Uncle Sam hat’s schwer. Noch immer konspiriert im Ausland eine zwar kleine, aber tapfere Minderheit gegen uramerikanische Werte wie Silikonbusen, Hawaiihemden und junk food. Der Dollar ist auch nicht mehr das, was er mal war; die Filmkritiker mögen Rambo nicht, und an den Grenzen lauern Kuba und Nicaragua.

Jedenfalls sei allen California boys and girls geraten, lieber ein bißchen im Pazifik zu Breiten als sich in die wilden Breiten jenseits des Atlantiks zu wagen. Nach Europa, zum Beispiel. Schließlich kann die CIA nicht über jeden übermütigen Yankee, der god’s own country freiwillig verläßt, die schützende Hand halten.

Gut, daß es Andy Lightbody gibt. Jede Menge goldener Regeln hat dieser sich ausgedacht, damit der unversehens im Ausland nicht unversehens als Opfer endet. 101 tips on how not to become a victim lautet so auch der Untertitel seines praktischen Büchleins. Nun geht es dem Autor keineswegs darum, wie man sich in der Schweiz vor Lawinen, in München vor Eisbein und in Italien vor Bauchgrimmen nach diesen heimtückischen pasta schützen kann.

Nein, Mister Lightbody, der helle Kopf, hat Terrorismus im Sinn. Sie wissen doch, Ghaddafi und diese Kerls, die ihre Untaten nicht auf Libanon und Libyen beschränken, sondern sich auch ins Herz Europas vorwagen könnten. Wie war das noch gleich, grenzte nicht der Gaza-Streifen an Italien? Und die Hauptstadt der Schweiz, war das nicht Beirich oder so? Na egal, ist eh alles gehupft wie gesprungen. Oder gebombt wie gesprengt, oder wie das heißt.

Also, The Terrorism Survival Guide, der Überlebensführer für Terrorisierte. Tip number sein So schmerzlich es auch sein mag, das Yankeetum gilt es fortan zu verbergen; Raus mit dem Kaugummi und die rosa Sonnenbrille im Koffer gelassen. Vergessen Sie alles, was Sie in Dress for success gelesen haben, dem kleinen Ratgeber, der das richtige Outfit für die richtige Karriere empfiehlt. Hier geht es schließlich um Ihr Leben!

Gut, die Baseballkappe haben Sie gegen eine kleidsame Baskenmütze vertauscht. Nur in Spanien, da sollten Sie vielleicht doch lieber ein Kopftuch umbinden. Weiter: Die Haare weder kurz noch lang – damit man sie weder für eben Ledernacken noch einen Hippie hält. Und: Kinderphotos nicht vergessen (Terroristen sind ganz verrückt auf die kleinen Schätzchen). Den Hotelschlüssel geben Sie bitte nicht ab, Ihre Privatadresse beim Empfang nicht an. Und wenn der Terrorist im Nachbarzimmer auch noch so laut gegen die Wände poltert: Machen Sie niemals, niemals das Radio aus. Damit Ghaddafi auch weiß, daß Sie gar nicht daran denken, als lebende Zielscheibe auf der Piazza herumzuspazieren.

Sie rauchen nicht? Das gewöhnen Sie sich besser wieder an. Und, my friend, HB statt Marlboro, understand? Übrigens: Falls Ihnen Ölraffinerien, Fitneßcenter oder ein paar besonders prächtige Rinder gehören – bitte nicht first class fliegen. Der neidische Terrorist könnte sie sonst um einen Zuschuß für neuen Plastiksprengstoff angehen.