• DIE ZEIT: Jahrgang 1988

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1988/01

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    • Peinlich

      Der Westdeutsche Rundfunk hätte doch, wie offenbar ursprünglich geplant, einen letzten Frühschoppen veranstalten können, bei dem zwei Teilnehmer, die der Meinung sind, Höfer müsse sofort abtreten, ihre Argumente austauschen mit zwei anderen, die finden, daß annähernd vierzig Jahre angewandter Demokratie jene häßlichen Sünden aufwiegen, deren er angeklagt wird.

    • Verbraucht

      Menschen lügen sich die Wirklichkeit so zurecht, daß sie nicht mehr schmerzt als unbedingt nötig. An diese Binsenweisheit erinnert uns die neue Sprachprägung „verbrauchende Forschung“.

  • Ausgabe 1988/02

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    • Gegen Null?

      Im soeben abgelaufenen Jahr 1987 ist die Zahl der Asylbewerber in der Bundesrepublik von 100 000 (1986) auf 60 000 Menschen zurückgegangen.

    • Teilnehmen

      Wer sich Sorgen gemacht hat, darf aufatmen: Die Sowjetunion habe nicht vor, die Olympischen Spiele von Seoul zu boykottieren, sagte der sowjetische Sportminister Marat Gramow auf einer Pressekonferenz in Frankfurt.

  • Ausgabe 1988/03

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    • Keine Schelte

      Die Urteile unserer Gerichte werden im Namen des Volkes gesprochen. Vom Volk, dem demokratischen Souverän, geht nach dem Wortlaut des Grundgesetzes „alle Staatsgewalt aus“, auch die des Strafens.

    • Die Büchsen der Atom-Pandora

      Die Fässer voller Atommüll – sind sie nicht das moderne Gegenstück zur Büchse der Pandora? Nachdem Prometheus – so erzählten es sich die Alten – frevelhaft den Menschen das Feuer gebracht hatte, schickte der rächende Zeus ihnen Pandora hinterher, aus deren Gefäß alle Übel und Leiden der Welt entwichen.

  • Ausgabe 1988/04

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    • Stromzufuhr

      So geht es immer: Skandale drängen in den Hintergrund, was die dickeren Schlagzeilen verdiente. Wäre Bonn nicht von den Durchstechereien bei Transnuklear elektrisiert, hätte die Nachricht vom Stromverbund zwischen der Bundesrepublik, West-Berlin und der DDR größere Aufmerksamkeit gefunden.

    • Schimpf und Schande

      Eine Völkerkunde des Fluchens müßte bei folgender Erkenntnis anfangen: Der Dreck, mit dem die Streithähne eines Stammes einander bewerfen, stammt zumeist aus dem kollektiven Unterbewußtsein, aus unverarbeiteten Resten der gemeinsamen Vergangenheit.

  • Ausgabe 1988/05

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    • Unglückskette

      Zwei Meldungen, die Kontinente und Schicksale verbinden: In Bonn gab der Innenminister bekannt, die Zahl der Drogenopfer in der Bundesrepublik habe im vergangenen Jahr empfindlich zugenommen: 450 Menschen starben, 100 mehr als im Jahr zuvor.

    • Erblast

      Ein Schwanengesang klingt anders. So sentimental Ronald Reagan sonst werden kann, in seiner letzten „Botschaft zur Lage der Nation“ ließ er sich nicht zu Wehmut und Abschiedsschmerz hinreißen.

  • Ausgabe 1988/06

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    • Zweierlei Wege

      Strauß unterläuft und karikiert Bonns Südafrika-Politik, Strauß gibt Kohl und Genscher der Lächerlichkeit preis, und dies auch noch auf Staatskosten, denn er reiste mit einer Maschine der Bundesluftwaffe und überdies in Begleitung eines Bonner Staatssekretärs.

    • Ein gutes Ende - kein neuer Anfang?

      Gelinde Verzweiflung war angebracht, Empörung auch – und nun macht sich Erleichterung breit. Lenkt Ost-Berlin ein? Verzweiflung: Da hatten wir gehofft, das SED-Regime im anderen Deutschland habe jene stalinistischen Unterdrückungsmethoden endgültig hinter sich gelassen, denen es seine Einsetzung verdankt und sein Überleben in den Jahren des Kalten Krieges.

  • Ausgabe 1988/07

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    • Mist und Saat

      Kiel kann nicht zur Ruhe kommen – schon deshalb nicht, weil die einigermaßen sachlich betriebene parlamentarische Aufklärung des Barschel-Pfeiffer-Skandals nahtlos übergeht in den Kampf um die vorgezogene Landtagswahl am 8.

    • Brandmauern darf es nicht geben

      Das westliche Bündnis hätte allen Grund, sich zu seinem Erfolg zu beglückwünschen. Seit vierzig Jahren hat es zusammengehalten und siehe da: Der große Rivale in Moskau lenkt ein.

  • Ausgabe 1988/08

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    • Der Mühlstein der Vergangenheit

      Diese Fragen sind ins Leere gesprochen, weil sie Kurt Waldheim nicht zu erreichen vermögen. In der Bunkermentalität seiner Hof- und Wagenburg will er nur noch dreierlei: durchhalten, durchhalten, durchhalten .

    • Entscheidung in New Hampshire

      Die spektakulärste Etappe ist zurückgelegt. New Hampshire, vielbeachteter Schauplatz der ersten Vorwahlen, das traditionell als Omen für die amerikanische Präsidentschaftskür im November gilt, hat gesprochen.

  • Ausgabe 1988/09

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    • So findet Israel niemals Frieden

      Die Lektion des Palästinenser-Aufstandes: Mit Gewalt ist im Nahen Osten nichts zu gewinnen

    • Hilfe fürs Revier

      Alle wollen dem geschundenen Ruhrgebiet helfen. Die Bundesregierung will es, wie die Montan-Runde beim Kanzler am Mittwoch zeigte, die Landesregierung in Düsseldorf will es sowieso.

  • Ausgabe 1988/10

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    • Ein Volk steht auf

      Ironie der Geschichte: Ausgerechnet die friedlichsten Massendemonstrationen seit der Oktoberrevolution haben Gorbatschows Reformkurs in neue Bedrängnis gebracht.

    • Sichtfehler

      In Frankfurt hat kein Mordprozeß stattgefunden. Kommandant und Fahrer des Polizei-Wasserwerfers, der den Demonstranten Günter Sare überfahren und zu Tode gebracht hatte, waren wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

  • Ausgabe 1988/11

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    • Aus dem Traum in die Tragödie

      Ein Volk, ein Reich, ein Führer – keiner, der vor fünfzig Jahren am Volksempfänger saß, wird den nationalen Taumel jener Tage je vergessen.

    • Katz und Maus

      In der DDR herrscht politisches Aprilwetter: Kaum lichtet sich der geteilte Himmel einmal, schon ziehen wieder schwarze Wolken auf.

  • Ausgabe 1988/12

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    • Scherben gekittet

      Für einen richtigen Koalitionskrach ist offenbar kein Porzellan zu schade...................................................

    • Chefgespräche

      Wer nun wohin zuerst reisen sollte, Michail Gorbatschow nach Bonn oder Helmut Kohl nach Moskau, war lange Zeit eine Frage des Protokolls wie der Politik.

  • Ausgabe 1988/13

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    • Immer teurer

      Von der Arbeitslosenhilfe bis zum Zahnersatz – Sparen heißt die Devise, mit der bundesdeutsche Politiker beim Wähler hausieren gehen.

    • Schwieriger Friede

      Zum Auftakt direkter Friedensgespräche eine massive Offensive gegen den Gesprächspartner zu beginnen – das ist ein riskantes Unternehmen.

  • Ausgabe 1988/14

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    • Ein Dach für ganz Europa

      Unser Ziel: Nicht „Wiedervereinigung“, sondern Annäherung zwischen Ost und West

    • Versöhnung nach dem Streit

      Soviel steht nach menschlichem Ermessen fest: Ende Mai treffen sich Reagan und Gorbatschow ein weiteres Mal; das Abkommen über den Abbau der Mittelstreckenraketen wird demnächst ratifiziert; die Arsenale der Vor- und Nachrüstung – die SS-20-Raketen im Osten, die landgestützten Cruise Missiles und Pershing-II-Raketen im Westen – werden verschwinden.

  • Ausgabe 1988/15

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    • Im Zorn

      Pretoria hat einen ganzen Jumbo voll mit potentiellen Bewunderern der südafrikanischen Regierung eingeladen. Darunter so notorische Verfechter von Autorität und Ordnung wie Graf Huyn und Gerhard Löwenthal.

    • In der Klemme

      Seitdem Pakistan die Genfer Afghanistan-Verhandlungen mit der Forderung blockiert, noch vor dem Abzug der Sowjettruppen müsse eine streng islamische Regierung in Kabul installiert werden, steckt Gorbatschow in der Klemme: Einerseits möchte der Kreml-Chef als ernsthafter Friedenspolitiker gelten.

  • Ausgabe 1988/16

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    • Kirche am Kreuzweg

      Streit in der Ostberliner Kirche? So, als hätte sie etwa nicht genug an ihren täglichen Konflikten mit dem Staat? Was letztes Wochenende als Kontroverse zwischen Bischof Forck und Generalsuperintendent Krusche vermeldet wurde, war eine für die Kirche notwendige und normale Debatte um ihren „besten Weg“ auf schwierigem Gelände.

    • Wind säen, im Sturm ernten

      Zum erstenmal übertrug das sowjetische Fernsehen am Wochenende die russische Ostermesse. Fast gleichzeitig predigte Michail Gorbatschow über den Bildschirm gegen jene orthodoxen Kommunisten, die den Tempel seiner perestrojka entweihen.

  • Ausgabe 1988/17

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    • Mäuse melken

      Auf Mäusepfoten kommt sie nun, die schöne neue Welt. Vor elf Jahren noch wiesen die amerikanischen Richter, die eine ölfressende Mikrobe patentierten, die Vorstellung von Patentrechten an höheren Lebewesen als „Schreckgespenst“ zurück.

    • Ganz offen

      Helmut Kohl darf zufrieden sein. Der CDU-Bundesvorstand hat die Leitanträge zum Parteitag im Juni so zugerichtet, daß kein mörderischer Richtungsstreit mehr zu erwarten ist.

  • Ausgabe 1988/18

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    • Zum Frühstück

      Die Falken in Washington würden zum Frühstück am liebsten einen Dänen verspeisen, macht deren Land doch mehr mit abweichenden „Fußnoten“ in Nato-Kommuniqués als durch besonderen Verteidigungseifer von sich reden.

    • Vorbehalte?

      Manche Diskussionen sind schon deshalb absurd, weil sie stattfinden. Bei keinem Bundespräsidenten seit Theodor Heuss waren sich die Bürger so einig wie bei Richard von Weizsäcker: Eine zweite Amtszeit wäre zum Besten des Landes.

  • Ausgabe 1988/19

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    • Amerikas Schutz

      Die Morgenröte, die Ronald Reagan seinem Land versprochen hatte, entpuppt sich immer mehr als abendliches Dämmerlicht. Anstelle der Hoffnung auf eine Zukunft voller Chancen macht sich bei vielen Amerikanern die Angst vor einem wirtschaftlichen Niedergang breit.

    • Geschönt

      Nichts zeigt die Schwächen der Bonner Wirtschafts- und Finanzpolitik drastischer als die Arbeitslosenstatistik. Seit der Wende im Herbst 1982 ist die Zahl der Arbeitslosen um etwa eine halbe Million gewachsen.

  • Ausgabe 1988/20

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    • Zweite Amtszeit

      Erstaunliche 54 Prozent für einen erstaunlichen Politiker: Der 71jährige François Mitterrand ist zum zweiten Mal ins Amt des französischen Staatspräsidenten gewählt worden.

    • Wenn langer Stillstand Sturm entfacht

      Unruhe in allen Ländern Osteuropas: Nicht nur in Polen begehren hoffnungslose Bürger gegen hilflose Machthaber auf