• Ausgabe 07/1987

    Ausgabe 07/1987

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Gnade der späten Ermittlung

    Ein alter, kranker Mann muß nicht mehr ins Gefängnis. Dem 76jährigen Arnold Strippel haben erneut ärztliche Gutachter bescheinigt, er sei – wie neurologische und internistische Untersuchungen ergaben – geistig nicht mehr fähig, dem Prozeß zu folgen.

  • „Patriotismus in Europa“

    Ein Begriff mit schauerlicher Geschichte

    Es ist eines der dornigsten deutschen Themen, auch wenn es in einen gefälligen Rahmen gestellt wird: „Patriotismus in Europa.

    Von Rolf Zundel

  • Aktion gegen Neonazis

    Rund zweihundert Polizisten und sieben Staatsanwälte zogen am Samstag zum Lokal „Jägerhäuschen“ im Berliner Stadtbezirk Spandau, um die Personalien der Teilnehmer an einer Veranstaltung der „Freiheitlichen Arbeiterpartei“ (FAP) festzustellen.

  • Kritiker des Kommunismus

    Ein Wegweiser sucht den Weg

    Milovan Djilas: nach bitteren Erfahrungen an der Reformfähigkeit des Systems verzweifelt

    Von Andreas Kohlschütter

  • Wolfgang Ebert

    Dem Wähler sei Dank

    Wenn jetzt Rau (zur Erinnerung: der letzte SPD-Kanzlerkandidat) in Bonn das Sagen hätte, gäbe es wahrscheinlich nicht viel zu lachen.

  • Tagung des sowjetischen Zentralkomitees

    Aufbruch aus der Anonymität

    Generalsekretär Gorbatschow konnte nicht alle seine Vorstellungen durchsetzen

    Von Johannes Grotzky

  • Es geht um ein Signal

    Die junge Generation der Sozialdemokraten will nicht unbedingt einen anderen Kurs steuern

    Von Gunter Hofmann

  • England: „Ein zweitklassiger Polizeistaat“?

    Die Jagd auf einen „Maulwurf“, der dem BBC- und New-Statesman-Autoren Duncan Campbell Informationen über den geplanten britischen Spionage-Satelliten zugespielt haben soll, ist zu einem politischen Skandal geraten.

  • Die DDR und Gorbatschow

    Probleme mit dem großen Bruder

    Immer war die DDR brav, ein zum großen Bruder Sowjetunion stets ehrfürchtig aufblickender kleiner Bruder. „Von der Sowjetunion lernen, heißt Siegen lernen“, war eines der wichtigsten Gebote des östlichen deutschen Staates.

    Von Marlies Menge

  • Wehrkundetagung in München

    Zur Abschreckung entschlossen

    Fast jeder zehnte Senator der Vereinigten Staaten verbrachte das vergangene Wochenende in München – ein ungewöhnlicher Vorgang.

    Von Kurt Becker

  • Rückzug ins Fort

    Spuren der Niederlage sind bei Johannes Rau nicht zu entdecken. Er gibt sich frohgemut wie immer. Seine Stimmbänder haben sich weitgehend von den Strapazen des monatelangen Rednereinsatzes erholt, und seine Schlagfertigkeit hat nicht gelitten.

  • Rot-grünes Bündnis in Hessen

    Vertrackte Verhältnisse

    Nun spekulieren sie darüber, ob Grüne und Sozialdemokraten zu linker Reformpolitik imstande sind: im Prinzip und vor allem in der Zukunft.

    Von Gerhard Spörl

  • Volksabstimmung auf den Philippinen

    Ein Votum für die Demokratie

    Die Bevölkerung votierte mit überwältigender Mehrheit für das neue Grundgesetz

    Von Matthias Naß

  • Japan: Mehr Geld für die Rüstung

    Premier Nakasone will die traditionelle Ein-Prozent-Begrenzung der japanischen Verteidigungsausgaben überschreiten und die Bürger mit neuen Steuern belasten – unpopuläre Maßnahmen, gegen die Japans Opposition vehement zu Felde zieht.

  • BONNER BÜHNE

    Ein Obdach für die Wegelagerer

    Das neueste Bonner Provisorium besteht aus zwei Zelten in dunklem Olivgrün. Sie stehen vorm Kanzleramt und beherbergen Journalisten.

    Von Margrit Gerste

  • Terrorismus

    Wem die Stunde schlägt

    Beirut zum Beispiel: Die libanesische Hauptstadt ist in zwei feindliche Hälften geteilt; in jeder herrschen Milizen, Banden, Kriminelle, die untereinander rivalisieren, teils fremdfinanziert und ferngesteuert agieren (von Damaskus, Teheran, Tripolis), auch „auf eigene Kosten“ morden, erpressen.

    Von Dietrich Strothmann

  • Worte der Woche

    „Laßt es nie dazu kommen, daß man von unserer Generation von Amerikanern sagen wird, wir seien so sehr mit unseren Fehlern beschäftigt gewesen, daß wir darum keine Risiken auf uns nehmen wollten, um den Frieden und die Freiheit in der Welt zu stärken.

    Von Franz Josef Strauß

  • Zeitspiegel

    Von einer Mäßigung der Diktatur in Teheran mögen die Wirtschaftsfachleute und die Waffenhändler sprechen – die religiösen Minderheiten im Lande Chomeinis leiden weiter unter der Herrschaft der Mullahs.

  • Die SPD ist mit ihrer Strategie für den Bundestagswahlkampf gescheitert. Wie soll es weitergehen mit den deutschen Sozialdemokraten? Eine ZEIT-Serie über diese Frage eröffnet Erhard Eppler.

    Weiter links oder rechts? Näher an die Wirklichkeit!

    Für die SPD kommt es darauf an, neue Einsichten und alte Erfahrungen zu verschmelzen

  • Wirtschaft
  • Warenhäuser

    Ein Konzern wird umgekrempelt

    Unter der Regie des Großhändlers Metro hat der Kölner Kaufhof ein neues Gesicht bekommen

    Von Gunhild Freese

  • Der goldene Schutt

    Das Singelspielerhaus in München ist eine exklusive Anschrift, und die Firmen, die dort an der Restaurierung und Modernisierung beteiligt waren, zählen ebenfalls zu den erten Adressen.

    Von Johannes Ludwig

  • Großbritannien

    Flug in den privaten Sektor

    Verkehrsminister John Moore sagt in diesen Tagen „seiner“ British Airways ade. Er tut es gern, denn endlich fliegt die Luftverkehrsgesellschaft „in den privaten Sektor“.

  • Tschernobylfolgen II

    Dicht an der Grenze

    Für den Werksdirektor Heribert Westermaier ist es nur eine Panne. Die Töpfer GmbH hatte Pulver von Milchprodukten mit dem Hinweis „vor dem Reaktorunglück getrocknet“ auf den Markt gebracht.

  • Markt-Report

    Aachen-Münchener unter Druck

    In den Börsensälen gedeiht der Pessimismus. Institutionelle Anleger, vor allem Versicherungen, die noch in der Vorwoche bei sinkenden Aktienkursen größere Posten aufgenommen hatten, sind nach den neuerlichen Kurseinbrüchen skeptisch geworden und deshalb kaum noch zu bewegen, ihre durch Gewinnmitnahmen dezimierten Aktienbestände zum jetzigen Zeitpunkt wieder aufzufüllen.

  • Politik, die zum Himmel stinkt

    Bonner Kulisse

    Da die Regierungsneubildung nun wohl doch länger dauert als ursprünglich angenommen, scheint ein neuer Zuschnitt einiger Ministerien nicht mehr ausgeschlossen, worüber ja schon vor der Bundestagswahl gelegentlich spekuliert wurde.

  • Gerd Bucerius zu Fragen der Zeit

    Die amerikanische Krankheit

    Wir müssen uns eingestehen: die Wirtschaft unserer amerikanischen Verbündeten ist gestört. Der Großherzigkeit der Vereinigten Staaten verdankt die westliche Welt ihren spektakulären Aufstieg nach dem Zweiten Weltkrieg.

  • Bank und Börse

    Warten auf den Stimmungswandel

    Am Mittwoch, dem 21. Januar, schlug den letzten Optimisten für deutsche Aktien die Stunde. Innerhalb von 120 Börsenminuten verloren die Anleger auf dem Papier allein beim Spitzentrio Daimler, Siemens, Deutsche Bank rund 5,5 Milliarden Mark.

  • Klaus-Peter Schmid:

    Doch keine Reform

    Die Steuerreform war eines der großen Themen des Wahlkampfes. Auf kaum einem zweiten Gebiet war der Gegensatz zwischen Regierung und Opposition so deutlich wie hier: einerseits das Bemühen, den Zugriff des Staates auf die Einkommen zu lockern, andererseits die Ambition, die Steuerlast von den kleinen Einkommen auf die „Besserverdienenden“ zu verlagern.

  • Tschernobylfolgen I

    Kein harmloses Pulverl

    Wie gut, daß es einen Unterschied zwischen echten Wirtschaftsgütern und Müll gibt. Denn wäre das radioaktive Molkepulver, das monatelang auf dem Rosenheimer Bahnhof herumstand, von Anfang an schlichter Abfall gewesen, Bayerns Umweltminister Alfred Dick (CSU) hätte sich eine Lösung einfallen lassen müssen, wie die rund siebentausend Tonnen strahlenverseuchter Molke vom Abstellgleis beseitigt werden können – umweltfreundlich.

  • Zeit und Geld

    Wall Street: Zeichen stehen auf Hausse

    Nicht nur das Kursfeuerwerk an der Wall Street in den ersten Wochen dieses Jahres prophezeit ein hervorragendes Börsenjahr, auch ein anderer Indikator stimmt die Aktionäre in den Vereinigten Staaten optimistisch.

  • Ahlener Programm

    Denkwürdig

    Genau vierzig Jahre ist es her, daß ein Teil der CDU das „Ahlener Programm“ beschloß, das den Wirtschaftskurs der jungen Partei definieren sollte.

  • Rheinverschinutzung

    Ungeniert

    Die Informationen waren überfällig. Endlich entschloß sich der rheinland-pfälzische Umweltminister Klaus Töpfer, klipp und klar mitzuteilen, was die Ludwigshafener BASF so alles an Gift ganz legal in den Rhein ablassen darf.

  • Wissen
  • Die Geiseln Gottes

    Neue Entführungswelle in Beirut: Schiitische Fanatiker setzen Bonn und Washington unter Druck

  • Erforscht und erfunden

    Phantastische Leitungseigenschaften haben Materialforscher bei einer neuen Substanz, einem Lanthan-Barium-Kupferoxid, festgestellt.

  • Zoologen schätzen, daß täglich 50 bis 300 Arten aussterben, vorwiegend durch das Abholzen tropischer Regenwälder. Abgesehen vom ideellen Schaden hat der Artenschwund auch konkrete Folgen, etwa für die Gentechnik, der ein natürliches „Labor abbrennt“, bevor sie richtig anwendungsreif ist

    Es wird weiter geholzt

    In der öffentlichen Diskussion über Gefahren und Chancen der Bio- und Gentechnik wird häufig übersehen, daß das zunehmende Aussterben von Pflanzen und Tieren und die damit einhergehende Vernichtung des genetischen Potentials weitreichende Konsequenzen unter anderem auch für die „Zukunftstechnologie Gentechnik“ hat.

    Von Klaus Riede

  • Offenherzig

    Es ist eine französische Eigenart, daß politische Skandale nie und nimmer restlos aufgeklärt werden. Wo sind Giscards afrikanische Diamanten geblieben? Wer gab den Befehl, das Flaggschiff von Greenpeace zu versenken? Manche Rätsel harren noch immer einer Lösung.

    Von Ro. W.

  • Warum der Umweltschutz im Grundgesetz verankert und das neue Bundesnaturschutzgesetz dringend verbessert werden sollte

    Umweltschutz als Staatsziel

    Wie wenig die regierenden Bonner Akteure von der Dramatik unserer Umwelt- und Naturzerstörung begriffen haben, dokumentiert die am 1.

    Von Ursula M. Händel

  • Zwei Männer, zwei Reden, zwei Welten

    Was für ein Zufall – oder hatte da der Weltgeist seine Hand im Spiel? Am gleichen Tag, an dem Präsident Reagan in der vorigen Woche seinen großen Rechenschaftsbericht, die State of the Union-Botschaft, vor dem Kongreß abgab, hielt Generalsekretär Gorbatschow vor dem Zentralkomitee seine seit langem erwartete programmatische Rede.

    Von Marion Gräfin Dönhoff

  • Enträuchern

    Die Versuchung, mit einem Federstrich die unangenehme Geschichte(n) zu tilgen, wandelt jeden einmal an. Wie man das machen könnte, dazu noch mit bestem Umweltgewissen, haben Lebensmittelchemiker aus Nordrhein-Westfalen nun der Bundespost angeraten.

  • Jeder gegen jeden

    Der Kropf ist fürs erste geleert, die Koalition hat jenes merkwürdige Schauspiel abgebrochen, das sich wie eine Fortsetzung des internen Wahlkampfes zwischen Union und Liberalen ausnahm.

    Von Carl-Christian Kaiser

  • Dunstschleier

    Ein Kunstwort hat Karriere gemacht: Alle sprechen vom Smog. Eine Laune des Wetters hatte die Abgase von Autos, Industrie und Kraftwerken nicht abziehen lassen.

    Von H. B.

  • Reisen
  • Münsterland

    Eisiges Gleiten, trutzige Türme

    Das Jahr über ruhen die Wasserburgen unnahbar in ihren dunkelgrünen Gräftenringen. Aber im klirrenden Frost frieren die schützenden Gräben zu und geben den Weg frei, um sich ihnen auf winterliche Weise zu nähern: mit Schlittschuhen.

    Von Brigitte Macher

  • Skispitzen

    Spurlos: Will man den Tennengauern glauben, so ist es ihnen gelungen, den sonst so menschenscheuen Yeti aus seiner Heimat im fernen Himalaja in die Alpenrepublik zu locken.

  • Spinne im Verkehrsnetz

    Toulouse, beklagen die Einwohner, sei keine Stadt, die Touristen locke. Anlaß meiner ersten Reise dorthin war so auch nur der Jungfernstart der „Concorde“.

  • Blätternde Pracht

    Stände mit Bambusfächern, getrockneten Mangos und billigen T-Shirts blockieren die dunkelgebeizten Flügeltüren des Eingangs.

  • DIE ZEIT
  • Ein karibischer Zwitter

    Puerto Rico: Die Bewohner der Antilleninsel sind Amerikaner, doch ihre Geschichte ist spanisch

  • Neue Masche entdeckt

    In keinem deutschen Bundesland wird der Wohnungsbau so massiv gefördert wie in Berlin. Zwei Milliarden Mark werden jährlich aus dem Landeshaushalt in den Bau gepumpt: Geld, das zum größten Teil wiederum aus dem Bonner Bundeshaushalt stammt.

  • Kein Bock auf Gewerkschaft

    Die Gewerkschaften leiden nicht an Auszehrung, die Mitgliederzahlen steigen – trotz der Blamage mit der Neuen Heimat. Herbst und Winter bringen es an den Tag, weil dann die Berufsanfänger ihre Beitrittserklärungen abschicken.

  • Aids, und nochmals Aids. Gibt es ein Wundermittel?

    Ein fauler Zauber

    Es kommt von den Tieren“, raunt einer. „Wahrscheinlich das Werk von Wichten“, ein anderer, voll Entsetzen sind die Federn auf seinem Kopf gesträubt.

  • Kampfgruppen im Libanon

    Sie leben vom Kriege

    Es ist nicht mehr allein ein Konflikt zwischen Moslems und Christen. Die islamischen „Bruderländer“, von Libyen bis Iran, mischen mit, was die vielen Zusammenstöße unter den Moslems erklärt.

  • Der Kultur zuliebe

    Obwohl die DDR inzwischen 32 Interhotels, vor allem für Besucher mit „harter Währung“, hat, gibt es merkwürdigerweise in einer der Touristenhochburgen, in Eisenach, keins.

    Von Ferdinand Ranft

  • Gesellschaft
  • NUR: Preissenkungen durch Billigflug-Marke

    Geht es nach der NUR-Geschäftsleitung, dann werden preisbewußte Ferienkunden künftig Angebote aus der Neuschöpfung „Neckermann Spar-Reisen Düsseldorf“ ordern.

  • Fernseh-Kritik

    Adeliges Schurkenstück

    Die Herrschaften aus Adel und dem wohlhabenden Bürgertum, denen man nun noch zwölf Folgen lang begegnen wird, fahren am liebsten Jaguar und Hubschrauber und rudern Achter (in Oxford, oder war’s Cambridge?).

    Von Manfred Sack

  • MANAGER UND MÄRKTE

    Kurz vor Weihnachten erhielten „alle Mitarbeiter“ einen Brief von ihrem Chef. Doch Hellmuth Buddenberg wünschte den Beschäftigten der Deutschen BP weder schöne Feiertage noch ein gutes Jahr – er hatte ein anderes, gewiß ebenso wichtiges Anliegen: eine saubere und gesetzestreue Geschäftspolitik.

  • Bulgarien: Mit viel Elan in die neue Saison

    Das vergangene Jahr sollten wir schnell vergessen. Wir wollen jetzt mit viel Elan die neue Saison vorbereiten“, kommentierte Ivan Milkov, Generaldirektor des staatlichen bulgarischen Reiseunternehmens Balkan Tourist, die jüngst veröffentlichte Fremdenverkehrsstatistik für 1986.

    Von Willi Bremkes

  • Solider als ihr Ruf

    Kreutz: Heute steht bei alternativen Betrieben die Selbstverwaltung im Vordergrund. Alle dort Arbeitenden können gleichermaßen mitbestimmen – anders als in den meisten Großunternehmen, wo unpersönliche und bürokratische Regeln den betrieblichen Alltag bestimmen.

  • Fernseh- Vorschau

    Büchner im Aquarium

    Ach, ist das schön, wieder einmal Büchners Sätze zu hören, seine zornigen Sentenzen, seine traurigen Flüche. „Mein Leben gähnt mich an wie ein leerer Bogen Papier“, „ich sitze wie unter einer Luftpumpe“, und: „Das Gefühl des Gestorbenseins war immer über mir.

  • Mit ganzem Herzen fürs neue Image

    Manche Städte können als wahre Glückskinder gelten. München und Hamburg beispielsweise wuchs in Jahrhunderten ein zweifelsfreier Ruf zu.

    Von Rosemarie Noack

  • Fasching: Zu Hause bleibt nur der „tierische Ernst“

    Tierischer Ernst“, so fordert die Kurverwaltung von 7745 Schonach im Schwarzwald (Tel. 0 77 22/60 33), „bleibt zu Haus.“ Wer dort zu Gast ist, sollte sich auch beizeiten über den korrekten Karnevalsschrei informieren, der bei der typisch alemannischen Fasnet weder „Helau“ noch „Alaaf“, sondern „Narri-Narro“ heißt.

  • Sabre: Amerikaner können jetzt vom Wohnzimmer aus buchen

    Als erste Fluggesellschaft in den USA hat American Airlines (AA) ihr weltweites Buchungs- und Reservierungssystem Sabre privaten Nutzern von Personal Computern (PC) geöffnet.

  • Ein Tonband stört den Markt

    Zum Leidwesen der Schallplattenindustrie bringen japanische Hifi-Konzerne digitale Kassettenrecorder auf den Markt

  • ZEITRAFFER

    Der billige Dollar sorgt für sinkende Benzinpreise. Sie gaben in jüngster Zeit auf breiter Front um durchschnittlich zwei bis drei Pfennig je Liter nach.

  • Reform-Absolutismus und Basis-Bürokratie?

    Wähler glauben den Parteien nicht aufs Wort, auch denen nicht, für die sie stimmen. Sie wählen, wenn man so will, grundsätzlich das kleinere Übel, weigern sich zunehmend, in der Wahlkabine Weltanschauungen zu äußern, und nehmen die programmatischen Aussagen der Parteien so ernst nicht.

    Von Thomas Schmid

  • George Antheils Jazz-Oper „Transatlantik“ in Bielefeld und Ulm

    Schriller Lärm und süße Rhythmen

    Sechs Personen versuchen, sich zu erklären, ohne einander zuzuhören – und zwar gleichzeitig. Was dabei herauskommt, ist ein komisches und beklemmendes Stimmengewirr, man sucht einander zu überschreien und entfernt sich immer weiter voneinander.

    Von Martin Ahrends

  • Kinder- und Jugendbücher
  • Sachbuch für Kinder: Koala

    Kein Bär, sondern ein Beuteltier: der Koala. Ein Gourmet, dessen Neigung, nur Eukalyptusblätter zu fressen, ihn vor tristem Zooleben bewahrt hat.

  • Jugendsachbuch

    Welt-Geschichte für Anfänger

    Das wahre Märchen von der Entwicklung der Menschheit, niedergeschrieben in einem handlichen Band von etwas über dreihundert Seiten – ein Unterfangen, zu dem Mut, um nicht zu sagen Chuzpe gehört.

  • Die Jury von ZEIT und RADIO BREMEN stellt Luchs 5 vor

    LUCHS 5

    Wir sind Zeitzeugen des größten organisierten Verbrechens an den Menschen in unserer Gegenwart. Das eher vertuschende Wort Apartheid steht für Mord, Terror, Folter, Vergewaltigung, Demütigung und Entwürdigung.

  • Mit den Wolken kommt der Tod

    Es passiert an einem warmen, windigen Frühlingstag. Zwei Wochen vor Pfingsten. Die Apfelbäume blühen, und die Rapsfelder leuchten sonnengelb.

    Von Ute Blaich

  • Kultur
  • In Kürze

    Nach Paris, zum Eiffelturm, auf die Champs-Elysées und in den Louvre: Man müßte schon Außergewöhnliches zu berichten wissen, wenn man darüber mehr als eine Ansichtskarte schriebe.

    Von Frank Busch

  • Gegen den Wind

    Nein, er will es wirklich nicht. „Schrecklich, schrecklich“ und „muß das sein“, quengelt er und lacht. Daß es sich nicht um Koketterie handelt, werde ich schon noch merken.

  • Nach einem halben Jahrhundert endlich auch in Deutschland zu lesen

    Drill für die Barbarei

    Im Mai 1937 ist in einem Leitartikel der Frankfurter Zeitung zu lesen, daß bei den jüngsten Musterungen an erster Stelle der typischen Gebresten diejenigen der Füße stünden, „die unter der Rubrik .

    Von Willy Hochkeodel

  • Zeitmosaik

    Der erste wollte nicht, weil er lieber bleiben wollte, wo er war: Jürgen Flimm vom Thalia Theater Hamburg. Der zweite hätte vielleicht gewollt, aber durfte nicht wollen: Claus Peymann, der in dieser Woche in Wien die erste Entscheidungsschlacht um (oder gegen) das Burgtheater zu bestehen hat („Richard III.

    Von Pariser Elektra

  • Was will Strauß von der auswärtigen Kulturpolitik? Ein Brief aus Bayern gegen die ZEIT

    Bloß keine Algebra!

    In seiner Rede vom Juni 1986 – und in einem Brief an Außenminister Genscher – hat er völlig unmißverständlich eine „Kurskorrektur“ in der auswärtigen Kulturpolitik verlangt.

  • Aussteiger von oben: Warum ein englischer Museumsdirektor sein Amt verläßt

    Das Abenteuer der Langeweile

    Der Herr Museumsdirektor wird zum Ende des Jahres von seinem Posten zurücktreten. Hat er das Pensionierungsalter erreicht? Nein.

  • Ein Roman aus der Innenwelt der Sprache

    Ohn’E

    Im November 1960 gründeten François Le Lionnais und Raymond Queneau in Paris das Ouvroir de litterature potentielle, die „Werkstatt für potentielle Literatur“.

  • Nicht die Geschichte ist gefährdet, die Historiker sind es

    Stellenweise Glatteis

    Seit einigen Jahren, vor allem aber in den letzten Monaten, produzieren einige westdeutsche Historiker einen intellektuellen publizistischen Nieselregen, der sich in Äußerungen wie „Identität der Deutschen“, die „gemeinsame Identität der deutschen Nation“, das „kollektive Erbe der deutschen Geschichte“, „Vergangenheit und Gegenwart“ und ähnlichem kondensiert.

  • Nicht vergessen und keineswegs überholt – ein höchst persönliches Dokument

    Zeit der Verbannung: Schikanen über Schikanen

    Für ganze sechs Monate lang hatte sie der KGB im letzten Jahr aus ihrem mit Andrej Sacharow geteilten Verbannungsort Gorki in den Westen ausreisen lassen.

    Von Jutta Scherrer

  • König des Tricks

    Ein Hase mit Persönlichkeit: In lässiger Pose knabbert er an der obligatorischen Mohrrübe und näselt dem Feind unerschrocken in Bronx-Brooklynisch seinen Erkennungsspruch entgegen: „Eh, what’s up Doc?“ Bugs Bunny, der ewige Gewinner, Daffy Duck, Porky Pig und viele andere Zeichentrickfilmfiguren verdanken ihre Seelen Tex Avery, einem der besten Regisseure des zweidimensionalen Slapsticks.

    Von Susanne Kippenberger

  • Filme

    Liebe ist ein Irrtum, das wissen wir alle. Aber wenn dieser Irrtum Nora Ephron unterläuft, einer notorischen Klugschwätzerin mit Schreibzwang, dann gibt es nach dem Buch zum Irrtum auch bald den Film zum Buch.

    Von Claudius Seidl

  • Die aktuelle Kurzgeschichte

    Quarantäne

    Extra zur hautnahen Berichterstattung über die Bonner Koalitionsverhandlungen war Eberhart Graf von der Chefredaktion einer großen südniedersächsischen Tageszeitung in die Bundeshauptstadt geschickt worden, denn Eberhard Graf, im übrigen ein entfernter Verwandter unseres Hospitanten Josef, zählte seit bald zehn Jahren zu den fähigsten südniedersächsischen Korrespondenten in allen innenpolitischen Angelegenheiten überhaupt.

  • Was für den einen das Paradies ist, kann für den anderen die Hölle sein

    Welcher Natur ist das Fette im österreichischen Schweinsbraten, an dem Peter Handke würgt? Was ist dieses österreichische Land, das, wie Wolfgang Bauer schreibt, die Form einer Bauchspeicheldrüse hat, die, wenn sie entzündet ist, sich selbst verdaut? Und weshalb schmort diese entzündete Bauchspeicheldrüse ewig in einem fort weiter in ihrem eigenen Saft, ohne sich selbst zu zerstören? Dem Versuch, die Ursache dieser Unverdaubarkeit als eine geistige Krankheit, einen Minderwertigkeitskomplex darzustellen, wie es der Wiener Psychiater Ringel in der „Österreichischen Seele“ mit dem Vokabular der Psychoanalyse getan hat, soll hier ein phänomenologischer Deutungsversuch entgegengestellt werden, eine Art Stichwörtersammlung auf der Basis des Generalisierens.

  • Auf der Suche nach dem zeitgenössischen Theater: Stücke von Kuhlmann, Ludwig und Bauer

    Linie Null

    Wo, bitte, geht’s zum Stadttheater? Die Routen durch die entzauberte Landschaft sind nicht mehr markiert, kein Meilenstein, keine Sehenswürdigkeit, kein Geheimtip, nichts, woran man sich halten könnte.

    Von Helmut Schödel

  • Schallplatten

    Insider vermögen sich auszumalen, wie Johann Sebastian Bach, Orgelbauexperte obendrein, beim Inspizieren jener größten Kirchenorgel der Welt in Rausch geraten wäre.

    Von Peter Fuhrmann

  • Berlin und seine Sammler

    Scharf- und Silberblicke

    Vor fünf Jahren gab es im Gropius-Bau in Berlin eine große Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Hoch gelobt und tief verrissen, war sie spektakulär nicht zuletzt deshalb, weil die gelegentlich schrille zeitgenössische Kunst im von Kriegswunden übersäten Neo-Renaissance-Bau des 19.

  • Uraufführung in Berlin: Boris Blachers Kammeroper „Habemeajaja“ in der Akademie der Künste

    Kohle und Kultur

    Eine Suite für Orchester und die 1930 uraufgeführte Suite für zwei Klaviere aus der Kammeroper „Habemeajaja“ (1929) wurden im Krieg vernichtet, eine Radio-Arie war in der illustrierten Wochenschrift Jede Woche Musik“ am 27.

    Von Wolfgang Bürde

  • Wo bleibt Walser?

    Die Hartnäckigkeit, mit der die ZEIT (Nr. 5 vom 23. 1. 1987) die Ausführungen von Franz Josef Strauß zur auswärtigen Kulturpolitik mißversteht, ist nur damit zu erklären, daß sie ihn mißverstehen will.

    Von Dieter E. Zimmer

  • Ausstellung in Berlin: Richard Oelze – Gemälde und Zeichnungen

    Kartograph und Kassandra

    Er muß schon ein eigentümlicher Eremit gewesen sein. Besessen von anthropomorphen, urlandschaftlichen Visionen lebte er lange Jahre vollkommen zurückgezogen in Worpswede, später dann ab 1962 in Posteholz bei Hameln.

    Von Elke von Racbriewsky

  • Länderspiegel
  • Denkmalpflege

    Das arme Original

    Wer vor dem Rest von Mietshaus im Hamburger Alten Steinweg 51 steht, muß sich schon ziemlich viel Phantasie abnötigen, um das leidenschaftliche Engagement für seine Erhaltung zu begreifen.

    Von Manfred Sack

  • Narren

    Karnevalist vom Herzen her

    Die Sache mit dem Ritterkreuz: Wie die Düsseldorfer Jecken einen herben Verlust erlitten

    Von Roland Kirbach

  • Lebensart
  • Umberto Eco: Streichholzbriefe

    Die Andersartigen kennenlernen

    Wir waren gekränkt, als sich Khomeini gekränkt fühlte, weil ihn das italienische Fernsehen in einer Weise dargestellt hatte, die wenig zu seiner Würde paßte.

  • So fließt alles dahin

    Das I Ging, ein jahrtausendealter chinesischer Text, weist den Weg in das „Neue Zeitalter “

    Von Uta van Steen

  • Eiszeit

    Hand in Hand

    Wie er da oben auf dem vereisten Treppenabsatz minutenlang verharrte, hätte eigentlich unser Mitgefühl verdient. Die Furcht, auszurutschen, war ihm nachzufühlen.

    Von Gerbard Seehase

  • Ben Witter

    Nebbich

  • Vorerst kein Happy-End

    Aschenputtel kämpft

    Ihre Biographie gleicht einem Märchen: Als Kind armer Eltern geboren, wächst Jovanka zu einem schönen Mädchen heran. Doch ist die Bauerntochter nicht nur anziehend, sondern auch tapfer; mutig kämpft sie gegen böse Eindringlinge.

    Von Ulrike Rudberg

  • Isabella Rossellini

    Isabella darf das

    Gestern abend, das war schrecklich; heute ist sie immer noch ein wenig wütend darüber. Muß das so öde sein? Ein Drei-Minuten-Fernsehauftritt in Thomas Gottschalks Sendung „Na sowas“.

    Von Anna v. Münchhausen

  • Heinz Werner Hübners Vogelalmanach (23): der Habicht

    Immer der Schuldige

    Bussarde schlagen Mäuse, das ist nützlich und gut; der Habicht, früher auf dem Lande auch Hühnerhabicht genannt, schlägt vor allem „Federvieh“, also nicht nur das Haushuhn, sondern auch das Birkhuhn, das Rebhuhn, den Fasan und Tauben.

  • Konservative, die sich Evangelikale nennen, suchen die evangelische Kirche auf Rechtskurs zu bringen. Seit sie Zutritt zum Bundeskanzleramt haben, sind sie nicht nur innerkirchlich im Gespräch.

    Ein herzensfrommer Brüderbund

    Im Juli 1980 lud der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt zu einer „Walpurgisnacht“ in den Park des Bundeskanzleramtes. Beim Sommerfest des Kanzlers stand u.

    Von Ernst Klee

  • Aus dem Tagebuch einer chinesischen Gastdozentin:

    Gehetzt und überheblich

    Diesmal kam ich ganz allein als Stipendiatin der Alexander-von-Humboldt-Stiftung nach Deutschland. Kein Mensch holte mich vom Flughafen ab.

    Von Liu Fangben

  • Recht im Alltag

    Im Dschungel der Moral

    Im Jahre 1912 wurde der Maler Egon Schiele in Wien verhaftet. Man warf ihm vor, er treibe Unzucht mit Kindern und produziere Pornographie.

  • Zeitlese

    Es wäre übertrieben zu behaupten, die Hamburger Sozialdemokraten hätten die letzte Wahl verloren, weil sie für die 50 000 hanseatischen Hundehalter die Steuer verdoppelt hatten von 120 Mark auf 240 Mark.

  • unzugeordnet
  • Produktivkraft Luxus

    Wenn Adnan Mohammed Khashoggi reist, mag er auf das Nötigste nicht gern verzichten. Die Küche an Bord seiner DC-8 braucht den Vergleich mit dem Ritz nicht zu scheuen.

    Von Wolfgang Gehrmann

  • Gemeinsam geht’s besser

    Zwischen Hoffen und Bangen sind bequeme Plätze kaum zu finden. Die Ungewißheit, auf welche Seite das Pendel schlagen wird, zehrt an den Nerven und ganz besonders dann, wenn so viel Geld im Spiel ist wie an den internationalen Finanzmärkten.