Putsch mit Eisen Fünf?

Die Vermutungen über eine amerikanische Beteiligung an dem kürzlich gescheiterten Coup gegen den panamaischen Diktator Noriega wollen nicht verstummen. Haben die Amerikaner nun mitgeputscht, oder haben sie nicht? Eine Antwort könnte der Bericht des Magazins US News & World Report vom Golfplatz Fort Amador unmittelbar neben dem Hauptquartier des Alleinherrschers geben. Danach haben dort amerikanische Offiziere noch ihre Golfschläger geschwungen, als der Gefechtslärm bereits das Klacken der Bälle übertönte. Die Militärs hätten ihre Schläger erst verstaut, nachdem US-Hubschrauber auf den Grüns gelandet seien, um den Golfplatz zu sichern. Da sich Golfbestecke nur bedingt als Waffen eignen, sind demnach zumindest Teile von Washingtons Offizierscorps in Panama von einer Beteiligung an dem Putsch freizusprechen.

Noch ein Gespenst geht um

In der Auseinandersetzung zwischen Anhängern und Gegnern der Perestrojka machen konservative Gorbatschow-Kritiker inzwischen sogar Anleihen beim Kommunistischen Manifest. „Ein Gespenst geht um im Lande, das Gespenst des Antikommunismus“, schrieb der Parteifunktionär A.A. Nikolajew an die Moskowskaja Prawda. „Die Perestrojka, die als eine Revolution gedacht wurde, kann sich in eine Konterrevolution verwandeln, wenn man sie nach westlichem Modell macht und das Volk zwingt, auf die Oktoberrevolution zu verzichten.“ Nikolajew verlangt indirekt auch die Entmachtung der von Gorbatschow gestärkten Sowjets: „Die Geschichte kennt einen Moment (im Juni 1917 – d. Red.), wo unsere Partei gezwungen war, für eine gewisse Zeit die Losung ‚Alle Macht den Sowjets‘ aufzuheben.“ Der Befürworter derart brisanter geschichtlicher Wiederholungen sandte seinen Brief aus der Textilstadt Noginsk – und dieser Ort hieß einst Trotzk, nach dem ermordeten Altrevolutionär Lew Trotzkij.

Peking setzt ein Zeichen

Ausgerechnet die offiziell atheistische Volksrepublik China errichtet im kapitalistischen Hongkong die größte Buddha-Statue der Welt. Rund 3000 Arbeiter aus der Volksrepublik bauen den 275 Tonnen schweren und 33 Meter hohen Koloß auf der Insel Lantau. Er soll das zentrale Heiligtum eines Klosters werden und an klaren Tagen auch vom kommunistischen Festland aus zu sehen sein. „Das ist keine religiöse, sondern eine technische Angelegenheit“, überbrückt der pragmatische Chefingenieur Zhuang Song den ideologischen Widerspruch, „seit dem Ende der Kulturrevolution hat China die Religion respektiert.“ Der Buddha soll vor allem aber ein kommerzielles Zeichen setzen: Hongkongs Fremdenverkehrsamt hofft, daß die Rekordstatue viele Touristen anlockt; schließlich ebbte seit dem Massaker in Peking der Besucherstrom erheblich ab.