Die deutsche Wirtschaft hat einen neuen, besonders für Entwicklungsländer interessanten Exportartikel auf ihrer Orderliste: Altfabriken, die deutsche Umweltschutznormen nicht mehr erfüllen. Obwohl Entwicklungshilfe-Minister Hans Klein (CSU) seit neuestem größten Wert auf die Umweltverträglichkeit von Hilfsprojekten legt, macht ausgerechnet ein Staatsbetrieb der übrigen Wirtschaft vor, wie das Geschäft funktioniert.

Die Saarbergwerke, zu 74 Prozent in Bundesbesitz, zu 26 Prozent saarländisches Landeseigentum, will zwei ihrer Kraftwerksblöcke, die nach der Großfeuerungsanlagen-Verordnung noch in diesem Jahr stillgelegt werden müßten, nach China verkaufen. Denn die Nachrüstung, so Claus Ebel, Chef der Kraftwerkssparte, „rechnet sich nicht“. Da traf es sich gut, daß eine chinesische Delegation unter Leitung des stellvertretenden Energieminister Shen Zhongmin an den beiden Stromfabriken, Baujahr 1954 und 1960, ernsthaftes Interesse zeigte.

Ein skandalöses Geschäft, wie die Grünen im Saarland meinen. Aber Ministerpräsident Oskar Lafontaine hat damit keine Probleme. Unter der Regie seiner Landesregierung ist der Handel angebahnt worden.

Der Streit zwischen dem deutschen Bankgewerbe und der Bundespost ist ein Dauerbrenner, bei dem es nur um ein Thema geht: die Aktivitäten der Postler mit immer neuen Bankdiensten. Jetzt bekam Postminister Christian Schwarz-Schilling wieder Post von den Banken. Der Zentrale Kreditausschuß (ZKA), in dem die Spitzenverbände der deutschen Kreditwirtschaft zusammengeschlossen sind, beschwerte sich über einen Betriebsversuch des Staatsbetriebes in München und Hamburg. In beiden Städten lockt die Postsparkasse zum „Sparen mit festem Zins“: Wer dort sein Geld für zwölf Monate festlegt, bekommt vier Prozent Zinsen, bei zweijähriger Laufzeit gar 4,5 Prozent pro Jahr. Beim Bankgewerbe liegen die Konditionen im Schnitt einen ganzen Prozentpunkt niedriger.

Nach Ansicht des Kreditausschusses entsprechen die Postzinsen überhaupt nicht den Marktverhältnissen; Schwarz-Schilling möge doch bitte für marktgerechte Konditionen und einen fairen Wettbewerb sorgen. Im übrigen halte man ein solches Angebot überhaupt für überflüssig, weil ja die Banken schon eine umfangreiche Palette von Sparformen anböten.

Im Postministerium nimmt man diese Kritik gelassen hin: Zwar werden zum ersten Februar die Zinsen bei diesem Angebot auf 3,75 beziehungsweise vier Prozent gesenkt, aber ansonsten denkt niemand daran, den „erfolgreichen Versuch“ abzubrechen.

Widersprüchliches ist über die Moskauer Aktivitäten des Airbus-Chefverkäufers Franz Josef Strauß, außerdem noch bayerischer Ministerpräsident, zu hören.