Menschliche Genome könnten mit einer neuartigen Methode rascher als bisher entschlüsselt werden. Dies erklären Wissenschaftler, die in St. Louis (US-Staat Missouri) aus menschlichen Zellen stammendes, genetisches Material in Hefezellen vermehrt haben. Hier nämlich vervielfältigen sich Teilstücke der Erbsubstanzmoleküle DNS, die zehnmal so lang waren wie solche, die von Bakterienzellen vermehrt werden können. Die dadurch gegebene Möglichkeit, längere DNS-Sequenzen untersuchen zu können, spart Zeit und beseitigt eine Reihe von Fehlerquellen.

Hefezellen besitzen einen Zellkern und sind deshalb den menschlichen Zellen ähnlicher als die kernlosen Bakterien, die ihr genetisches Material auf andere Weise ablesen und vervielfältigen als Organismen mit Zellkern.

Der Rationalisierungseffekt, der beim Vermehren menschlicher Chromosomenbestandteile in Hefe erreicht wird, kommt Bestrebungen in der Molekularbiologie entgegen, in einem internationalen Forschungsverbund die mehr als drei Milliarden genetischer Instruktionen, die in einem Genom des Menschen codiert sind, zu entschlüsseln, wofür 10 bis 20 Jahre veranschlagt sind. F. W.