35 × 52
Vor 35 Jahren, im März 1953, saßen in Hamburg fünf Frauen beisammen und überlegten, wie sie den Flüchtlingen helfen könnten, die aus der DDR in die Bundesrepublik strömten. Sie hatten den Krieg und die Nazi-Zeit miterlebt und wußten, wie abgestumpft die Menschen gegenüber großen Zahlen geworden waren: 4,5 Millionen Tote im Krieg, zwölf Millionen Flüchtlinge aus den Ostgebieten..., das verschlug jedem Hilfsbereiten den Atem. Wie aber, wenn man Einzelschicksale auswählen und schildern würde?
Barbara, die Tochter des von den Nazis umgebrachten General Oster, war die treibende Kraft, darum: „Barbara bittet“. Ich machte mich anheischig, die für die ZEIT Verantwortlichen dafür zu gewinnen, in jeder Nummer in wenigen Zeilen das Schicksal eines Menschen darzustellen und um Hilfe zu bitten. Seither ist dies ohne Unterbrechung 35 Jahre lang in je 52 Ausgaben geschehen. Die Flüchtlingsstarthilfe, ein eingetragener Verein, hat in dieser Zeit 9,5 Millionen Mark zusammengebracht und in etwa gleicher Höhe zusätzlich Sachspenden erhalten – davon seit vielen Jahren achtzig Prozent durch „Barbara bittet“. 25 700 Flüchtlingen ermöglichte dies einen neuen Anfang dank der Befriedigung individueller Bedürfnisse: eine Schreibmaschine, ein Musikinstrument, eine Fahrkarte... Höchste Zeit, den Lesern einmal sehr von Herzen zu danken. Dff.





