DIE ZEIT

Gewaschen gegen ungewaschen

Überfluß und Mangel liegen auf dem Weltkaffeemarkt dicht beieinander: Die Preise sind im Keller, trotzdem bekommen die deutschen Röster nicht in ausreichender Menge jene Sorten, die die heimischen Verbraucher verlangen.

Im Gespräch

Das freundliche Lächeln vom Auftakt war am dritten Tag erfroren. In Panmunjom, dem Waffenstillstandsort am 38. Breitengrad, fielen die Parlamentarier aus Nord- und Südkorea einander ungeduldig ins Wort und schlugen verbittert mit der Faust auf den Tisch.

Polnische Zwickmühle

Wie immer das gegenwärtige Kräftemessen in Polen auch ausgeht, für Gorbatschow kann es schwerlich gut enden. Setzen sich in der polnischen Partei wiederum, wie schon vor acht Jahren, jene Kräfte durch, die jede unabhängige Regung als Bedrohung ihrer Macht empfinden, lassen sie die bestreikten Betriebe räumen und die Streikführer verurteilen, suchen sie das Land in jene apathische Ruhe zurückzuversetzen, wie sie nach Verhängung des Kriegsrechts herrschte, kann Gorbatschows Perestrojka nur darunter leiden.

Robbenrecht

Zum einen hat das Bundesverwaltungsgericht nach einem jahrelangen Rechtsstreit entschieden, daß Zivildienst auch bei Greenpeace geleistet werden kann.

Worte der Woche

republikanischer Präsidentschaftskandidat „Nach den Erfahrungen dieser Woche glaube ich zu wissen, wie ich mich darstellen sollte.

Zeitspiegel

Ungeheuerliches soll im kalifornischen Lawrence Livermore-Laboratorium geschehen sein. Der Chefchemiker des führenden westlichen Forschungszentrums für Nuklear- und Weltraumwaffen ist nach 26 Jahren Betriebszugehörigkeit flüchtig; sechs Angestellte wurden verhaftet, zehn weitere gefeuert.

„Genscher trägt auf beiden Schultern“

Genscher, der Super-Schlangenmensch, so lautete in der vorigen Woche der Titel eines Leitartikels der Washington Post, den dann International Herald Tribune rund um die Welt verbreitete.

Spielbankenskandal in Niedersachsen: Aus dem Westen nichts Neues

Schon im fernen Florida hatte er es gerühmt, sein visuelles Gedächtnis. Nun wollte Laszlo Maria von Rath auch in Hannover, vor dem Spielbanken-Untersuchungsausschuß, mit präzisem Erinnerungsvermögen auftrumpfen und seine schweren Vorwürfe gegen die niedersächsische CDU untermauern.

Wolfgang Ebert: Späth-Urlaub

Es war ein Schuß ins Dunkle gewesen: die Vermutung in der letzten Kolumne, Lothar Späth sei, als neuer Beitrag zur Arbeitszeitverkürzung, der „Urlaub am Arbeitsplatz“ eingefallen.

NEUKALEDONIEN: Hält der Pariser Schwur?

Die Erzfeinde, ermattet von dreitägigen Verhandlungen, reichten sich die Hand zur Versöhnung. Auf Frankreichs pazifischem Überseeterritorium Neukaledonien soll nach monatelangem Morden Ruhe einkehren.

WELTBÜHNE: Intensivstation Nr. 598

Was ist schon vorhersehbar in der Politik? Jahrzehntelang haben Wissenschaftler vergebens versucht, das Weltgeschehen mit Theorien einzufangen, um so Verbindungen erklären, Entwicklungen vorhersagen zu können.

NORDIRLAND: Terror in Tyrone

Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) hat allein in diesem Jahr 74 britische Soldaten getötet, mehr als in den vorangegangenen fünf Jahren zusammen genommen.

BONNER BÜHNE: Wie ist die Lage?

Irgendwie ist das schon komisch: Bonn atmet geradezu auf. Es geht wieder los, es wird wieder regiert. Helmut Kohl ist zurück, ebenso Hans-Jochen Vogel.

Opium fürs Volk

Politiker und Ärzte feiern die Kunstdroge Methadon als Wundermittel gegen die Rauschgiftsucht

Hamburger Kessel: 800 Kläger

Der Leitende Polizeidirektor Lothar Arthecker zögert noch. Erst hat er „nein“ gesagt, dann wurde er umgestimmt, angeblich während eines Segeltörns auf der Ostsee.

Ja zum Öl

Die Lage ist „verheerend“. In der Bundesrepublik richten „destruktive Kräfte ... planmäßig ihre Aktivitäten auf die verschiedensten Wirtschaftszweige“, sie erzeugen „wachsende Ratlosigkeit, öffentliches Mißbehagen und Schlimmeres“.

Endlich Ernst gemacht!

Ich möchte hier feststellen..., daß wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa im althergebrachten Sinne Dank schuldig sind.

Falsche Therapie

Mit den Bauern haben wir nur Ärger: Steuerzahler und Verbraucher unterstützen die Agrarproduktion mit Milliardenbeträgen; zum Dank vergiften Landwirte das Grundwasser mit Gülle und Stickstoff, sorgen für die Verödung der Landschaft, liefern uns Fleisch mit Rückständen aus dem Chemielabor und züchten Hühner, Schweine und Kälber unter Bedingungen, die immer mehr Menschen als Barbarei empfinden.

Gesucht wie Gold

Für viele Unternehmen ist Erich J. Lejeune die letzte Rettung: „Hilfe, wir brauchen Chips, koste es, was es wolle“, so kommen die Notrufe aus den Betrieben.

Rainer Hupe: Exempel an der Elbe

Die Botschaft war der Zweck. Nicht einmal hundert Tage mußte der neue schleswigholsteinische Sozial- und Energieminister Günter Jansen warten, dann hatte er seinen Fall.

Kohleförderung: Falsche Sicht

Das gemeinhin Jahrhundertvertrag genannte Dreiecksgeschäft zwischen Bundesregierung, Elektrizitätswirtschaft und Steinkohlenbergbau ist wettbewerbsrechtlich zunehmend umstritten.

Länderfinanzen: Heikler Rat

Die undisziplinierten Bundesländer! Nach Jahren strenger Haushaltspolitik hat sich 1987 ihre Neuverschuldung erstmals kräftig erhöht; gleichzeitig wuchsen ihre Ausgaben um 3,9 Prozent, während sich der bescheidene Bund mit einem Prozent weniger begnügte.

Lohnnebenkosten: Unbedachter Vorschlag

Alle reden von den finanziellen Nöten der Bundesanstalt für Arbeit. Schon in diesem Jahr fehlt vermutlich eine Milliarde Mark in der Kasse der Nürnberger Behörde, 1989 wird das Defizit gar auf rund fünf Milliarden Mark geschätzt.

Ökonomie: Vom Schleier befreit

Ein wirtschaftswissenschaftliches Lehrbuch ist so ziemlich das letzte, zu dem ein normaler Mensch aus freien Stücken greift.

Markt-Report: Abwarten

Die Tendenz an den Weltbörsen steht im Zeichen des offenbar nicht zu bändigenden Dollars und einer um sich greifenden Furcht vor steigenden Zinsen.

Zeit und Geld: AEG-Optionen für den Papierkorb

Selbst für Kenner des Termingeschäftes kam die Nachricht überraschend. Der Vorstand der Frankfurter Wertpapierbörse erklärte in der vergangenen Woche, daß alle Optionsgeschäfte in AEG-Aktien am 22.

Bank und Börse: Vom Keller in die Beletage

In der vergangenen Woche zählten Bauaktien zu den Lieblingen der Börsianer. Die Westdeutsche Landesbank ermittelte, daß unter den sechs Werten mit den größten Kursgewinnen insgesamt vier Werte aus der Baubranche zu finden waren.

LÄNDER IM VERGLEICH

Die Warnungen jener Wirtschaftsexperten, die ein Ende der Phase relativer Preisstabilität in den Industrieländern prophezeien, scheinen tatsächlich begründet zu sein.

MANAGER UND MÄRKTE

Nicht mehr der große Bruder Stern liefert der Hamburger Morgenpost, dem Boulevardblatt des Großverlags Gruner + Jahr, künftig die wöchentliche Programmbeilage.

Viel Schindluder

ZEIT: Herr Müller, die Zahl der Lebensmittelskandale reißt nicht ab. Dem verunsicherten Konsumenten werden als Alternative immer öfter sogenannte Bioprodukte angeboten.

ZEITRAFFER

Einen Exportüberschuß von 14,2 Milliarden Mark hat die Bundesrepublik im Juni erzielt. Einer Wareneinfuhr im Wert von 36,1 Milliarden Mark stand eine Ausfuhr von 50,3 Milliarden Mark gegenüber.

Sauwohl und rentabel

Der Hormonskandal weckt Interesse an traditionellen Methoden der Fleischproduktion

Erforscht und erfunden

Königlicher Duft. Das chemische Hoheitszeichen einer Bienenkönigin besteht offenbar aus fünf charakteristischen Duftstoffen, die kanadische Forscher jetzt aus einem Gemisch von mehr als zwei Dutzend Substanzen aus den Speicheldrüsen der Tiere isoliert haben.

Gegen Nachwuchs geimpft

Genau 5,11 Milliarden Menschen, so die jüngste Schätzung der Vereinten Nationen, bevölkern derzeit die Erde. Jede Minute kommen 150 Menschen dazu, jeden Tag eine Stadt wie Kiel oder Bonn, jedes Jahr die Bevölkerung von Mexiko oder Pakistan.

DAS GELD schreibt

In seine schlimmste Krise geriet er 1974. Da lief „Der große Gatsby“ mit einem Robert Redford, der nur im Weißen Anzug auftrat.

Zeitmosaik

Ein Weltblatt erkennt man unter anderem auch daran, daß es seine bedeutenden Redakteure gelegentlich auf Weltreise schickt. Also verwundert es nicht, wenn die angesehene Süddeutsche Zeitung den langjährigen, angesehenen Leiter ihres Feuilletons ans andere Ende des Erdballs entsendet – für einen Exklusiv-Bericht Albrecht Roeselers vom 4.

Musik des Aufruhrs

Jetzt können wir die drei Silben BKA auch anders entziffern. Wer bisher nur an das Bundeskriminalamt in Wiesbaden gedacht hat, mag aufatmen.

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