Bank und Börse Anlage für Liebhaber

Im Vergleich zu Wertpapieren schneidet Gold schlecht ab

Rothschild, Mocatta & Goldsmid, Samuel Montagu, Sharps Pixley und Mase Westpac (die frühere Johnson Matthey) – das sind Namen mit goldenem Klang. Diese fünf Häuser, jahrzehntelang die bedeutendsten Goldhändler der Welt, stellen jeden Tag zweimal in London den Preis des edlen gelben Metalls fest. Dieses Vormittags- und Nachmittags-Fixing meldet dann am nächsten Tag in den Zeitungen den Goldfans, was ihre güldenen Feinunzen (31,1 Gramm) wert sind. Das Fixing ist jedoch nur ein Teil des goldenen Spiels, das jeden Tag 24 Stunden lang mit Hilfe der Zeitzonen rund um den Globus gespielt wird. Und längst wird nicht mehr alles Spekulantengeld in solide Barren umgesetzt, sondern auch an Terminbörsen gehandelt.

Rund 1,3 Milliarden Unzen Gold wurden 1987 allein an den Terminmärkten der Vereinigten Staaten in Form von Kontrakten hin und her geschoben. Doch findet ein Handel nicht nur in Amerika, sondern auch in Hongkong, Singapur, Australien, Kanada und ein wenig in Europa statt.

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Im Gegensatz zum Papiergold an den Terminbörsen ist das Zentrum des effektiven Goldhandels immer noch die City von London. Dort soll jeden Tag Gold für 1,5 bis 3 Milliarden Dollar den Besitzer wechseln. Es folgt Zürich. Über die schweizerische Finanzmetropole fließt ein großer Teil der fast dreißig Millionen Unzen in den Welt-Goldmarkt, die Jahr für Jahr die Südafrikaner und die Sowjets aus ihrer Produktion anbieten. Der Handel am Persischen Golf gilt als Umschlagsplatz für die umfangreichen Goldströme in und aus dem Fernen Osten. Auch Tokio ist zu einem bedeutenden Goldmarkt aufgerückt. New York gilt als Basis für den Terminhandel, Luxemburg als Hort der deutschen Steuerflüchtlinge.

Nach vagen Schätzungen werden jährlich drei bis vier Milliarden Unzen an den Goldmärkten und Terminbörsen umgewälzt. Das ist gut das Sechzigfache des im Jahr neu aus dem Boden geholten Goldes und mehr als alles Gold der Welt. Die größten Gold-Besitzer der Erde sind übrigens die Zentralbanken. Ihre Horte werden von der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) auf rund 1,2 Milliarden Unzen geschätzt. Wert: nach heutigem Goldpreis 900 Milliarden Mark.

Diese Notenbank-Bestände repräsentieren etwa 37 Prozent allen Goldes der Welt. Rund ein Viertel der Barren dürfte im Privatbesitz sein – als eiserne Reserve. Gut ein weiteres Viertel des Goldes steckt in Schmuck, Dekoration oder dient religiösen Zwecken. Und das verbleibende Zehntel hat die Industrie eingesetzt oder gilt als statistisch nicht auffindbar. Diese Zahlen hat die CPM Group in New York zusammengetragen, die die große US-Investmentbank Goldman Sachs als Analyse-Firma berät.

Sie führt auch penibel Buch, woher jedes Jahr das neue Goldangebot kommt und wohin es verkauft wird. Danach stammten vierzig Millionen Unzen aus der Förderung, davon knapp die Hälfte aus Südafrika. Hinzu kommen noch dreizehn Millionen Unzen Umschmelzgold und etwa neun Millionen Unzen aus dem Ostblock, zusammen also gut sechzig Millionen Unzen, das sind gut 1800 Tonnen.

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