Die konjunkturelle Belebung wird sich nach Ansicht des Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung auch im zweiten Halbjahr 1987 fortsetzen. Zudem bestünden auch nicht ungünstige Bedingungen für einen weiteren Aufschwung im kommenden Jahr. Die Verbraucherpreise werden nach Meinung der Kieler Forscher in der zweiten Jahreshälfte mit einer Jahresrate von mehr als zwei Prozent steigen, im Jahresdurchschnitt wären dann die Preise um 0,5 Prozent höher als 1986. Für 1988 wird mit einem Preisauftrieb von mehr als drei Prozent gerechnet. Dagegen werde der Anstieg der Beschäftigung trotz der Belebung gering bleiben, mit einem Abbau der Arbeitslosigkeit sei nicht zu rechnen.

Um das Beschäftigungsproblem zu lösen, reichen die Wachstumsspielräume der deutschen Wirtschaft derzeit nicht aus. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der Deutschen Wirtschaft in einer Analyse der langfristigen Wachstums- und Beschäftigungsentwicklung. Wichtige Voraussetzungen für den Abbau der hohen Arbeitslosenzahl seien eine rasche Ausweitung und bessere Nutzung der bereits vorhandenen Produktionskapazitäten. Das Produktionspotential sei in den vergangenen fünfzehn Jahren weit vom Vollbeschäftigungs-Wachstumspfad abgewichen.

Im Außenhandel mit Agrargütern hat sich das Defizit der Bundesrepublik im ersten Halbjahr 1987 verringert. Nach Angaben des Bundesernährungsministeriums sank die Einfuhr gegenüber dem Vorjahr um rund neun Prozent auf 25,85 Milliarden Mark. Die Ausfuhr verringerte sich um drei Prozent auf 13,16 Milliarden. Der Überschuß verringerte sich dadurch um 2,12 Milliarden auf 12,69 Milliarden Mark.

Mit einem Umsatzzuwachs von vier Prozent beim Buchhandel und von etwa sieben Prozent bei den Verlagen hat die deutsche Bücherbranche im vergangenen Jahr weiter zugelegt. Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels wurden im Buchhandel insgesamt 9,76 Milliarden Mark umgesetzt. Mit rund 63 700 Titeln wurden im vergangenen Jahr 6000 Titel mehr an den Markt gebracht als 1985. Mit 9375 Titeln wurde die bislang höchste Jahreszahl bei Taschenbüchern erreicht. Fast fünf- zehn Prozent der Bücher waren 1986 die preisgünstigen Pappbände.