ZEIT: Die im Konkurs befindliche Maxhütte braucht eine Auffanggesellschaft. Sie haben gesagt, Bayern sei bereit, sich mit 49 Prozent an dem Stahlunternehmen zu beteiligen. Wer soll denn die anderen 51 Prozent tragen?

Jaumann: Ihre Frage geht bereits einen Schritt zu weit. Ich habe ganz deutlich gesagt, daß wir als erstes ein wirklich schlüssiges Unternehmenskonzept für die Maxhütte brauchen. Wir können erst über die Gründung einer Auffanggesellschaft reden, wenn die von uns beauftragten internationalen Experten Hayek und Treuarbeit uns dieses Konzept bis Ende Juni liefern. Zu Ihrer Frage: Ich habe neulich im Landtag gesagt, daß ich eine Finanzierung der neuen Maxhütte ohne eine zumindest indirekte Beteiligung der öffentlichen Hand für schwierig halte. Es sollte aber bei einer Minderheitsbeteiligung der öffentlichen Hände bleiben, weil die EG bei einer höheren Beteiligung eine verbotene Subvention vermuten könnte. Ich habe nicht gesagt, daß der Staat so weit gehen sollte. Das bayerische Kabinett wird sich mit der Rolle, die der Staat bei einer neuen Maxhütte zu spielen hat, dann beschäftigen, wenn das Konzept auf dem Tisch liegt.

ZEIT: Wie weit sind Ihre Gespräche mit Industrieunternehmen gediehen, die sich an der Maxhütte beteiligen könnten?

Jaumann: Ich habe praktisch mit allen deutschen Stahlunternehmen gesprochen. Ich habe auch mit der österreichischen Voest und anderen interessierten Unternehmen gesprochen. Ich möchte, daß sich bis Ende Juni, wenn das Konzept vorgelegt wird, auch bereits die Struktur des neuen Gesellschafterkreises abzeichnet. Sie werden verstehen, daß ich über die laufenden Verhandlungen jetzt nicht mehr sagen möchte.

ZEIT: Wie kann man sich eine Zukunft der Maxhütte vorstellen, wenn absehbar ist, daß das angeschlagene Unternehmen zum Überleben eine halbe Milliarde Mark braucht?

Jaumann: Wenn von einer halben Milliarde Mark die Rede ist, dann sind darin auch die Kosten für die soziale Abfindung derjenigen Arbeiter enthalten, die voraussichtlich bei einer neuen Maxhütte keine Beschäftigung finden könnten. Die 300 bis 400 Millionen, die mir Hayek für die Eigenkapitalausstattung des Unternehmens und Investitionen genannt hat, sind von Hayek ausdrücklich als Obergrenze einer vorläufigen Schätzung genannt worden. Ich bin sicher, daß die endgültigen Beträge wesentlich darunter liegen.

ZEIT: Ist die Maxhütte mit mehr als 1500 Beschäftigten denkbar?