Für deutsche Aktien hat sich in jüngster Zeit das Umfeld entscheidend verbessert. Die Geihr eines weiteren Dollar-Rückgangs gilt vorerst als gebannt. Dadurch entfällt für die Notenbank in den Vereinigten Staaten die Notwendigkeit, die Leitzinsen noch einmal heraufsetzen zu müssen. Das entlastet den deutschen Rentenmarkt, wo sich der Rendite-Anstieg in den vergangenen Tagen nicht mehr weiter fortgesetzt hat. Nach den Wahlen in Bremen und Schleswig-Holstein werden von der Innenpolitik keine Störungen mehr erwartet. Außerdem steigt das konjunkturelle Wachstum.

Dennoch hat sich der in den deutschen Börsensälen aufgekommene Optimismus noch nicht in entsprechenden Kaufaufträgen niedergeschlagen. Trotz schleppender Umsätze ist indes deutlich geworden, daß zu den jetzigen Kursen in den meisten Standardwerten eine gewisse Marktenge herrscht. Nur so ist es zu erklären, daß zu Beginn dieser Woche der Siemens-Kurs an einem Tag um zwanzig Mark steigen konnte.

Dabei zählen Elektrowerte keineswegs zu den Anlagefavoriten. Im Vordergrund stehen nach wie vor die Titel der Großchemie, deren weiterer Kursanstieg durch ständige Gewinnmitnahmen der Börsenkulisse zwar gebremst, aber nicht verhindert wird. Obwohl analytisch teuer, gelten auch Einzelhandelswerte als aussichtsreich. Vorbehalte werden jedoch gegenüber Massa geltend gemacht. Sie treffen indirekt auch die Asko Deutsche Kaufhaus AG, bei der gegenwärtig eine Kapitalerhöhung läuft. „Für den nüchternen Betrachter ist die forsche Expansionspolitik des Unternehmens etwas zu rasant“, meint zu diesem Thema die Oldenburgische Landesbank. K. W.