Der traditionelle Reiturlaub mit einem Ausritt am Tag scheint passé. Deutschlandurlaub zu Pferd ist neuerdings im Rahmen von abwechslungsreichen Pauschalen zu buchen.

Auf die steigenden Bedürfnisse der Kundschaft reagiert der Reiterreisemarkt mit Erfindungsreichtum. Veranstalter (unter anderem Pegasus, Gründgensstraße 6, 2000 Hamburg 60; Breuer, Wiesenstraße 25, 6108 Weiterstadt; Pferd und Reiter, Schulstraße 5, 2000 Hamburg 73) werben mit Angeboten, die sich früher allenfalls im Ausland realisieren ließen.

Im Mittelpunkt der Offerten stehen meist die kostengünstigen Kleinpferderassen. So bieten etwa die deutschen Ponyclubs (Anschriften in Pferdefachzeitschriften) dem Urlauber Unterricht im rasanten Viertakt-Tölt (Wochenpauschalen von 500 Mark an) – der beliebten, weil die Bandscheibe schonenden vierten Gangart der Isländer. Informationen beim Islandpferdezucht-Verband (IPZV), Tannenwalder Allee 49, 6380 Bad Homburg.

Tölt beherrschen etliche Pferderassen der Welt, in Deutschland kann man ihn auch auf Peruanischen Pasos (Gestüt Ägidienberg, 5340 Bad Honnef) oder auf Mangalarga Marchadores aus Brasilien (bei Lothar Schenzel, Ellringen 16, 2121 Dahlenburg) ausprobieren.

Daß man vom Norden über Mittelgebirge bis ins Tiroler Hochland mit Pferden und Ponys auf Reithöfen aller Kategorien Tages-, Nacht-, Stern- und Trailritte machen kann, listen über 150 Adressen mit Preisinfo in der Broschüre „Urlaub im Sattel“ auf (FN-Verlag, Freiherrvon-Langen-Straße 13, 4410 Warendorf, Preis: 6,80 Mark).

Der Wanderritt gewinnt an Beliebtheit: akzeptable Tagesetappen von rund 30 Kilometern im gemäßigten Tempo – wobei das Gepäck entweder hinter dem Sattel festgeschnallt oder in einem Begleitbus befördert wird.

Wem das nicht abenteuerlich genug ist, den lockt vielleicht die sogenannte „Western“-Reitweise, für die man nicht nach Texas fliegen muß. Für Einführungswochenenden sind von 300 Mark an zu zahlen, Intensivkurse kosten rund 700 Mark in der Woche. Ein wenig mehr als Chaps und Stetson gehört allerdings dazu: Adressen bei der Europäischen Western Union, Waldweg 14, 5108 Monschau-Höfen.

Eher hintergründig geht es dagegen bei den Kursen in der sogenannten „leichten Reitweise“ zu (Auskunft über Büro Bruns, Venusbergweg 10, 5300 Bonn). Sie basiert auf der genauen Kenntnis des Bewegungsapparats von Mensch und Pferd und berücksichtigt vor allem auch den Faktor „Psyche“. Und der ist in Anbetracht der vielen nervösen Pferde und der Angsthasen im Sattel vielleicht der wichtigste. Christine Lange