein Laib Bündner Bergkäse und fühlte sich gar nicht wohl in seiner Rinde.
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Der Charme des müden Kompromisses
Budapest dreißig Jahre danach: Glitzernde Kreativität auf einzigartige Weise mit grauem Konformismus verbunden
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Trompeter-Jazz
„Ihr braucht Freude! Trauer! Gefühl!“
Musik von Wynton Marsalis, Miles Davis, Lester Bowie und ein Märchen von Stefan F. Winter
Von Tom R. Schulz
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Fürchte dich nicht
Geboren wurde sie auf Schloß Militsch. Der Vater, Graf Maltzan, Freier Standesherr auf Militsch, Herr auf Mislawitz und Klein-Pinkotschine, stirbt 1921.
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Machtkampf in Manila
„Ich würde mich feuern“
In Manila bringen die Widersacher im Streit um den Regierungskurs ihre Bataillone in Stellung. Präsidentin Corazon Aquino und ihr aufmüpfiger Verteidigungsminister Juan Ponce Enrile sammeln ihre Truppen.
Von Matthias Naß
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Die Schöne mit dem schlechten Ruf
Der Bürgerstolz der Hamburger wird seit einiger Zeit auf harte Proben gestellt. Verwundert reiben sich die lokalpatriotischen Hanseaten die Augen.
- Gesellschaft
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Wortgewalt in Hindelang
In Hindelang gibt es jede Menge Berg- und Wanderführer. Tennistrainer und Lehrer für Eisstockschießen halten die sportlichen Gäste auf Trab, die kreativen können unter der Obhut einer Dame in Hobbykursen werken.
Von Isolde von Mersi
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Ausstellung in Berlin/DDR: „Positionen – Malerei aus der Bundesrepublik Deutschland“
Bilder mit und ohne Sinn
Ein kühl sonniger Sonntagvormittag in Ost-Berlin. Japaner photographieren sich gegenseitig vor dem Plakat des Alten Museums: „Positionen – Malerei aus der Bundesrepublik Deutschland“.
Von Marlies Menge
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Portugal: Devisen nicht um jeden Preis
Im Jahr 1985 kamen fast zehn „Millionen ausländische Touristen nach Portugal, an der Spitze Engländer, gefolgt von Italienern und Deutschen, die Portugal nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter besuchen – bei milden Durchschnittstemperaturen zwischen zehn und zwölf Grad.
Von Volker Mauersberger
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Ein Haus für das gelehrte Gespräch
Die Zweckbestimmung, die Definition, die Raison d’être des Wissenschaftskollegs bedarf keiner weiteren Erörterung, sie ist festgelegt durch die Satzung und unsere bisherige Geschichte und meint Förderung der Forschung durch Förderung von Forschern.
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Fernseh-Kritik
Schiefe Tragödien
Fans von Uwe Frießner haben es nicht leicht. Schon wegen der langen Wartezeiten: Fünf Jahre vergingen, bis er nach seinem ersten Film „Das Ende des Regenbogens“ seinen zweiten drehen konnte.
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Aktiv geprägte Evolution
Vor dreihundert Jahren erklärte Isaac Newton, die Arbeit der Wissenschaftler führe vom Speziellen zum Allgemeinen; sie beobachteten erst die Phänomene um später allgemeine Schlüsse daraus zu ziehen.
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Asien macht Appetit (II): Die rechte Hand greift zu
Wenn auch durch lange holländische Kolonialzeit Gabel und Löffel in Indonesien allgemein verbreitete Eßwerkzeuge geworden sind, so hat man auf dem Lande doch noch weitgehend die Gewohnheit, mit der Hand von Tellern oder Bananenblättern zu essen.
Von Holger Hofmann
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Theater in Bochum: Frank-Patrick Steckel beginnt mit Hebbels „Nibelungen“
Als würd’s auf einmal Winter
Bochum, 1. November. Regen fällt aus dem grauen Himmel über der grauen Stadt. Richard Serras Plastik am Hauptbahnhof ist nun endgültig verrostet und verrottet, nach zahllosen Farbbeutelwürfen über und über bekleckert.
Von Aufrahme: Klaus Lefebvre
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Koks und Kohlen
Erst nachts zeigt die Stadt ihr wahres Gesicht. Dunkle Geschäfte in trüben Spelunken, blitzende Sportwagen im grellen Neonlicht, Spielhöllen und leichte Mädchen, Kokain und Champagner in tosenden Discopalästen.
- Kinder- und Jugendbücher
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Ein Lexikon zur Umwelt
Grün von A bis Z
Ich muß nicht alles wissen, aber ich muß wissen, wo ich es nachschlagen kann. Ein Grundsatz, der dazu geführt hat, daß sich in unseren Bücherregalen Lexikon an Lexikon reiht.
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Nach einer Legende aus Idaho
Mister Steinadler
Texte auf Herz und Nieren prüfen, Originelles erkennen, Informatives für den Leser aufstöbern, Wertloses entlarven (aber elegant), Herausragendes maßvoll mit Lob bedenken: so soll er prüfen – der Rezensent.
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Eine Literatur-Kassette für junge Leser bei dtv junior
Kleine Bücher – große Autoren
Phantasie sei die Assoziation aller ursprünglich nicht miteinander verbundenen Erlebnisse, sagt Horst Janssen in einem seiner Traktate über das Zeichnen.
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Charly Tasso Koffer krabbelt aus Waechters Wundertüte
Wie gut oder schlecht ein Kinderbuch ist, erweist sich am genauesten, wenn man es nach zehn Jahren erneut in die Hände kriegt.
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Das Leben des Franz von Assisi
Bruder der Nachtigallen
Das Leben des Franziskus von Assisi muß hier nicht noch einmal erzählt werden. Wenn einer der großen alten Männer des US-Jugendromans, Scott O’Dell, als Dreiundachtzigjähriger ein Buch über den Sohn des Pietro Bernardone veröffentlicht, so geschieht das gewiß nicht in der Absicht, Unbekanntes zu berichten oder eine neue Deutung der Persönlichkeit und der Botschaft des Heiligen zu liefern.
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LUCHS 2
Wie viele mögliche Wirklichkeiten stehen einer Realität gegenüber? Solche, wie beschworen vom Altmeister des circensischen Theaters Jerôme Savary („Les derniers jours de solitude de Robinson Crusoe“).
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Ein Bilderbuch macht mobil gegen Kanonen
Wer will schon in den Krieg, vallera?
Was brauchen die Soldaten, wenn sie ins Feld marschiern, vallera? Es braucht unterm Helm einen Kopf der Soldat, damit er was auf seiner Uniform hat, wenn H-Bomben detoniern, vallera, dann kann ihm nichts passiern.
- Kultur
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Alle reden von ihr – doch wer hat sie gesehen?
Vom Gespenst der Wende
Seitdem sich Ende November 1974 in der Bayerischen Akademie der schönen Künste eine Reihe deutscher Professoren zur abermaligen Prüfung der geistigen Situation der Republik trafen, kommt das Thema nicht mehr zur Ruhe.
Von Kurt Lenk
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Kraftprobe für einen Unpolitischen
Die Möglichkeit, sich unpolitisch zu verhalten, galt vor 1933 als selbstverständlich. Seit der Erfahrung totalitärer Herrschaft ist es dagegen gerade umgekehrt selbstverständlich, sie zu leugnen.
Von Carl Dahlhaus
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Satzreiche Leerstelle
Eines der Vorworte stellt zwei Hauptmotive in Aussicht. Der eine erzählerische Vorsatz: Der Autor will, in Herausgeber-Rolle, einen Mann „W.
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Diese französischen Denker!
Die Themen, Thesen, Kämpfe, Moden der französischen Intellektuellen zwischen Philosophie, Literatur und Ideologie seit 1945 sind es, die Jörg Altwegg darstellt, der in seinen Berichten diese „Szene“ seit langem deutschen Lesern nahebringt.
Von Francois Bondv
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Kuba: Sozialismus und Christentum
Frei Betto in Gesprächen mit Fidel Castro über die Kirche als Schwester der Revolution
Von Dorothee Solle
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Hoch- und Tiefbau
Der Roman beginnt kurz und wuchtig: „Der Beton dampfte.“ Er ist vom ersten Satz an ein Thriller – und die Spannung hält vor bis zur letzten Seite.
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Die Wahrheit ist, daß ich gar nichts voraussah...
Golo Manns Erinnerungen an seine Jugend in Deutschland bis 1933: Kaiserreich, Weimar, Hitler
Von Gerhard Prause
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Kunstkalender
Berlin bleibt der Prüf- und Stolperstein der deutsch-deutschen Kulturpolitik. Kaum ist das Kulturabkommen, das wegen Berlin so lange unterschriftsreif auf Eis gelegen hatte, unterzeichnet, wirft die doppelte 750-Jahr-Feier der Stadt im kommenden Jahr ihren lähmenden Schatten voraus.
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Neues aus Waldböhla
Egmont muß!
Der Fagottist von Waldböhla kommt ins Rentenalter und wird, da Mangel an Fagottisten herrscht, gebeten, weiterzumachen. Er sagt auf merkwürdig unsichere Art zu und kehrt von seiner ersten Rentnerreise in den Westen nicht zurück.
Von Martin Ahrends
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Den Roman leben, das Leben schreiben
Wenn die Abendvorstellung im Pariser Théâtre „Sarah-Bernardt“ beginnt, ahnt wohl niemand, daß – an einem eiskalten Januarmorgen des Jahres 1855 – just an der Stelle, wo sich heute der Souffleurkasten befindet, die gefrorene Leiche eines Dichters baumelte: Aufgeknüpft am Fenstergitter einer Erdgeschoßwohnung, Impasse de la Vieille Lanterne, Ecke Rue de la Tuerie, wurde Gérard de Nerval entdeckt.
Von Egbert Baque
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Stadthaus Mannheim: Niederlage für eine barocke Fälschung
Davongekommen
Noch einmal Glück gehabt – auch wenn die zeitgenössische Architektur nicht strahlend gesiegt, sondern nur nicht verloren hat.
Von Manfred Sack
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Kreuz und quer durch Deutschlands Mitte
Regionalgeschichte und Heimatdiskussion deuten darauf hin, daß auch in der Bundesrepublik die Diskussion um die regionale Identität und Kultur der Bürger begonnen hat.
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Hören, sagt der Stotterer
Es gibt, gerade im Erzählen, eine Ökonomie der Mittel, die mehr ist als ein bestimmender Kunstgriff, dem es um Wirkungen geht, ausschließlich um Wirkungen.
Von Otto A. Böhmer
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spirit, bump und sehr viel tun
Die Stimme des Herrn
Die Chorsängerin ganz links kämpft mit den Tränen. Sie hat kein Taschentuch, um sich die Augen zu trocknen. Und wenn ihr jemand eines gäbe, würde sie es kaum benutzen.
Von Tom R. Schulz
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Verdorrter Planet
Im Jahre 1946 veröffentlichte Friederike Mayröcker in der Zeitschrift Plan ihr erstes Gedicht. Inzwischen sind vierzig Jahre vergangen.
Von Ria Endres
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Zwielichtige Geschäfte mit Waffen
Anfang Juni 1986 werden auf dem dänischen Frachter „Pia Vesta“ in dem panamaischen Hafen Balboa vom Zoll 1500 nicht deklarierte sowjetische Sturmgewehre und 1440 sowjetische Panzerfäuste entdeckt, die angeblich aus Rostock kommen und für die peruanische Guerilla-Organisation „Leuchtender Pfad“ bestimmt sind.
Von Peter Grubbe
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Was aber bleibet, sind die Splitter
Nachnotizen? Zwischen 1934 und 1936 verfaßte Ludwig Hohl seine erst viel später – 1944 und 1954 – publizierten „Notizen“. Von 1937 bis 1951 hat er an seinem „zweiten Hauptwerk“ gearbeitet, den „Nachnotizen“, mit deren endgültiger Ausformulierung und redaktioderen endgültiger er zeit seines Lebens befaßt geblieben ist.
Von Felix Philipp Ineold
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Fürs Feuer gedacht
Den Klagenden schlägt keine Stunde mehr. Ihre Sprache, scheint es, ist ausgestorben; ihre großen, schweren Wörter, Wörter wie Liebe, Elena, Tod, Rettung, Glanz, Gestirn, in denen sich alles sammelt, was wir nicht als täglichen Wortbrei kauen, sind aus der Sprache verschwunden wie die Adler aus der Landschaft, vielleicht, weil sie wie diese Raum brauchen, Sprachräume für Unbehaustes und wildes Denken, weil sie nicht anspruchslos sind wie der vermeldete und versachlichte Kleinkram, das Mediale, das sich duckt und weiterspricht.
Von Andreas Kilb
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Liebesaffäre mit tödlichem Ausgang
Ich habe seit meiner Kindheit beständig in Eurer Majestät Staaten gelebt, und wünsche, mich auf immer in denselben niederlassen zu können.
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Adler und Kranich, von Falken gejagt
Als Stupor mundi et immutator mirabilis – als das Staunen der Welt und ihren wunderbaren, Wandler – bewunderten ihn die Zeitgenossen, fürchteten im „Chint von Pülle“, dem Kind aus Apulien, das sich als Siebzehnjähriger im abenteuerlichen Handstreich den Kaiserthron geholt hatte, jedoch auch den „heraufziehenden Antichristen“.
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Deutscher Literaturherbst in Spanien
Austausch im Bummelzug
Das ist das drittemal, daß ich einer Einladung von euch Deutschen in einer Woche folge. Da siehst du, wie sehr wir euch mögen.
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Wut zur Freiheit
Es ist ihm lästig, daß man ihn auf seine Vergangenheit anspricht: „Für mich ist das abgearbeitet, es ist einfach Schluß mit dem Thema.
Von Frank Busch
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Croesus hat noch eine Aufgabe
Er war der erste Vollender eines frühen Monetarismus und zugleich ein nicht gerade selbstloser Anwender seines neuen Systems: Er prägte als erster in Europa Gold- und Silbermünzen, dergestalt freilich, daß er den wertbestimmenden edlen Metallen anderes, preisgünstigeres zu gleichem Kurs beimengen ließ.
Von Heinz Josef Herbort
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Hofer Filmtage: Deutsche Neurosen und Jim Jarmuschs „Down by Law“
Unerlöste Gespenster
Wenn die Welt grau wird und die Nebel wallen, wenn auch die Lufthansa nicht mehr startet, dann fangen wir wieder an, uns nach der blauen Tafel zu sehnen.
Von Helmut Schödel
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Die Historiker und die Perspektive
In seinem bedeutenden, von der Kritik einmütig sogleich in den Rang eines historiographischen Meisterwerkes erhobenen Buches zur deutschen Geschichte zwischen 1800 und 1866 schrieb Thomas Nipperdey über die wissenschaftliche Grundüberzeugung des sogenannten Historismus programmatisch: „Die Phänomene der menschlichen Welt können nur in der wechselseitigen Beziehung einer ‚Kultur‘ (Kunst und Religion, Kunst und Gesellschaft etc.
Von Jörg-Dieter Kogel
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Daß Hitler auch die Polen ausrotten wollte...
Wladyslaw Bartoszewski zeigt, wie Traditionen des Untergrundstaates im politischen Handeln weiterwirken
Von Hansjakob Stehle
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Eine läuft über
Über deine Paradiessucht hätt ick mich schon immer dodlachen können“, sagt Rosalinds Freundin Clairchen, die an ihrem ungeheuren Körper und an einem unersättlichen Hunger nach Liebe leidet und sich später aufhängt.
Von Widmar Puhl
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In Kürze
„Nichts Abgeschmackteres“ gäbe es, so ließ Heine einmal verlauten, als den Versuch, das Werk eines Dichters aus seinem Leben zu erklären.
Von Paul Peters
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Reiches Panorama der Friderizianischen Zeit
Wie Friedrich II. in nahezu umfassender Weise an den Lebensaspekten seines Jahrhunderts Anteil nahm
Von Manfred Schlenke
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Sein Wort kommt aus der Traurigkeit
„Was bleibt mir übrig“, resigniert Dieter Hildebrandt in seinen Anmerkungen zu seinen drei Jahrzehnten als Kabarettist
Von Rolf Schneider
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Stummer Begleiter der Aufklärung: der Wahnsinn in einer von Toleranz, Vernunft und Tugend illuminierten Gesellschaft
Außersichsein
Der Schriftsteller, Mediziner, Psychoanalytiker und Philosoph Jean Starobinski
Von Dietrich Kreidt
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Vatikanische Arabesken zur Homosexualität
Schmachvoll
Trotz des Risikos, beim Thema „Sex“ allemal weltweit viel Aufsehen und wenig Zustimmung zu erregen, hat der Vatikan jetzt ein 16 Druckseiten langes Lehrschreiben an die katholischen Bischöfe über die „Seelsorge für homosexuelle Personen“ verschickt.
Von Hansjakob Stehle
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Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates drohen den Sinn der öffentlichen Bibliotheken in Frage zu stellen
Fragen an den Wissenschaftsrat
Für Aufregung und Empörung haben sie bereits vor ihrer offiziellen Veröffentlichung gesorgt. Nun liegen sie im Druck vor, die neuen Empfehlungen des Wissenschaftsrates „Zum Magazinbedarf wissenschaftlicher Bibliotheken“.
Von Hans-Albrecht Koch
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Zeitmosaik
Ich bin ganz ehrlich, eine Berichtigung macht sich nicht gut auf einer Zeitungsseite. Wenn wir zu jeder Falschmeldung eine Berichtigung bringen würden, wäre die Zeitung von heute nur noch die Berichtigung der Zeitung von gestern.
Von (regie Matthias Langhoff)..
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Filme
Fünf Männer, vier Frauen und ein Thema: Sex. Während die Männer in einem Wochenendhaus an einem idyllischen See auf die Ankunft der Frauen warten, reden sie über ihre Ehen, ihre Abenteuer und ihre Potenz.
Von Angela Kandt
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Kunde vom Hunde
Er hat, liest man zur Einführung von Gerhard Polt, „eine Seele wie pures Gold“, der Hund. „Ich sage Ihnen auch gleich, wies is, er is mir auch lieber praktisch wie a jeder Mensch“, auch wenn Hunde, wie man beim Blättern unentwegt und sehr komisch erfährt, überall hinmachen, albern, blöd und indiskret, teuer, faschistoid, verspielt, streitsüchtig und unmusikalisch sind, für ihr Leben gern Socken fressen und sehr alt werden.
- Länderspiegel
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Wahlkampf, Räumung, innere Sicherheit...
Hafenstraße und kein Ende
Kurz vor der Bürgerschaftswahl schickte der Hamburger Innensenator Alfons Pawelczyk seine Polizisten gleich zweimal in die Hafengegend.
Von Aufnahme: Argus
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Modell „Öko-Haus“
Blumen auf dem Dach
Von weitem ist nur ein mit Wiesenblumen bewachsener Erdbuckel zu sehen, bei näherem Hinsehen fällt eine kleine Glaspyramide in der Mitte der abgeplatteten Kuppe auf.
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Hilfe ohne Herablassung
Stadtstreicher scheuen keine Konfrontation mit dem „Normalbürger“. Sie rempeln Passanten, fäkieren oft in der Öffentlichkeit.
Von Ernst Klee
- Lebensart
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Die Sprache, das mehrdeutige Wesen
Der Computer: er tut auch beim Übersetzen, was er immer tut – er verwandelt aufgrund eindeutiger Rechenregeln (eines Algorithmus) eine Folge von Zeichen (ein Symbol) in eine andere.
Von Dieter E. Zimmer
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Adrienne Goehler
Frauen denken komplexer
Heute abend sei kein Andrang in der Küche, meint Adrienne Goehler und gießt für uns beide einen Tee auf: Ein Bewohner ihrer Wohngemeinschaft sei verreist, einer sei traurig, eine lese und der letzte führe seinen Punker-Sohn zum Abendessen aus.
Von Irene Mayer-List
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Umberto Eco: Streichholzbriefe
Philosophen sind wieder gefragt
Voriges Jahr gab es in Paris eine große Ausstellung unter dem Titel „Les Immaterielles“, die viele Kritiker und Chronisten schockierte.
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Erst zur Mülle, dann zum Arzt
Viele Wege führen durch Rom
Die Römer mögen es noch nicht wissen. Und selbst wenn sie es täten, würden sie sich vermutlich nicht weiter darum kümmern. Aber seit Freitag vorletzter Woche befindet sich die Ewige Stadt im Kriegszustand – mit meiner Familie.
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Von der Freiheit des Goethe-Instituts
Eine Auswahl unter den zahlreichen philosophischen, rechtlichen und soziologischen Definitionen zu treffen, habe ich bewußt unterlassen.
Von Theodor Eschenburg
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Die Hände des Chefs
Techtelmechtel im Büro
Die zweideutigen Witze, die der Chef erzählt, schlagen der Sekretärin auf den Magen. Der Buchhalterin rauben die Anzüglichkeiten ihrer Kollegen den Schlaf.
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Zeitlese
In der letzten Ausgabe der ZEIT wurde das Buch von Anke Martiny („Wer nicht kämpft, hat schon verloren“) rezensiert, und zwar von Margrit Gerste.
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Vor einem Jahr, am 13. November 1985, versank die kolumbianische Stadt Armero unter einer Schlammschicht Ein Vulkan war ausgebrochen und begrub unter sich 22 000 Menschen. Tausende wurden obdachlos.
Wühlen im getrockneten Schlamm
Gekachelte Wandsockel, verbogene Eisenrohre, abgerissene Starkstromkabel ragen aus dem sandigen Boden in die graue Mondlandschaft, die sich Hunderte von Metern weit beiderseits des Rio Lagunillas erstreckt.
Von Wolfgang Kunath
- Leserbriefe
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Zärtlichkeit und Schwerdummdeutsch
Zweiundzwanzig Zentimeter Zärtlichkeit“ besang Johannes Mario Simmel 1979 in einem Buchtitel. Er meinte den Schwanz eines Hundes.
Von Eckhard Henscheid
- unzugeordnet
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Vor Gott sind alle Menschen gleich – hier auf Erden aber mitnichten
Wohin mit dem Patron?
Wohl wahr, die Bibel hält wenig Trost für den Reichen bereit, der sich schon sein irdisches Leben himmlisch bequem einzurichten weiß.
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In dieser Woche versammeln sich in West-Berlin Aids-Experten zu einem internationalen Kongreß
Jeder frage sich selbst
Zum Thema Aids sind zwei Meinungen verbreitet. Erstens: Die Krankheit ist eine der schrecklichsten Bedrohungen unserer Zeit.
Von Susanne Mayer