Dunstschleier

Ein Kunstwort hat Karriere gemacht: Alle sprechen vom Smog. Eine Laune des Wetters hatte die Abgase von Autos, Industrie und Kraftwerken nicht abziehen lassen. In Berlin, Hamburg, Bremen und Teilen Niedersachsens erreichten die Schadstoffkonzentrationen so hohe Werte, daß der private Fahrzeugverkehr eingeschränkt, Heizungen gedrosselt und schwefelarme Brennstoffe eingesetzt werden mußten.

Eine Laune des Wetters, aber auch eine Warnung: Für saubere, gesunde Luft ist längst noch nicht genug getan, weder national noch international. Einen Großteil des Drecks hat der Wind aus der DDR herübergeblasen – ein sozusagen weites Feld für innerdeutsche Verhandlungen, in denen sich der Bundesumweltminister bewähren kann.

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Auch im eigenen Lande sollte Walter Wallmann ein Zeichen richtig erkennen. Der Smog provozierte nicht nur Ärger und Geschimpfe. Viele der vom Fahrverbot Betroffenen haben auch so vernünftig reagiert, daß hinter dem Dunst klar sichtbar wurde: Zur Rettung der Umwelt sind viele bereit, Einschränkungen und Opfer zu ertragen. Die Politik muß sie freilich aufgreifen und umsetzen, nicht spektakulär, aber zielstrebig. Sonst würden nicht nur Dunst und Dreck zum Schluß wieder vom Winde verweht. H. B.

 
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