DIE ZEIT

Zweite Amtszeit

Erstaunliche 54 Prozent für einen erstaunlichen Politiker: Der 71jährige François Mitterrand ist zum zweiten Mal ins Amt des französischen Staatspräsidenten gewählt worden.

Wolfgang Ebert: Wir Wassermänner

Als jetzt durch Ronald Reagans Ex-Stabschef Donald Regan bekannt wurde, daß das Präsidentenpaar bei so wichtigen Anlässen wie Gipfeltreffen von der Astrologie leiten läßt, fühlten wir uns dem Präsidenten noch enger verbunden, stehen wir doch mit ihm, bis auf vier Tage, ohnehin schon unter demselben Sternzeichen.

Analyse des Wahlergebnisses: Erdrutsch hinterm Deich

Die Landtagswahl hat die politische Landschaft unerwartet stark verändert. Schon bei der Wahl im September 1987 hatten die Sozialdemokraten die CDU in den meisten Regionen des Landes, vor allem den städtisch-bürgerlich geprägten, überholt und in den ländlichen Bereichen wie im Umland von Hamburg aufgeschlossen.

NACHRUF: Bodenständig und liberal

Um Georg Moser, den Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der am Montag im 65. Lebensjahr gestorben ist, war es schon seit einigen Jahren stiller geworden.

BONNER BÜHNE: Nichts ist kein Problem

Was für ein Geschiebe und Gewürge: So muß das wieder einmal auf Außenstehende und auch Insider wirken, ob es nun um Richard von Weizsäcker oder Nobert Blüm geht.

NACHLESE: Traumreise nach Amerika

Als Mensch, so sagen einige, die ihm im kleinen Kreis begegnet sind, habe Hermann Axen einen guten Eindruck gemacht: intelligent und vielseitig gebildet, belesen in amerikanischer Geschichte, anregend in der Deutung jüngster Entwicklungen in Osteuropa.

WELTBÜHNE: Von Herz zu Herzen

Nippons Ministerpräsident Noboru Takeshita, auf diplomatischer Tour in Europa, verkündete in der vorigen Woche allenthalben den Leitsatz der japanischen Politik: „Von Herz zu Herzen“.

Der Kanal: Schicksal und Geschäft

Die Wasserstraße hat lange vor ihrem mühevollen Bau die Geschicke der sumpfigen Landenge zwischen Costa Rica, Nicaragua und Kolumbien bestimmt.

Reagans Scheitern in Mittelamerika

Die Unruhen in Panama markieren auf gespenstische Weise das Ende einer acht Jahre dauernden Politik Washingtons gegenüber Mittelamerika, die den Isthmus mehrfach an den Rand eines Krieges geführt, aber keines der seit über achtzig Jahren schwelenden Problme gelöst hat.

Er führte kein Operettenregiment

1. Das Zweite Deutsche Kaiserreich wurde seit 1888 von einer kleinen Clique aus Hofgesellschaft, Adel, Generalität und höherem Beamtentum gesteuert, die dem Nonvaleur und Psychopaten Wilhelm II.

Philippinen: Historische Chance vertan

Wer hätte am 25. Februar 1986, als Corazon Aquino sich im aufgewühlten Manila als neue Präsidentin der Philippinen vereinigen ließ, schon darauf wetten wollen, daß sich die mutige, aber politisch unerfahrene Herausforderin des Diktators Marcos zwei Jahre im Malacañang-Palast würde halten können? Konnte doch der Jubel über die erfolgreiche “Revolution der Rosenkränze“ nicht über die fortbestehenden gewaltigen Probleme des Landes hinwegtäuschen: ein kommunistischer Aufstand, der den gesamten Archipel erfaßt hatte; eine durch Korruption und hemmungslose Bereicherung ausgeblutete Wirtschaft und zerrüttete Staatsfinanzen; eine gespaltene Armee; Massenarmut und Menschenrechtsverletzungen.

Große Worte, verzagte Taten

Es liegt nicht an der schwachen Propaganda, wie von den Regierungsparteien allenthalben beklagt wird, daß die Leistungen der Bundesregierung in einem fahlen Licht erscheinen.

Bonner Kulisse

Die Bundeswehr schützt nicht nur die Sicherheit der Republik, sondern auch die Natur. Letzteres ließe sich, so der CSU-Abgeordnete Benno Zierer, wohl noch ausbauen, speziell durch „Maßnahmen des Umwelt- und Naturschutzes auf Truppenübungsplätzen“.

Energiesparen: Chancenlos

Das Thema Energieeinsparung ist für die Bonner Regierungspolitiker allenfalls noch gut für Sonntagsreden. Die Zeiten teuren Öls sind vorläufig vorbei, und die Umweltpolitiker in der Union, die an dem Thema noch Interesse haben, können sich gegen die übermächtige Wirtschaftslobby nicht durchsetzen.

Kapitalmarkt: Schwarzmaler

Steigende Zinsen, das wissen die Börsianer, sind Vorboten üblerer Erscheinungen: Kursverluste an den Finanzmärkten, Inflation, Konjunktureinbruch – das sind so die Begriffe, an die Finanzleute unwillkürlich mit Grausen denken, wenn der Zinstrend – wie jetzt – nach oben zeigt.

Nikolaus Piper:: Zwischen Marx und Pepsi-Cola

Im siebzigsten Jahr der Oktoberrevolution hält der Konsumterror Einzug in Moskau. Vom 17. Mai an darf der amerikanische Getränkekonzern Pepsi-Cola im sowjetischen Fernsehen zur besten Sendezeit mit 60-Sekunden-Spots für seine Limonade werben.

Zeitliches aus Italien: Kunstvolle Mafia

Ein Wunder war dem Pater Lorenzo Zorza nicht beschieden. Die italienische Polizei legte Don Zorza in Handschellen, als dieser Unheil witternd und Brevier lesend in der Wohnung seiner Gastgeberin Adria Santunione auf und ab ging.

Landwirtschaft: Schwein schmeckt fetter besser

Der Wettbewerb der Schweine begann abends um sieben und endete nach Mitternacht. In Konkurrenz standen Schweine der Provenienzen Pietrain/Deutsche Landrasse, Duroc, Deutsche Landrasse Reinzucht, Schwäbisch Hällisch und Wildschwein/Deutsche Landrasse.

Börsenspiel: Abwarten lautet die Devise

Trotz guter Unternehmensnachrichten will unter den Börsianern keine gute Stimmung aufkommen. Das liegt auch an der immer mehr um sich greifenden Furcht vor steigenden Zinsen und anziehenden Inflationsraten.

Markt-Report: Neues Geld fehlt

Der Mai hat am deutschen Aktienmarkt bisher kein gutes Geschäft gebracht. Wenn die Kurse zurückgehen sollten, ist dies allerdings weniger einem Verkaufsdruck zu verdanken als vielmehr dem Umstand, daß derzeit weder Ausländer, noch inländische Großanleger, geschweige denn private Kunden bereit sind, neues Geld zu investieren.

Abschreckende Wirkung

Gansel: Nein. Im vorliegenden Fall ging es auch nicht um die Auswirkung des Südafrika-Geschäfts oder des Ausschusses auf Aufträge für HDW.

MANAGER UND MÄRKTE

Die Liaison Springer-Kirch beflügelt die Phantasie der Betrachter weiter. Der Branchendienst Platow-Brief, der als erster die Poolvereinigung der Springer-Aktionäre Leo Kirch und Franz und Frieder Burda aufgedeckt hatte, meldete nun eine neue hochkarätige Verbindung: Der Gütersloher Mediengigant Bertelsmann habe versucht, sich das Springer-Aktienpaket des Filmhändlers Kirch zu verschaffen – also wenigstens zehn Prozent.

Das lange Ende des Booms

Carl Hahn, Vorstandschef des gerade fünfzig Jahre alten Unternehmens Volkswagen, macht in diesen Tagen keinen Hehl aus seiner guten Stimmung.

Die selbstverschuldete Krankheit

Lateinamerikas Eliten müssen in eigener Verantwortung die drohenden sozialen und ökologischen Katastrophen abwenden

Rudolf Engen: Unfälle verkaufen

Immer wenn sich auf der Autobahn ein Unfall ereignet hat, kommt der Verkehr in beiden Richtungen ins Stocken. Was keine amtliche Geschwindigkeitsbegrenzung vermag, bewirkt die Neugier: Man tritt auf die Bremse, um das Unglück en detail in sich aufzunehmen; möglichst noch mit der Kamera.

+ Weitere Artikel anzeigen