Die Ungarn werden die ersten Steuerzahler im Ostblock.

Nach einer lebhaften Debatte billigte das Parlament in Budapest am vergangenen Wochenende ein von der Regierung entworfenes Steuerreformgesetz. Es legt fest, daß die ungarischen Verbraucher künftig tief in die Tasche greifen müssen, um den leeren Staatssäckel wieder zu füllen: Bis zu 25 Prozent Mehrwertsteuer und maximal 60 Prozent Einkommenssteuer wird der Fiskus seinen Bürgern ab 1. Januar 1988 abknöpfen.

Eine Kurskorrektur der ungarischen Wirtschaftspolitik war dringend geboten, denn 16,6 Milliarden Dollar West-Schulden drücken auf den sozialistischen Haushalt der Magyaren. Die radikale Reform soll langfristig die marode Wirtschaft des Landes in Schwung bringen. Ausländische Experten bezweifeln allerdings, ob die Maßnahmen zum gewünschten Effekt führen, zumal die horrende Steuerbelastung den traditionellen Unternehmergeist der Ungarn eher dämpfen dürfte. B. G.