Gesättigte Fettsäuren, wird immer behauptet, erhöhten den Cholesterin-Spiegel im Blut, förderten die Verkalkung der Gefäße und damit das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Doch wurde mit diesem pauschalen Urteil eine Substanz offenbar zu Unrecht verurteilt: Stearinsäure. Diese gesättigte Fettsäure, reichlich enthalten in Rinderfett und Kakaobutter, scheint den Cholesterin-Spiegel entgegen der bisherigen Lehrmeinung nicht zu erhöhen. Scott M. Grundy und Andrea Bonanome haben an der Universität Texas elf Männern je drei Wochen lang unterschiedliche Diäten verordnet; eine mit viel Stearinsäure, eine mit viel Palmitinsäure und eine mit viel Oleinsäure. Palmitinsäure ist eine gesättigte Fettsäure, die in Palmöl und tierischen Fetten vorkommt und den Cholesterin-Spiegel in die Höhe peitscht. Oleinsäure, vertreten in Olivenöl, Raps und Sonnenblumenkernen, ist hingegen einfach ungesättigt und gilt als unbedenklich. Verglichen mit der Palmitinsäure-Diät, war der Cholesterin-Spiegel bei den Männern mit Stearinsäure-Diät um 14 Prozent und bei der Oleinsäure-Diät um zehn Prozent vermindert, berichtet die Zeitschrift Science (Bd. 240/88. S. 1149). Stearinsäure steigert den Cholesteringehalt genauso wenig wie Oleinsäure, ja schneidet sogar besser ab. Diese Befunde werden zwar nicht die Diät-Empfehlungen der Mediziner umwerfen, eine möglichst fett- und kalorienarme Rost anzustreben, doch könnten sie die manchmal fade Diät aufpeppen helfen. Scott Grundy: „Wenn man beispielsweise in Margarine Oleinsäure durch Stearinsäure ersetzen würde, sollte das deren Beschaffenheit und Geschmack verbessern, ohne den Cholesterin-Spiegel zu erhöhen“. Nur mit gesättigten Fettsäuren lasse sich beim Braten eine schmackhafte Kruste erzeugen. Offen bleibt allerdings vorerst die Frage, ob auch der Stoffwechsel von Frauen genauso auf die Stearinsäure reagiert. HE

Eine neue Blattlausart haben Wissenschaftler der Universität Gießen entdeckt. Wie die Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft mitteilte, wurde die bislang in Deutschland unbekannte Art auf Lupinen gefunden. Gewöhnliche Blattläuse können auf den alkaloidreichen Lupinen gar nicht überleben. Die Lupinenblattlaus ist in den USA beheimatet und gelangte vermutlich als blinder Passagier über den Flughafen Heathrow nach England. Wie die Läuse den Sprung über den Kanal schafften, war nicht nachvollziehbar. HST