Der uralte Streit darüber, welche Art der Fortbewegung bei plötzlich einsetzendem Regen die vorteilhafteste sei, ist – endlich – entschieden. Die Streitfrage: soll jemand raschen Schrittes zum nächst erreichbaren Schutzdach eilen und dabei gegen den Regen laufend eine Menge Tropfen – im wesentlichen mit seiner Vorderseite – quasi abschöpfen? Oder soll er gemächlich voranschreiten, was ihn zwar dem Regen länger aussetzen, dafür jedoch pro Zeiteinheit weniger Tropfen sammeln lassen würde? Bislang waren wir hier auf unseren Instinkt angewiesen, der uns die erste Lösung nahelegte.

Jetzt aber hat Professor Alessandro De Angelis von der italienischen Universität von Udine das Problem gelöst. Als Modell des Menschen diente ihm ein Parallelepiped und als – freilich etwas einschränkende – Grundannahme ein senkrecht fallender Regen. Dies und andere Einflußgrößen in seinen mathematischen Kalkül einbeziehend, kam der Gelehrte zu dem Ergebnis: Wer zügig ausschreitet (drei Meter pro Sekunde), wird um zehn Prozent nasser als jemand, der mit Weltrekordgeschwindigkeit (10 m/sek) durch den Regen rast. Fazit: Die Anstrengung lohnt sich kaum. ow