Gesundheitsgefährdender Asbest lauert nicht nur in Hamburger Schulen und in vielen anderen Gebäuden in der Bundesrepublik – mit einem sehr ähnlichen Problem haben auch die USA zu kämpfen. Nach einer Schätzung der US-Umweltbehörde EPA enthält in den Vereinigten Staaten jedes fünfte Geschäftshaus leicht bröckelnden Asbest mit jenem Typ von Fasern, der für den Menschen das größte Risiko darstellt. Die Anfang März erschienene Studie geht davon aus, daß in 43 Prozent von den insgesamt 733 000 betroffenen Gebäuden der Asbest bereits so stark beschädigt ist, daß mit einem Übertritt von Fasern in die Raumluft gerechnet werden muß.

Dennoch plane die EPA keine neuen Schritte zur Regelung des Problems in den nächsten drei Jahren, berichtet die Zeitschrift Science News (Bd.133/87, S. 150). Bereits jetzt fehlten Geld und erfahrenes Personal zur Lösung des Asbest-Problems in den Schulen. Das nationale Programm zur Asbest-Kontrolle in Schulen genieße Priorität, da die Mineralfasern dort noch weiter verbreitet seien als in den Geschäftsgebäuden, und weil Asbest-Expositionen für Kinder ein größeres Krebsrisiko darstellten als für Erwachsene.

Inzwischen hat die EPA den US-Kongreß um Erlaubnis ersucht, jährlich 6,6 Millionen Dollar mehr ausgeben zu dürfen für die Asbest-Kontrolle und zur Entwicklung sicherer Methoden zum Einkapseln oder Entfernen der Mineralfasern. Eine große Gewerkschaft droht der EPA mit gerichtlichen Schritten. Sie will die Behörde zu einer sofortigen Suche nach Asbest in allen verdächtigen Geschäftshäusern zwingen, insbesondere um ahnungslose Handwerker vor gefährlichen Reparaturarbeiten zu schützen. HST