Als die Sieben in Venedig zum üblichen Phototermin im Paladium-Kloster schritten, bemerkte der kanadische Premier Mulroney, wie Mrs. Thatcher nervös auf ihre Armbanduhr starrte. Warum sie es denn so eilig habe mit ihrem Abflug, den Wahlsieg habe sie doch in der Tasche.

Mitnichten, fand Maggie, diesmal müsse sie leider ohne einen Falkland-Sieg siegen.

Da wandte sich ihr Reagan zu und drückte seine Verwunderung aus, daß sie im Wahlkampf nicht mehr auf die Aids-Karte gesetzt habe. Diese Krankheit sei für alle Konservativen geradezu ein Gottesgeschenk, leider könne er selber als „lahme Ente“ davon nicht mehr profitieren.

Der Kanzler hatte mit einem Ohr irgend was mitgekriegt und pries als Allheilmittel gegen die Immunschwäche die eheliche Treue ohne Wenn und Aber.

Der skeptisch blickende Mitterrand erkundigte sich bei Ronnie, ob der Aids-Test für Amerikabesucher auch für den Papst gelten werde. Das sei nicht akut, war die Antwort. Immerhin habe aber er dem Papst bei seinem Vatikanbesuch versichern können, daß auf der „Watchlist“ hinter Waldheim nicht Wojtyla stehe; darauf habe der Papst als polnischer Kavalier Nancy ein Kompliment für ihr elegantes Besuchshabit gemacht. Gastgeber Fanfani erkundigte sich dann bei Mitterrand, wie ihm Venedig gefalle. Der klagte, daß er leider diesmal nicht dazu komme, im Café Florian einen Pernod zu trinken. Außerdem, so fügte er mit einem Seitenblick auf Nakasone halblaut hinzu, wimmele es auch hier nur noch von photographierwütigen Japanern. Leider müsse auch er rasch nach Hause, sonst stehle ihm Chirac beim Cup-Finale in Paris die Show.

Während sich nun die Staatsleute allmählich zum Gruppenphoto formierten, gab Fanfani Nakasone schnell noch einen Tip, wo es die berühmten Gucci-Schuhe gibt, ohne die er sich gewiß nicht bei seiner Frau in Tokio sehen lassen könne.

Im letzten Augenblick bohrte Ronnie seinen Zeigefinger in Kohls Brust: „Was haben Sie mir versprochen, Helmut?“ – Kohl, wie ein gelehriger Schüler: „Mehr Wachstum.“