Das braucht man ja nicht zu lesen. Können Sie sich Hölderlin als Tagebuchschreiber vorstellen? Undenkbar! Das ist eine Frage des Verhältnisses, das man zur Sprache hat. Ich kann Sprache, wenn ich schreibe, nicht als Instrument der Mitteilung benutzen. Das geht nur, wenn ich spreche.

Wollen Sie noch einen Witz erzählen?

Mir fällt gerade einer ein, der das Problem, über das wir die ganze Zeit reden, sehr anschaulich darstellt. Steht ein Mann morgens auf, geht ins Badezimmer, sieht in den Spiegel und sagt, kenn ich nicht, wasch ich nicht. Das müßte Sie doch zum Lachen bringen.

Welche Rolle spielt die Erotik in Ihrem Leben?

Ich glaube, da bin ich ganz unkompliziert.

Ihren ersten Beischlaf vollzogen Sie 1951, genau an dem Tag, an dem Ihr Vater aus Protest gegen Stalin die DDR verließ.

Das hatte den simplen Grund, daß dadurch das elterliche Schlafzimmer frei war. Eine Frau, die mitgeht, findet man immer.