Eine gigantische Radioteleskop-Anlage soll der indischen Astronomie zu neuem Auftrieb verhelfen. Zweihundert Kilometer östlich von Bombay soll bis zum Jahr 1992 ein Areal von 34 steuerbaren Parabolantennen mit jeweils 45 Metern Durchmesser entstehen, die Antennen werden zusammen ein großes Y bilden, das ein Gebiet von 25 Quadratkilometern überdeckt. Mittels der sogenannten Interferometer-Technik können die Antennen dann zusammengeschaltet und quasi als ein Teleskop benutzt werden. Bei dieser Technik peilen die voneinander entfernt stehenden Antennen das gleiche Objekt an. Der Vergleich der empfangenen Signale liefert eine besonders hohe Auflösung.

Die Anlage ist dem Very Large Array im amerikanischen Soccoro vergleichbar, soll aber in einem anderen Wellenlängenbereich arbeiten, im Bereich der Meterwellen. Dieser Teil des elektromagnetischen Spektrums kann in den hochtechnisierten Industrieländern nicht mehr astronomisch genutzt werden, da er zu stark durch „hausgemachte“ Radiostrahlung verschmutzt ist. Die indische Regierung hat dem 20-Millionen-Dollar-Projekt bereits zugestimmt. R. K.