Die Deutsche Bank war in die Parteispenden-Affäre kaum weniger tief verwickelt als der Flick-Konzern. Ihre Wohltaten zugunsten der etablierten Parteien hat sie selbst für die Zeit von 1957 bis 1980 auf insgesamt 25 Millionen Mark beziffert – alles aus nicht versteuerten Gewinnen. Noch in einer öffentlichen Erklärung vom November 1984 beteuerte der gesamte Vorstand seine Unschuld: Nur „aus unserer Verpflichtung für das Allgemeinwohl“ habe die Bank ihr Geld den jeweiligen Waschanlagen zugeleitet; sie sei sich dabei „immer bewußt“ gewesen, „daß unsere Zuwendungen zur Förderung staatspolitischer Zwecke auch der Arbeit der staatstragenden politischen Parteien unseres Landes zugute kamen“.

Für dieses Bewußtsein – ihr so schön umschriebenes Unrechtsbewußtsein – hat die Deutsche Bank inzwischen 13 Millionen hinterzogene Steuermark an den Fiskus nachzahlen müssen. Doch damit hat es auch sein Bewenden. Ein Strafverfahren gegen die Verantwortlichen wird es nicht geben. Die Staatsanwaltschaft hat die Verjährungsfrist für diese Steuerhinterziehungen aus einem knappen Vierteljahrhundert schlicht verschlafen. Wer jetzt behauptete, die Gnade des Fristablaufs sei den Bankvorständen nicht von ungefähr zugefallen, der sollte doch besser mit der fristgerechten Bearbeitung seines Falles rechnen. R. Sch.