Mit dem CDU-Generalsekretär sprach Gunter Hofmann

ZEIT: Herr Geißler, Sie sind der Generalsekretär, der „Kopf“ der CDU. Für Strauß sind sie der Antipode in der Strategiedebatte der letzten Monate über die lange Serie von Wahlschlappen. Sind Sie auch der Vater der jüngsten Niederlagen?

Geißler: Nein. Einige wollen mich dazu machen. Aber dem Vaterschaftsprozeß sehe ich mit Gelassenheit entgegen. Die Wahlergebnisse in Schleswig-Holstein entsprechen, so leid einem das tun muß – aber man kann ja Fakten nicht beseitigen, indem man sie ignoriert –, vom Wahlkampfverlauf und vom Wählerverhalten her gesehen, mit Ausnahme von Hessen den Bundestags- und Landtagswahlen in diesem Jahr. Gerade deswegen habe ich ja die Wahlanalyse erarbeitet und sie dem Bundesvorstand vorgelegt, der sie auch gebilligt hat.

ZEIT: Die CDU hat also noch nicht umsetzen können, was Sie aus Ihren Analysen der Wahlniederlagen ableiten?

Geißler: Nein. Die Wahlanalyse haben wir am 18. Juni erörtert. Die Konsequenzen müssen erst gezogen werden.

ZEIT: Fühlen sie sich denn in Ihrer Analyse bestärkt?

Geißler: Ja, leider! Aber die Wahl hat auch ein positives Ergebnis. Wir bleiben in Schleswig-Holstein mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an der Regierung und die CDU behält ihre Mehrheit im Bundesrat. Aber diese Stabilisierung der politischen Macht ist nur eine Seite. Die andere Seite ist: Man darf sich mit dem Machterhalt nicht zufriedengeben.