DIE ZEIT

Grenzwächter

Wenn Washingtons fruchtlose Nahostpolitik während der Reagan-Ära bisher Rätsel aufgab, dann hat George Shultz am vergangenen Wochenende die Lösung geliefert.

Im Gezeitenwechsel der Weltpolitik

„Dunkle Schatten liegen vor uns. Nicht, daß man sich einen Krieg in Europa vorstellen müßte, aber auf wachsende Ängste und Aggressionen muß man gefaßt sein, auf Polarisierung und bittere Feindschaft, auch auf weitere Verschwendung von Kapital und Ressourcen.

Mit neuer Dame

So also nimmt sich die Regierungsriege endgültig aus. Wenn nicht abermals unerwartete Wechselfälle eintreten, wird der Kanzler das Wahlmarathon der beiden nächsten Jahre mit der Ministermannschaft bestreiten, die er mit der Berufung der Professorin Ursula Maria Lehr zur Nachfolgerin von Rita Süssmuth wieder vervollständigt hat.

Spitzel und Wanzen

Der Westberliner Verfassungsschutz, so behauptet es jedenfalls Innensenator Wilhelm Kewenig, sei keine „Mischung von Kindergarten und Irrenhaus“.

Streit um den Staat „Palästina“: Das Stehaufmännchen am Jordan

Es ist unmöglich, über Jassir Arafat nicht immer wieder sprechen zu müssen. So, wie er dieser Tage die Titelseiten der Weltpresse und die Nachrichtensendungen sämtlicher Fernsehstationen beherrscht, so geschah dies, ob in Niederlagen, ob in Triumphen, häufig in den vergangenen 20 Jahren.

Zeitspiegel

Die Sprache ist ein Herrschaftsinstrument, das ist der Anfang aller politischen Rhetorik. Ihre ganze Wucht entfaltet sie nicht durch sublimen Einsatz, sondern durch nervende Wiederholung.

Reform säen, Sturm ernten

Allein die leicht angehaltenen, gepreßt wirkenden Atemzüge verrieten, daß der Mann im taubenblauen Anzug, während er noch als friedlich vermittelnder Parlamentär sprach, in seinem aufgewühlten Innern nur mühsam die schon zurechtgelegten Kampfansagen zurückdrängte.

War Hitler ohne Stalin möglich?

Hitler kam an die Macht und konnte seine Macht behaupten, weil die Arbeiterklasse gespalten war. Die Reformisten hatten sie bekanntlich gespalten.

Ein Land ohne Lachen

Wo wollen Sie hin? Welche Hausnummer? Zu wem?“ Die Stimmen kamen von oben. Ich sah die vielen Frager nicht sofort. Sie standen im ersten Stock, über die Balkongitter gebeugt, und hatten mich beobachtet, seit ich aus dem Taxi gestiegen war.

Weltbühne: Bußgang eines Diktators

Alles will er, muß er hergeben: Geld und Gut, seine beiden Golfclub-Mitgliedschaften. Vor einem Jahr noch Herrscher im „Blauen Haus“ zu Seoul, haust er nun in einer Mönchszelle – ohne Strom, ohne Toilette, ohne Heizung.

Vereinigte Staaten: Der Milliarden-Bomber

Nationalhymne, Reden und Trommelwirbel: Das Hallentor wurde aufgezogen, und zum Vorschein kam das Nonplusultra amerikanischer Flugzeugtechnik, der Stealth-Bomber B2, der von vorn einem mächtigen Rochen gleicht.

Bremen: Helm auf und durch

Bremens Regierungschef Klaus Wedemeier ist noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Fast alle 200 Delegierte eines außerordentlichen SPD-Landesparteitages segneten seine Senatorenliste am vergangenen Wochenende ab.

Bonner Bühne: Wir Kirchenmäuse

Wohl wahr, ein wenig grobschlächtig und pauschal ist Panorama schon gewesen, bei seiner Sendung über den Alkohol in Bonn, speziell im Bundestag.

Baltikum: Nur ein Wunder kann helfen

Tallinn am 1. Oktober. Gegen Mittag hat im riesigen Lenin-Kultur- und Sportpalast, den die Tallinner am liebsten „Stadthalle“ nennen, der Gründungskongreß der estnischen Volksfront Rahvarinne begonnen.

„Gefängnis der Völker“

Aufgeregt debattieren Passanten im Hauseingang am Leninprospekt Nr. l die jüngste Resolution der litauischen Freiheitsliga, die im Bestand der Sowjetunion keine Zukunft für die Litauische Republik sieht.

Hauptversammlung auf Schalke: Abgepfiffen

Die größte Attraktion, die der Fußball zur Zeit dem Publikum bieten kann, ist nicht der satte Torschuß. Auch der Doppelpaß lockt kaum noch einen Fan hinter dem Ofen hervor.

Gas, Gift und Gesundheitsgefahren: Hände weg!

Linker Hand Wälder mit seltenen Vögeln und klare Quellen, rechter Hand – im Sommer – Feldraine mit selten gewordenen Blumen – wer sich anschickt, auf dem Gumppenberg 30 Kilometer nordöstlich von Augsburg spazierenzugehen, der kommt zu dem Schluß: wenigstens hier ist die Welt noch in Ordnung.

Absturz in die Normalität

Innerhalb eines Tages wandelte sich die frohe Kunde in eine Hiobsbotschaft. Von, guten Wachstumsraten und sogar einem profitablen US Geschäft wußte die Nixdorf Mannschaft in den Vereinigten Staaten zu berichten.

Erziehen oder zahlen!

Norbert Blüm ist fast am Ziel. Die bemühte Kritik der Sozialdemokraten wird kaum verhindern können, daß die Rentenversicherung schließlich nach jenem maßvollen Konzept saniert wird, das der Arbeitsminister nach langen Debatten kürzlich vorgelegt hat: Danach sollen die wachsenden Lasten einer steigenden Rentnerzahl durch zunehmende Beiträge, geringere Rentensteigerungen und einen höheren Bundeszuschuß getragen werden.

Bonner Kulisse

Erster großer Auftritt von Ingrid Matthäus-Maier als finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Daß sie etwas von der Sache versteht, mußte sie nicht erst beweisen.

Heinz-Günter Kemmer:: Krupp – eine sturmreife Festung

Das Ansinnen aus Düsseldorf wurde schroff zurückgewiesen: Eine Mehrheitsbeteiligung von Thyssen an der Fried. Krupp GmbH sei „weder aus wirtschaftlichen Gründen angezeigt noch sinnvoll und aus rechtlichen Gründen auch nicht möglich“.

Opec: Paradox

Das Trauma sitzt offensichtlich tief. So machtlos die Opec, die Organisation der erdölexportierenden Länder, seit Jahren ist, so groß ist das Echo auf jede ihrer zähen Verhandlungsrunden, zumal wenn dabei auch noch ein mühsamer Kompromiß zustande kommt.

Einzelhandel: Risiko

Parallelen gibt es nur auf den ersten Blick: Die einst aus Konsumgenossenschaften hervorgegangenen Handelskonzerne co op und Asko zählten in den vergangenen Jahren zu den expansivsten der Branche.

Transrapid: Alles schwebt

In einem Rückblick, der im Jahre 2030 in der ZEIT erscheint, könnte es sich so lesen: Anfang der neunziger Jahre im vorigen Jahrhundert begann die Renaissance der Bahn.

Quellensteuer: Alte Kameraden

Als die Zeitungen Ende Oktober das „Aus für das Quellensteueramt“ verkündeten, ließen die Handwerker in der Casablanca-Kaserne in Trier ihre Werkzeuge nicht einen Moment lang sinken.

Steuerrecht: Grand mit Stoltenberg

Läuft alles nach Plan, dann werden Deutschlands Hunde bald sein dürfen, wofür ihre Herrchen sie schon seit vielen Jahren halten, – gemeinnützige Wesen.

Getränke: Ein Schlag ins Wasser

Als die nordirischen Milchbauern der Fivemiletown & Brookeboro Coop Agricultural & Dairy Society Ltd. im Sommer vergangenen Jahres an die Bilanzen ihrer Genossenschaft in den nächsten Jahren dachten, da muß ihnen warm ums Herz geworden sein.

Bank und Börse: Ein Fall für den Rechenstift

Wohin mit dem Geldsegen, wenn die Lebensversicherung oder der Sparvertrag fällig ist? Häufig werden die oft hohen Summen nicht auf einen Schlag verbraucht, sondern zur Finanzierung einer Zusatzrente oder eines zweiten Einkommens verwendet.

Markt-Report: Zinssorgen

Die deutschen Großanleger haben den Jahresultimo bereits fest im Visier. Ihre Aktivitäten beschränken sich auf Abrundungskäufe und kleinere Depotbereinigungen.

Geld zurück

ZEIT: Nach jahrelangem Streit hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt ein verbraucherfreundliches Urteil gefällt: Bei Hypothekenkrediten müssen die Tilgungen sofort bei der Berechnung der Kreditzinsen berücksichtigt werden, wenn Angaben über den Effektivzins und ein Tilgungsplan fehlen.

LÄNDER IM VERGLEICH

Die Schweden haben das dichtestgeknüpfte Telephonnetz der Welt: Auf je hundert Einwohner kommen dort 64 Telephonhauptanschlüsse.

Maid ohne Gönner

Wäre die Maid of Germany ein amerikanisches Girl, dann müßte sie sich um ihren Unterhalt kaum Sorgen machen. Sponsoren wie IBM und Boeing wären bereit, Millionen für sie zu opfern.

MANAGER UND MÄRKTE

Lange wurde darüber spekuliert, ob Karl Dersch, Leiter der Niederlassung von Daimler-Benz in München, eine Führungsposition beim Luft- und Raumfahrtkonzern Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) übernehmen wird.

Zeitraffer

Bereits im Vorjahr hatten die deutschen Chemie-Riesen Rekordergebnisse erwirtschaftet. In den ersten neun Monaten diesen Jahres setzte sich dieser Trend fort.

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