Nun soll dem Verbrauch von bleifreiem Benzin doch mit gesetzlichen Maßnahmen auf die Sprünge geholfen werden. In Brüssel stimmten die Umweltminister der Europäischen Gemeinschaft (EG) der deutschen Bitte zu, in der Bundesrepublik verbleites Normalbenzin zu verbieten. Voraussichtlich im März nächsten Jahres soll die entsprechende EG-Richtlinie geändert werden.

Der Pessimismus, mit dem die Forderung aus Hessen vor einigen Monaten aufgenommen wurde, hat sich als unbegründet erwiesen. Initiativen in Sachen Umweltschutz müssen also nicht zwangsläufig in der Brüsseler Bürokratenmühle zerrieben werden. Zum raschen Erfolg trug bei, daß Bonn diesmal, anders als beim Katalysator-Auto, die Partnerstaaten nicht mit ultimativen Forderungen vergrätzte.

Mitgespielt hat allerdings auch, daß kein Staat zum Verbot von verbleitem Normal gezwungen werden soll. Es geht lediglich um die Einführung einer Option, die außer der Bundesrepublik wohl nur Dänemark, die Niederlande und Luxemburg nutzen werden. Durch das Bleiverbot verringern sich freilich die übrigen Schadstoffemissionen nicht. Um das zu erreichen, müssen endlich schärfere Abgasgrenzwerte in Kraft treten. Bonn hat bisher sein Steuervorteil-System. Doch die bereits vereinbarte EG-Richtlinie hierzu harrt immer noch der Verabschiedung. hke