Wie teuer kommt den deutschen Steuerzahler der Airbus? Im Haushaltsausschuß des Bundestages wurde jetzt die Möglichkeit diskutiert, den Bund für Bürgschaften in Anspruch zu nehmen, weil der Verfall des Dollarkurses die wirtschaftliche Situation der Airbus Industrie verschlechtert. Von den Bürgschaften in Höhe von gut zweieinhalb Milliarden Mark mußte bisher noch keine Mark gezahlt werden. Bei anhaltend schwachem Dollar ist eine Inanspruchnahme im nächsten Jahr nicht auszuschließen.

Eine heftige Diskussion hat in diesem Zusammenhang die Behauptung des FDP-Bundestagsabgeordneten Josef Grünbeck hervorgerufen, daß die Bundesregierung für den Airbus bisher elf Milliarden Mark Subventionen gezahlt habe, eine Aussage, die von der Deutschen Airbus GmbH als „z. T. falsch, z. T. falsch verstanden und z. T. überhaupt nicht nachvollziehbar“ zurückgewiesen wurde. „Kirchturmpolitiker“ lautet die Reaktion der CSU, deren Vorsitzender Franz Josef Strauß Aufsichtsratsvorsitzender der Airbus Industrie ist.

*

Dem Deutsch-Kanadier Karsten Bode v. Wersebe brennt es auf den Nägeln. Um von der französischen Gesellschaft Gaz et Eaux die Aktienmehrheit der ehemaligen Zechengesellschaft Harpener AG in Dortmund kaufen zu können, hatte er sich bei zwei Banken den Kaufpreis in Höhe von einer halben Milliarde Mark geliehen. Doch die Banken wollen – wie vereinbart – bis zum Jahresende zwanzig Prozent des geliehenen Geldes zurück haben.

Ursprünglich hatte v. Wersebe geplant, Harpener die ihm gehörende Raulino AG in München für 130 Millionen Mark zu verkaufen. Als sich Vorstand und Aufsichtsrat nicht so schnell für Raulino erwärmen konnten, wie das die Finanzlage des neuen Großaktionärs gebot, strebte der Edelmann eine außerordentliche Hauptversammlung an, in der einen willfähigeren Aufsichtsrat wählen wollte. Aber die Harpener-Verwaltung spielte nicht mit.

Wohl oder übel mußte v. Wersebe klein beigeben: Er zog „das Verkaufsangebot betreffend Raulino AG zurück“, wie es in einer Pressemitteilung der Harpener AG heißt. So ist nicht auszuschließen, daß bei Harpener bald wieder ein neuer Mehrheitsbesitzer auftaucht – nach Flick, den französischen Gesellschaften Sidechar und Gaz et Eaux sowie v. Wersebe wäre das dann Nummer fünf.

Das Unternehmen selbst hat das alles bisher schadlos überstanden. Der Vorstand verwaltet und verwertet den in besseren Bergbauzeiten angehäuften Grundbesitz mit viel Geschick – nach 22 Prozent Dividende für 1985 darf für das laufende Jahr mit 24 Prozent gerechnet werden.